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pool 2 #5 (#85) 17.03.- 23.03.2001
pool 2 #4 / pool 2 #6
Wer Verstand hat,
der überlege die Zahl des Tieres,
denn es ist die Zahl des Menschen
und seine Zahl ist 666
237 - 18.03.01 * 00:27:59
Finnland.
47 - 18.03.01 * 19:29:30
Was ist eigentlich mit dem Loop passiert? Das darf man hier doch
sicherlich fragen. Mario?
258 - 18.03.01 * 20:16:57
Teamarbeit. Teamfähig sein. Die neuen Tugenden der deutschen Arbeitskultur.
Widerlich. Die frühkindlichen Traumatisierungen und daraus resultierenden
Min-
derwertigkeitsgefühle via Repressionsgelüsten, Kontrollwahn, Perfektionszwang
an anderen auslassen. Alle Arbeit an sich reißen, um hinterher
dem "Team"
ein schlechtes Gewissen zu machen. Jeden Nachmittag pseudogroßzügig
Kuchen für
alle kaufen, um den Rest des "Teams" als Schnorrer zu entlarven.
Das "Team"
anscheißen, um eigene Fehler zu vertuschen. Rundmails vor sogenannten
meetings
schreiben und Verhaltensregeln aufstellen: a) Handys ausschalten
b)nicht
dazwischenquatschen c) keine Fragen stellen, die nicht zum Tagesordnungspunkt
gehören, sondern aufschreiben und am Ende des Meetings stellen...Ohne
Punkt,
endlos, laut und mit starrem Blick auf andere einreden, obwohl
man schon
längst weiß, worum es geht. All das ist so durchsichtig und darum
schwer
auszuhalten.
Ich will ab sofort nicht mehr teamfähig sein. Ich kaufe nie Kuchen
für andere,
komme immer zu spät und gehe früher, schreibe extra unleserlich,
bin schlampig,
stelle keine to do-Listen auf, gebe keine Informationen weiter,
stelle meine
Wasserflasche nicht in den dafür vorgesehenen Kasten und (jetzt
kommts) räume
die Spülmaschine nicht mehr aus.
Es ist erschütternd, wie viel man über einen Menschen erfährt,
wenn man vier
Wochen mit ihm im "Team" arbeitet, ohne ein "privates" Wort wechseln
zu müssen.
Eine ganze Kindheit breitet sich vor mir aus, aber ich will sie
gar nicht
sehen, will nichts von ihr wissen. Von der erbärmlichen traurigen
Randexistenz,
die dieser Mensch durchlebt haben muß, um sich im "Team" so aufzuspielen.
Es könnte doch eigentlich Spaß machen. Aber so war es immer schon.
Es fing
im Kindergarten an und wird wahrscheinlich erst im Pflegeheim
aufhören:
"Wenn Arschlöcher fliegen könnten, dann wäre dieser Ort ein Flugplatz."
(Mike Kelley)
8 - 18.03.01 * 23:38:53
Discovery.
47 - 19.03.01 * 18:55:39
In der Mall. Ich komme gerade vom Mittagessen da sehe ich eine
schöne alte Dame und einen jungen Mann, augenscheinlich ihr Sohn.
Sie sitzen auf einer Steinbank neben den Rolltreppen gegenüber
von Görtz. Sie haben einen Einkaufsbummel gemacht und Schuhe gekauft,
denn die alte Dame presst eine durchsichtige Tüte mit einem Görtzkarton
in ihren Schoss. Neben der Bank auf dem Boden steht noch Tüte
von Galeries Lafayette und eine umgekippte von Guess. Die alte
Dame schaut in die verlassenen Schaufenster von Karstadt-Sport.
Sie weint, aber stumm und mit einem Gesicht wie ein Rabe. Der
junge Mann hat den Arm um die alte Dame und stützt sie und blickt
mit unendlicher Trauer auf den Marmor der Brüstung. Die blöden
Angestellten von Coca-Cola kommen die Rolltreppe hoch. Die beiden
sitzen da als hätte sie gerade das namenlose Entsetzen gepackt.
Irgendwas unsagbares ist passiert, eine Katastrophe, Tod und Untergang,
Flugzeugabsturz, endgültige Krebsdiagnose, endgültiges Sterben,
endgültiges Scheitern und der Tod jeder Hoffnung. Für alle, auch
für mich. Der junge Mann hat das Handy mit dem die schreckliche
Nachricht kam noch in der Hand. Das sehe ich gerade noch aus dem
Augenwinkel denn ich bin schon halb draussen und fahre hoch und
mache mich wieder an die Arbeit.
18 - 20.03.01 * 19:05:07
Wind, Nord / Ost Startbahn null drei,
Bis hier hör ich die Motoren,
Wie ein Pfeil zieht sie vorbei,
Und es dröhnt in meinen Ohren,
Und der nasse Asphalt bebt.
Wie ein Schleier staubt der Regen,
Bis sie abhebt und sie schwebt
Der Sonne entgegen.
1900 - 20.03.01 * 19:23:25
Paris ist eine charmante Hutschachtel. Kaeseschachtel. Die Kaeseschachtelaffaire.In
der Residenz des Deutschen Botschafters das Bad der Josephine
Baker. Darin die Steckdose, in der die Frau des Botschafters jeden
Morgen ihre Haare auflaed. Alles ist an seinem Platz, da wo es
sein sollte. Sogar das Wasser fliesst in der Seine, wahrscheinlich
in die richtige Richtung. Es koennte auch andresherum sein. Ueberhaupt,
ich bin nicht sicher, denn es ist in jeder Strasse, als wuerden
die Haeuser riesige Buchstaben bilden: P A R I S.
Es gibt Maenner auf der Buchmesse, die stehen da wie ihr Vorbild,
eine nichtabgeaschte Zigarette zwischen Ring- und Mittelfinger,
eine Plastiktuete am Arm, gebueckt. Sie warten darauf, dass sie
von jungen Buchhaendlerinnen angesprochen werden. Der Sexappeal
der Franosen ist schwer zu verstehen. Aber verwahrloster Kuenstler
funktioniert. Die Jugendlichen ueben vor den Toiletten, sitzen
mit gespreizten Beinen auf dem Boden, neben sich eine Schachtel
Zigaretten, die sie leerrauchen. Die Maedchen bieten ihnen ihre
leeren Cola-Dosen als Aschenbecher an. Sie aschen absichtlich
daneben.
Zwei Maedchen vom Deutschen Buchstand bringen einen Aschenbecher.
86 - 20.03.01 * 19:51:34
2. Melvins sollten auch eure Therapeuten sein. Smokeblow sollten
auch euch zum Lachen bringen.
11. Ich habe mich verliebt. Ich habe mich in das debile Lächeln
von Kevin Rutmanis verliebt, bei dem seine Augen nach hinten wegrutschen
und er entrückt auf seine inneren Landschaften blickt.
4. Jack Letten ist der echte Robbie Williams.
3. King Buzzo ist der echte Tingel-Tangel-Bob.
7. Ich bin wieder ganz. Ich bin normal.
0911 - 21.03.01 * 14:51:43
Im Münchner Glockenbachviertel gibt es ein neues Lokal mit dem
wohlklingenden Namen "Moro". Auf die Frage, was das denn bedeuten
solle, zieht der Barkeeper einen Vordruck aus der Schublade. Darauf
steht geschrieben, das Lokal sei nach zwei Statuen benannt, die
der Wirt in Italien gekauft habe, und die nun im Gastraum zu sehen
seien. Und so heißt es [in bayerischem Tonfall zu lesen]:
"Der Begriff Moro steht im italienischen für den Afrikaner an
sich, für eine gewisse Exotik und somit auch für: internationalität
und multi-kulti sowohl vor als auch hinter der Theke, aber auch
für die Bewahrung der traditionellen bayerischen Küche. Eine verbindende
Mischung aus positiven Werten."
Bei den zwei Statuen handelt es sich um zwei lebensgroße Mohren
aus schwarzem Metall, die sich zusammengekauert haben, als trügen
sie eine große Last. Schätzungsweise eine Rauchglas-Tischplatte
aus der Frühzeit des Koksdealer Chic in den 80er Jahren, wie sie
damals (wahlweise auch mit einem Panther oder einer Nackten als
Sockel) in kurzfristig angemieteten Luxusappartements standen.
555 - 21.03.01 * 22:25:47
Ode To Spot
Felis Cattus,
is your taxonomic nomenclature,
an endothermic quadruped carnivorous by nature?
Your visual, olfactory and auditory senses
contribute to your hunting skills, and natural defenses.
I find myself intrigued by your subvocal oscillations,
a singular development of cat communications
that obviates your basic hedonistic predilection
for a rhythmic stroking of your fur, to demonstrate affection.
A tail is quite essential for your acrobatic talents;
you would not be so agile if you lacked its counterbalance.
And when not being utilized to aide in locomotion,
it often serves to illustrate the state of your emotion.
O Spot,
the complex levels of behaviour you display
connote a fairly well-developed cognitive array.
And though you are not sentient,
Spot,
and do not comprehend,
I nonetheless consider you a true and valued friend.
Data, "Schisms"
01 - 22.03.01 * 15:52:48

001 - 23.03.01 * 18:25:57
Du bist so schön
Voller Narben, voller Vertrauen
Und Stolz und Glauben
An die Welt, die unter deinen Füßen
Nachbibt, schmatzend und stöhnend,
weil du so schön bist.
999 - 23.03.01 * 18:51:00
NachGibt, verdammt.
Oder vielleicht nachbEbt?
999 - 23.03.01 * 18:56:37