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pool 2 #1 (#81) 07.02.- 20.02.2001

pool 1 #80 / pool 2 #2 (#82)

 

1. Ludger Blanke
2. Marc Brandenburg
3. Diedrich Diederichsen
4. Ursula Döbereiner
5. Antje Dorn
6. Martin Fengel
7. Kathrin Glosch
8. Anette Guther
9. Britta Höper
10.Daniel Katz
11.Oliver Koerner
12.Thorsten Krämer
13.Tom Kummer
14.Andrian Kreye
15.Christian Kracht
16.Sven Lager
17.Mari Lussmann
18.Antje Majewski
19.Eva Munz
20.Elke Naters
21.Andreas Neumeister
22.Eckhart Nickel
23.Ingo Niermann
24.Tina Obladen
25.Georg Oswald
26.Dominique Pratu
27.Kristin Rübesamen
28.Carmen v. Samson
29.Regina Schilling
30.Perry J. Schreier
31.Lorenz Schröter
32.Cathy Skene
33. Moritz v. Uslar


 


Ah, endlich. Der neue Pool. Lange mußte ich hierauf warten.

34 - 07.02.01 at 18:50:50




Danke für die Einladung,
nur unter immer der gleichen Nummer zu schreiben, das behagt mir nicht ganz. Wenn schon kein Name, dann auch keine Nummer, nicht wahr? Was ist, wenn mich jemand erkennt? Da sagen dann alle, ach die 33, ganz klar, das ist die oder der ... Soundso. Das ist nicht anonym. Und so eine schöne Nummer finde ich nie wieder. Ich liebe diese Nummer, ich BIN diese Nummer.
Im Feuerschein tanzt sie um die knisternden Scheite und reibt sich die Hände: 'Ach wie gut, dass keiner weiss, dass ich HmmHmm heiss'. Soll keiner wissen.
Ganz ergeben,


33 - 10.02.01 at 18:06:43




Hier und jetzt beanspruche ich für mich die 7.


7 - 11.02.01 at 17:47:25




Eine Neun von vielen.


9 - 11.02.01 at 22:56:14




Endlich anonym! Wird das unser binäres Leben verändern? Wie wird die Presse reagieren? Und bekommen wir jetzt das, was einige von uns schon immer wollten -so einen tabulosen Darkroomchat ohne jene Hemmnisse, die ein vollständiger Name mit sich bringt? Und all die Gelegenheiten zu Kleinkrieg und Denunziation, die sich auftun - werden sie genutzt werden?


13 - 12.02.01 at 09:08:38




gib mir die elf


elf - 12.02.01 at 10:33:24





Dadurch, daß es anonym ist, wird die Presse natürlich überhaupt gar nicht reagieren, zum Glück, sage ich, denn dann kann es endlich einmal so sein, daß der weiter oben gefordete Darkroom sich, einer sich mächtig blähenden Seeanemone gleich, nach außen stülpt und die Menschen, die hier schreiben endlich ihr wahres, warmes, braunes Ich zeigen können.


34 - 12.02.01 at 10:56:21




Im darkroom. Im Beichtstuhl. In der Geisterbahn.
Ich bin erleichtert, daß du nicht weißt, wer ich bin, so daß ich dir auch morgen noch in die Augen sehen kann, ohne daß mein Rücken so heiß und meine Hände kalt werden. Egal, wo ich dir die Zunge reinstecke, egal, welchen Schmutz du mir zuflüsterst, egal, daß ich in der nächsten Sekunde schon eine andere begrabsche.
Ich will nur das Ohr sein, durch das du zu dir selbst sprichst, ein ausgelagertes Körperteil.
Wenn du mich nicht magst, weißt du nicht, daß ich es bin und wenn ich dich nicht mag, berührt es mich nicht, vielleicht mag ich dich morgen, wenn sich meine Finger in das rohe Fleisch unter deiner Maske von Prada in association with Shiseido und mit freundlicher Unterstützung von Kiepenheuer & Witsch graben. Dann endlich ist dein Schmerz meine Wärme.
Danke schön. Mehr als freundlich.


11 - 12.02.01 at 14:25:47




Na, bitte.
Soundtrack: Soft Cell, "Numbers".


21 - 12.02.01 at 17:25:12




I love the rain
I love the dust
I love the snow
when I must

I love the sky
I love the trees
I love the cows
And all wannabees

I love You
And I love me
What will that be?


33 - 12.02.01 at 21:07:36




WHICH AREACODE IS THE SEXIEST?
030
040
212
310
089
001
SPEED DIAL EVOLUTION!


49er Forever! - 12.02.01 at 23:32:59




Ab heute morgen ist Trennzeit: Löse Dich jeden Tag von einem teuren, als unverzichtbar eingeschätzten Gegenstand Deines Besitzes. Es ist noch vor zwölf Uhr, es bleibt noch viel Zeit zu überlegen. Aber überlege gut. Und trenne Dich. Das Jahr wird jeden Tag besser dadurch.


21 - 13.02.01 at 11:51:50





Wenn die 34 ein Pullover wäre, wäre sie ein hellblauer weicher Nicki mit ausgeleiertem Bund, so gemütlich, daß man ihn gar nicht mehr ausziehen mag.
Wenn die 11 ein Getränk wäre, dann wäre sie ein Wodka Lime in einem Halbliter Bierglas: Ein Fingerhut Wodka, ein halber Liter Lime Juice.
Wenn die 13 ein Möbelstück wäre, wäre sie ein drehbarer Bürostuhl auf Rollen.
Wenn die 21 ein berühmter Filmschauspieler wäre, dann wäre sie Cary Grant.
Wenn die 49 ein Gefährt wäre, dann wäre sie ein silberfarbener Feuerstuhl.
Wenn die 33 eine andere Zahl sein könnte, dann wäre sie am liebsten die 34.


sweet 19 - 13.02.01 at 15:05:36




Mutter. Tochter. S-Bahn.

- Komm du auf die Idee und färb dir die Haare, mein Frollein!
- Und wenn?
- Dann rasier ich sie dir eigenhändig ab!
- Dann lass ich mir die Glatze tätowieren.

Ein paar Tage später trägt das Mädchen eine Wollmütze und ein grimmiges Gesicht.


9 - 13.02.01 at 15:48:58




So gerne waere ich die elf gewesen, oder die sieben oder die dreiunddreissig, aber, weil die sicher keiner will, bin ich jetzt eben die sechs. Just because.


6 - 13.02.01 at 18:08:55




Wenn ich ein Bürostuhl mit Rollen wäre und sweet 19 auf mir sitzen würde - ich würde kräfig zubeißen!


13 - 13.02.01 at 19:00:32




Es war doch immer so: Wenn du das Leben zu sehr liebst und die Gesellschaft zu sehr verachtest, ist es nur eine Frage der Zeit bis du zur 99 wirst, kein Mensch mehr bist. Zu guter Letzt trippelst du vielleicht auf und ab wie eine Ratte und gibst dich fuer jede erdenkliche niedrige, boese, demuetigende Handlung her, zu der man dich auffordert.
Wenn so eine Nummer endgueltig die letzte Grenze ueberschreitet, dann aendert er gewissermassen seine Ontologie. Es ist wie bei dem kleinen Kiesel, der einen unaufhaltsamen Erdrutsch ausloest. Man kann die Schweine betruegen, bis man sich selbst betrogen hat. Man wuenscht sich so krampfhaft das gute Leben zu leben, dass man buchstaeblich zu allem bereit ist, nachdem man die Grenze ueberschritten hat. Man wird jeden Schwanz im Takt lutschen, um es zu schaffen.

Als 99 gibt es nichts, was man nicht tun wird.


99 - 14.02.01 at 02:09:06






Da 19 aus mir heraus emaniert, und ich gleichzeitig (und das ist ja das Sonderbare, das eigentlich ganz Wunderbare) in 19 hinein emaniere, es also eine doppelte, eigentlich spiegelbildliche Emanation stattfindet, sind die Zahlen 19 und 34 nicht nur miteinander austauschbar, sondern es sind die selben Zahlen. Sie sind identisch, immerzu, bis ans Ende der Zeit.


34 - 14.02.01 at 05:46:19




Mein Kostüm ist grün und gefiedert und wenn es eine Zahl wäre, wäre es die 22. Denn in der Numerologie ist die zwei die Zahl, die am meisten Glück bringt.


22 - 14.02.01 at 10:41:32




Moment mal.
Die 13 bin doch ICH!!! Wer hat mir da meine Identität geklaut? Bitte alles bisher von der angeblichen Nr. 13 Geschriebene als nicht geschrieben, gegenstandslos im Hinblick auf meine Autorenschaft erachten. Es ist nicht von mir.


The REAL no. 13 Nirwana - - 14.02.01 at 12:23:10




Ach, 19, wenn Du heute frei hättest, könnten wir einen Martini am Mount Rushmore trinken, aber so?

Doch zur Sache: Du hast Dich NICHT von einem teuren, herzensnahen Gegenstand trennen können. Nicht schlimm. Das gehört zum Beginn der Trennzeit dazu, das Scheitern. Es gibt aber, wie in jedem guten Programm, auch Dehnfristen. So ist es heute möglich, die Entscheidung, von was man sich trennen sollte, bis morgen aufzuschieben. Bedingung: Eine Stunde lang auf eine schlechte Angewohnheit verzichten. Beispiele: Lügen, Rauchen, Trinken, sich in der Öffentlichkeit die Nägel reinigen etc. Also los, und morgen wollen wir dann von einer Entscheidung hören.


21 - 14.02.01 at 14:52:21




Liebe 21,
ich habe eigentlich jeden Tag frei, aber der Mount Rushmore ist sehr sehr weit weg. Vielleicht können wir uns irgendwo in der Mitte treffen.

Ich habe lange nachgedacht, aber es fiel mir kein teurer unverzichtbarer Gegenstand ein, denn so etwas habe ich nicht. Außer meiner Nachtcreme von Origins, die so wunderbar nach Orangenblüten duftet, aber auf die zu verzichten würde einer Selbstzerstörung gleichkommen, genauso wie der Verzicht auf meinen Computer oder meiner Kamera. Und du erwartest bestimmt auch nicht von mir, daß ich auf eins meiner besten Kleidungsstücke oder Schuhe verzichte. Nein, nein, das ist kein guter Vorschlag zur Lebensverbesserung.
Genau so wenig, wie der Vorschlag eine Stunde lang auf eine schlechte Angewohnheit zu verzichten. Nichts leichter als das, dann lege ich mich eben eine Stunde ins Bett. Oder ist das meine schlechteste Angewohnheit? Nein, wie langweilig, was bleibt mir sonst noch. Und wie steht es mit dir?
Deine 19


19 - 14.02.01 at 15:51:11




Liebe, arme 99! Bisher tat ich mir selbst so leid: mein aufgeblähter Kopf erschien mir schwer und wackelig auf dem dünnen Hals, der Leib fehlt mir sowieso und anstelle eines Fußes - eine Kufe. Du aber, zweigesichtiges Wesen, bist doppelt gestraft, mir bräche das Herz, wenn ich einen Körper hätte, um es aufzubewahren. Ich weinte bittere Tränen aus meinem augenlosen Antlitz und als ich schon fast ausgetrocknet war, ohnmächtig, verzweifelt und schwindelig angesichts dieses gnadenlosen Schicksals, drehte sich alles um mich und schwankte und kippte und trudelte. Da wurde aus Deinem vorderen Glied eine 6 und somit aus Dir eine 69 und dann klappt es auch viel besser mit dem Schwanzlutschen. Bedanke Dich nicht bei der völlig verkopften


9 - 14.02.01 at 16:22:50





Liebe 19, gar nicht so liebe 21, ich muß mich da mal einmischen: Habt Ihr ein Getränk getrunken mit Spanischer Fliege darinnnen? Liegt es am Einfluß der Troposphäre? Oder seit Ihr einfach drunk with love, wie es P. Aristide jetzt geschrieben hätte, und er hätte ja auch recht gehabt. Emaniert ruhig noch ein bißchen, am Ende bin eh nur noch ich da für euch zwei, denkt daran.


34 - 14.02.01 at 16:23:24





1.) 21
2.) 6
3.) 34
4.) 19
5.) The real 13
6.) 7
7.) 99
8.) 22
9.) 13
10.) 49
11.) 33
12.) 9
13.) 11


7 - 14.02.01 at 16:29:18




ich schnuppsel mich voll fett hier mal als numéro eins rein.
ich bin ein traum aus weich und herrlich und wenn ich ein laden wäre, wäre ich eine bäckerei.


1 today milano - - 14.02.01 at 17:06:13





äh 21, ich trenne mich von dem Chip, den ich trage, wie ein Albatross auf meinem Rücken.


7 - 14.02.01 at 18:15:20




Liebe 21, ich habe mich heute von einem Menschen getrennt. Ich habe es mir gut überlegt. Wird das Leben dadurch besser?


22 - 14.02.01 at 20:17:22




Okay, ich nehm die Acht. Was für ein Glück, daß die noch frei ist. Auf daß ich ewig lebe!


8 - 14.02.01 at 21:41:37




Wenn die zwei in der Numerologie das meiste Glück bedeutet, dann ist die 22 ja schön blod, denn die Quersumme von Zweiundzwanzig ist die langweilige Vier.

Ab sofort:


2 - 14.02.01 at 21:52:01




Sind wir jetzt eigentlich alle weiblich?


2 - 14.02.01 at 21:56:58




Wenn sich etwas gut anläßt, dann ist es die Trennzeit hier. Heute ist der Tag des Bedenkens: Wer es sich gut überlegt hat, wird früher oder später erkennen, daß es richtig war, das Eine oder andere hinter sich zu lassen. Ob es nun ein Chip war oder ein Mensch.
Bei Dir, liebe 19, scheint mir der Fall komplizierter. Wenn die Dingwelt nur noch so begrenzt Dein Leben bestimmt, muß man wohl die nächste Stufe, die der liebgewonnenen Denkgewohnheiten, einleiten. Vergiß beispielsweise alles, was Du über einen bestimmten Menschen denkst, und begegne ihm wie einem Fremden. Gehe einen anderen Weg zum Supermarkt als üblich. Mal sehen.
Am Tag des Bedenkens wird nachgedacht (von mir aus auch im Bett): Welche täglich wiederkehrende Form der körperlichen Bewegung könnte in meinem Leben zu gesteigertem Wohlbefinden führen?
Ich erwarte die Ergebnisse morgen.


21 - 15.02.01 at 09:50:00




i do love you 19


33 - 15.02.01 at 18:45:28




Liebe 21, (das Jahr der Volljährigkeit)
was soll diese Selbstkasteiung? Das ist soo letztes Jahrhundert.
versuchen wir es doch lieber mit folgendem Programm:
- Lege dir einen unverzichtbaren teuren Gegenstand zu.
- Übertreibe deine schlechten Gewohnheiten.
- Vermeide alle unnötigen Wege und jede unnötige Bewegung.
- Gehe nie zum Supermarkt.
- Liebe deine Freunde.
- Trenne dich von nichts, was dir lieb ist und versuche, daß es jeden Tag mehr wird.
- Versuche jeden Tag glücklich mit Nichtstun zu verbringen.
- Gehe nicht schlafen bevor du glücklich bist.
- Stehe morgens nicht auf, bevor du einen schönen Traum hattest.
- Höre Neil Young.
- Laß uns alle zu Weibern werden.
- Stell dir vor, du bist 19.
Was hälst du davon?


forever- 19 - 15.02.01 at 19:09:23




Liebe 21: Zu Deinem Programm, ich befolge es jetzt schon den dritten Tag, möchte ich folgendes sagen: Alles schön und gut. Hat auch nichts mit Selbstkasteiung zu tun, wie die liebe 19 meint. Nur: Ich habe jetzt diese Sachen geschafft, meinen sogenannten inneren Schweinehund überwunden, war heute sogar laufen, habe Sachen gleich umgesetzt, einen Menschen von Neuem angeschaut (hat geklappt, war super, ich stahle sehr hell), war weniger aufschieberisch als sonst, nur: Wäre meine gute Laune dabei nicht in Wahrheit auch allein von dem guten Wetter gekommen. Ich finde, die 19 hat Recht. Keine Arbeit ist das Ziel, viel Geld sowieso und überhaupt:

es ist zu spät für die alten bewegungen
was heute zählt ist sauberkeit
ihr kommt nicht mit bei unseren änderungen
für uns seid ihr noch nicht reif

wir sind noch wenig
doch wir haben uns gefunden
wir stehen im dunkeln bereit

wir wollen nur unseren spaß
kommen und tanzen
was steht ihr so doof rum?
wenn wir euch sehen
können wir nur noch ablachen

hey mann wirf dich nicht um
nimm deine pfoten von meinem anzug
sieh dich doch selbst mal im spiegel an.

fehlfarben, abenteuer und freiheit, november 1979


25 - 15.02.01 at 19:36:08




HÄÄÄ?


19 - 15.02.01 at 19:59:12




Nummer 5, Nummer 5, du bist glatt wie Ebenholz, flauschig sind deine Gedanken und leicht dein Tritt.
Du bist freigeschaltet.


1 - 15.02.01 at 22:11:29




Was ich an der 19 so schätze:

Sie überragt mich
Sie duftet nach Kamillen, wenn es kühl ist
Und nach Gras und Rollschuhen aus Leder, wenn es warm ist
Sie liebt die Berge, wenn sie sie sieht
Und sie liebt das Wasser, wild und weich
Aber am meisten liebt sie es, wenn es schmeckt wie Bier


34 - 15.02.01 at 22:22:24




Gerade habe ich eine besonders desolate 6 auf der Strasse getroffen. "Hey, Brust raus. Mach nicht so ein Gesicht" habe ich ihr zugerufen. "Das faellt auf uns alle zurueck." Dann hat sie mich boese angeschaut, auf ihren dunklen Haaransatz gezeigt und gesagt: "Deine Tarnung ist auch laengst aufgeflogen, Schwester". Deshalb gehe ich jetzt erstmal nicht zur Party.


6 - 15.02.01 at 22:56:30




He 21.

Bedeutet verzichten vielleicht auch vorallendingen dann zu verzichten, wenn die anderen dich brauchen, wenn sie sich so sehr und verzweifelt deine Nähe wünschen. Da liegt dein geliebtester Gegenstand auf der Strasse und weint aber du gehst weiter weil du denkst es könnte dich glücklich machen.

Du bist wirklich verkommen.
Als körperliche Aktivität schlage ich dir das Ornanieren vor.


35 - 15.02.01 at 23:25:27





For 33:

My legs are long
My eyes are blue
My lips are soft
what about you?

I love to drink
I love to pee
I love to eat
as you can see

guess who is me?


19 - 16.02.01 at 10:01:23




Für die 35: Auf Affekt verzichten.
Für die anderen: Nicht auf Irritation verzichten. Einfach an einem Stein die ewige Wiederkunft des Gleichen erkennen, geht schon. Ursache und Wirkung.


21 - 16.02.01 at 10:58:00





I'M NOT SORRY

"I'm sorry,"he said, "but cunts really do smell like tuna".
"Oh yeah?" I said. "Well dicks smell like clorox, the actual dick I mean,
and that area between the dick and the balls smells like that plastic stuff
they sell way west on Canal Street by the Holland Tunnel, but the balls
themselves are more like if a shoebox from the 1940's could sweat,
and then if you go back farther back towards the asshole it's like
rancid talcumm powder, specifically Gold Bond Medicated Powder,
and you might think that the asshole smells like shit, and of course
it does, but there's this under smell, kinda like the cheese on French
Onion Soup if it's been standing for a coupla hours, but the French
Onion Soup you get here - the real kind, ya know, from France."

by Sharon Mesmer


100 - 16.02.01 at 14:02:19




21,

Du bist verkommen. Aber ich liebe Dich.
Du Miststück.


35 - 16.02.01 at 18:36:01




Der weinende Stein.


19 - 16.02.01 at 21:40:33




21 spricht wie ein Psychoanalytiker, der seine Praxis, sagen wir, in Zürich hat. Es ist eine traditionell eingerichtete Praxis, schwere, dunkle Möbel, getäfelte Wände, alte Bücher. Er ist ungefähr sechzig, trägt ausschließlich weiße Kleidung, hat graue, glatte, mittelgescheitelte, schulterlange Haare und versucht aus Prinzip mit all seinen Patientinnen zu schlafen. Sein Körper ist sehnig und braun, er pflegt ihn mit der selben sachlichen Hingabe wie ein Scharfschütze sein Präzisionsgewehr. Wenn er sich im Spiegel betrachtet, denkt er daran, daß er sterben wird. Er reckt das Kinn und lacht höhnisch.


666 - 16.02.01 at 22:11:28





Die Erinnerung ist so wenig verlaesslich. Um so erstaunlicher, von welchen Markierungen eine Begebenheit gezeichnet sein muss, um sie als Erinnerung zu speichern.
Gibt es einen Erinnerungscode? Wenn ja, wie ist er beschaffen?

Ich habe seit 20 Jahren Sex. Das macht ca 3000 Mal.
Ich hatte ca 20 Maenner und kann mich nur an wenige einzelne Begegnungen erinnern,
und das waren bestimmt nicht die besten...

Das erste Mal, of course, auf dem Hochbett, waehrend der kleine Bruder unter uns
mit der Carrera Bahn spielte, die so einen Laerm machte, dass man uns nicht hoerte.
Es war noch viel besser, als ich es mir vorgestellt hatte.

Das zweite erste Mal mit meinem anderen Freund, der eigentlich mein erster Freund war
und damit das Recht auf das erste Mal hatte. Nach der Schule. Bei ihm blutete ich.
Damit war es vollzogen.

Bei einem erinnere ich mich nur an das Davor, und das Danach.
In der Badewanne, an seine dreckige Wohnung und dass ich mich noch heute darueber
aergere, "Do you love me?" gefragt zu haben. Dabei wollte ich das gar nicht wissen.

An eine Verfuehrung erinnere ich mich auch. Ich habe verfuehrt mit Dinner, Kerzenlicht und seidener Unterwaesche. Ich war selbst erstaunt, wie das geht.
An den Akt selbst habe ich keine Erinnerung, nur dass er ein unerwartet grossartiger Liebhaber war.

Der kuerzeste, schmerzhafteste Sex, auf einem Kuechenboden, der einer Vergewaltigung gleich kam. Ich hatte danach das Gefuehl, meine Schulden bezahlt zu haben.
Erleichterung.

Meistens erinnere ich mich nur an die Situation. Ganz selten erinnere ich mich daran wie es sich angefuehlt hat, was wir wirklich gemacht haben.
Das Sexgefuehl.

Daran erinnere ich nur einzelne Momente, losgeloest von Situationen, eine nuechterne Erinnerung, immer leidenschaftslos, kuehl beobachtend, ohne Gefuehl.

Manchmal versuche ich mich daran zu erinnern, wenn ich dem einen oder anderen wieder begegne, - selten genug.
Dann denke ich: weisst du noch, wie ich geweint habe vor Glueck? Wie du mich beschimpft hast aus Geilheit? Wie du mir den Mund zugehalten hast?
Unvorstellbar.


100 - 17.02.01 at 08:07:22




Auch Euer Schweigen ist vielversprechend, vergeßt das in keinem Moment. Die Pause ist Zäsur. Das geht sich aus.


21 - 17.02.01 at 15:32:51




An die 21: Es gibt eine Geschichte, die mich nicht losläßt, was mir keiner glaubt. Ich saß in einer Diskothek an der Reeperbahn, die eine Balustrade hatte, oder war es gar nicht in Hamburg? Ein Mädchen ließ von oben einen Kaugummi auf meine abgewetzte Jeans Fallen, auf den Oberschenkel. Er ließ sich nicht abziehen, ich weiß nicht warum. Später, die Tanzfläche füllte sich, ich saß noch immer am Rand des Disko-Bodens, da ging ein Mädchen vor mir auf die Knie und biß sich in meinem Schienbein fest. Wenn ich daran denke, versuche ich das Gesicht zu erinnern, es gelingt mir aber nicht. Ich weiß nicht mehr, wie das Ganze ausging. Es lief "My Bag" von Lloyd Cole. War es das Mädchen, das mir den Kaugummi auf die Jeans spuckte? Sind wir die Hippies von morgen?


25 - 17.02.01 at 15:39:46




Nicht doch, 25, wir sind die Hippies von gestern, sieh dir nur mal die alten Fotos an.


13 - 17.02.01 at 16:43:43





Meine liebe 25, es war so: Die Diskothek war nicht in Hamburg, sondern auf Sylt, neben dem "Kleist-Casino", ich hoffe, daß Du dich daran erinnerst, es lief auch nicht Lloyd Cole sondern "In between days" von The Cure, das Lied, das wir später oft als Auftakt zum ganz schön wunderbaren Surfer Rosa-Blister in the Sun-Tanzschritt genommen haben, Jahre später, im "Kir" in der Max-Brauer-Allee, Jahre bevor wir überhaupt nur darüber nachgedacht haben, daß uns einmal die Scherenschnitte von Jazzy B uns den Weg in die Herrentoilette weisen würden. Und: Das Mädchen, das Dich ins Bein biß, war auch leider nicht besonders hübsch, sondern eher geisteskrank, wie sich später herausstellte, später, bei einer Fahrt mit zwei anderen Frauen in einem himmelblauen Mercedes 200 D, die Böschung hinauf- und hinunterfahrend, als ob es je etwas gebracht hätte oder bringen würde, diese New Wave Tage.

Aber erinnerst Du Dich vielleicht an die Lenny Kravitz-Kassette, die uns ein eifriger Journalist in den Rekorder steckte, mit den Worten "Reicht jetzt man mit euren Scheiß. Paßt mal auf: Lenny Kravitz. Das hört man jetzt in New York"? Er ist, das sollte ich noch sagen, ganz nah.




80 - 17.02.01 at 16:53:34




It's not the days I didn't shave
it's not the blow I didn't save
it's not the girls I didn't kiss
but something very close to this

It's more the sun I used to feel
maybe the atmosphere was real

No. It was the hair I didn't swallow
from the moustache of Frida Kahlo

But since my number is the 6
I am supposed to know some tricks


6 - 17.02.01 at 20:08:13




Ihr seid sowohl die Hippies von morgen und übergestern
Als auch die Popper von vormorgen und heute:
Bißchen chic, bißchen bewußt, bißchen kritisch.
Irgendwie auch offen für Neues,
Also neu auf die Art, daß alt retro ist
Und daß die beste Freundin es auch schon kennt.
Wichtig ist vor allem, daß die Ecken abgerundet sind,
weil das natürlicher wirkt.
Man scheißt ja schließlich auch keine Bauklötzchen.


747 - 18.02.01 at 10:29:23




Eine 747 hat auch keine Ecken und wirkt dennoch nicht natürlich. Wer ist denn, im Unterschied zu "uns" - sehr kritisch, sehr bewußt, sehr chic? Spiegel-Reporter? Sabine Christiansen? Diedrich Diederichsen? Gerhard Schröder? Wie äußert sich das, wenn jemand sehr kritisch ist? In dauerndem, garantiert folgenlosem Verbalradikalismus? Oder wie?


O O Seven at Ocean Eleven - 18.02.01 at 10:54:02





Sehr viel besser lassen sich Schrecken, Trauer und Unglueck erinnern.
Eine Schutzmechanik des Gehirns. Der Effekt der heissen Herdplatte.

An das Glueck habe ich kaum Erinnerung.
Ich kann mich zwar erinnern zu welchem Zeitpunkt ich gluecklich war,
aber der Moment des Gluecks laesst sich in der Erinnerung nicht rekonstruieren.

Manchmal halte ich einen Gluecksmoment an und notiere ihn mir im Gedaechntnis.
Bitte erinnern.
Wie heute morgen. Diesen Moment zu beschreiben waere banal.
Vielleicht versagt deshalb die Erinnerung.

Die gluecklichsten Momente meines Lebens:
Ich war verliebt, keine Frage. Ich lag im Bett, ich hatte Sex.
In anderen Gluecksmomenten war ich zu betrunken, um sie zu erinnern.
Einmal hoerte ich mir beim Reden zu und war beeindruckt von meiner Klugheit.
Das werde ich nie vergessen.

Glueck ohne besonderen Anlass: zu banal zu beschreiben.
Vergessen.

Selbst Tagebuchfuehrung als Gedaechtnisstuetze hilft dabei nicht weiter.
Das Gefuehl versagt sich der Wiederbelebung.

Die Erinnerung ist in das Gedaechtnis eingeschrieben.
Erinnern kann man nur, was sich beschreiben laesst.
Gedanken, die man in jenen Momenten dachte.

Erinnerung ist Denken. Denken ist Sprache.


100 - 18.02.01 at 11:16:02




Morgen beginnt eine neue Woche. Zeit, sich etwas vorzunehmen. Was? Ein Blick aus dem Fenster verschafft Klarheit.


21 - 18.02.01 at 13:01:26




Okay, 21. Du bist mein Guru.


666 - 18.02.01 at 13:36:42





Hey, 747, listen to this:

Oh no love! You´re not alone
You´re watching yourself but you´re too unfair
You´ve got your head all tangled up
But if I could only make you care
Oh no love! You´re not alone

You´re not alone
Just turn on with me,
You´re not alone
Let´s turn on and be.
You´re not alone, gimme your hands,
You´re wonderful, gimme your hands,
You´re wonderful, gimme your hands.


80 - 18.02.01 at 16:59:16




Als ich heute in einer etwas schmuddeligen Strasse in ein Taxi stieg, sagte der Taxifahrer zu mir:

Schöne Gegend hier.
Finden Sie?
Nein, ich finde es schrecklich. (ach so, Ironie)
Was finden Sie denn so schrecklich?
Es macht alles so einen schmutzigen Eindruck auf mich. Die Häuser, die Menschen, alles ist schmutzig.
Ihr Taxi ist aber auch nicht gerade sauber.
Das sind meine Fahrgäste.

Als ich ihn fragte, ob die Schuppen auf seiner Jacke auch von seinen Fahrgästen wären, hat er mich rausgeschmissen.


22 - 18.02.01 at 17:48:40






369 - 19.02.01 at 07:23:29






I'd love to be your mirror
to see your nostrils with some hair
to make your teeth more yellow
I'd love to be your doppelgaenger

I'd make more wrinkles from your laughs
and better eyelash than you do
I'd feel your legs unshaven

And when you push your lips
to make them look Meg Ryans
I'll guard your dreams of hollow men
to make them look like Brian


34 - 19.02.01 * 08:44:58




Balthus ist tot. Ich kann es nicht fassen. Der letzte große Zeitgenosse, fort. Und nun?


25 - 19.02.01 * 10:46:48




Vorsicht. Man denkt so leicht, daß der Montag lang ist. Daß er ja der Anfang ist, die Zeit der Woche schier endlos, man kann etwas anfangen, wieder hinlegen, später weitermachen, vielleicht später. Aber nein. Auch der Montag zählt erbarmungslos. Fange jetzt an. Es gibt keinen Aufschub.


21 - 19.02.01 * 13:27:31




Nu is ja gut.


12 - 19.02.01 * 15:37:43




Ich erinnere mich gerne. Fühlt sich gut an. Fühlt sich an, wie im Bett frühstücken, das Kissen im Rücken, und viel Orangensaft. Eine Freundin, sagte einmal, als ich meine Erinnerung an jemanden pflegte, bis mein Hirn ganz wund wurde, ich sei ein Hund, der immer und immer an seinem alten Knochen nagt. Stimmt aber nicht, mein Trick ist, Vergangenes so ausgehen zu lassen, wie es in Wirklichkeit nicht passiert ist. Sowas wie Realität ist überhaupt und ganz und gar ein grosser Reinfall. Erinnerungen sind nie, was die Wirklichkeit einmal war. Eher ein Aggregatzustand.
Meine Erinnerungen sind Schaumomlettes. Luftzug tut ihnen nicht gut. Kommen meine Erinnerungen in Berührung mit der Wirklichkeit, implodieren sie.
Eklig irgendwie, Erinnerungen tatsächlich zu begegnen. Fast so eklig, wie sich in der U-Bahn auf den noch lauwarmen Platz des Vorgängers zu setzen.

Was ich längst mal fragen wollte. Ich erinnere oder ich erinnere mich. Ist das nun Dialekt oder Methode?


1 - 19.02.01 * 17:32:32





Actually, the correct term is "eyelashes", but I´ll sort of look the other way as you tend to write odd things that I might have written long ago, using my number, at that. Things that I should have written years ago. What did you think? That I would use "34" ever again? You sexy thing.


80 - 19.02.01 * 19:02:57




Liebe 12: So leicht wird man mich nicht los. Was, so solltest auch Du Dich fragen, hat Dir der Dienstag gebracht? War es lohnend, aufzustehen? Wenn nicht, was hat gefehlt, was läßt sich noch hinzufügen? Was macht den Tag zu einem geglückten? Dots and Loops.


21 - 20.02.01 * 18:17:49




Well if I look the other way round I lent you my number from the beginning and then you got a new one, a fresh and chunky 19. Which you kept while also using the sleazy and copperplated 80 to confuse the reader, telling them my eyelashes are out of term . So, beeing the true 34, I now might look like the old 34 having effusions in poor English on purpose.
And thats not the vollstaendige truth you sweet little schnagger.


34+1 - 20.02.01 * 18:53:48




Betrifft: Hippies und Popper

Aber, aber Herrschaften, Damen und Esel!
Hier wird mit Begriffen um sich geworfen, die doch längst bedeutungslos sind oder zumindest nur noch Staffage. Leider, möchte ich sagen, denn das System ist schlau: es hat uns allen die "Freiheit" gegeben, ganz individuell zu sein, jeder darf sich seinen Look zusammenstellen: Hippie oder Punk oder Rocker oder Nazi oder Schriftsteller oder Hausmann oder Tätowierter oder Pornodarsteller oder Antifaschist oder Popper oder Christ oder Kokser oder nimm doch von allem ein bißchen und das bist dann einzig und allein DU.
Allein, darum geht es, das kostet nämlich am meisten Geld. Der hyperindividuelle Single ist das Ziel, denn er wird sich von allen am wenigsten in sozialen Strukturen bewegen, die "Dienstleistungen" und auch Produkte zur Verfügung stellen und zwar: umsonst, kostenlos, gratis, wie soll ich sagen: überhaupt ohne die Absicht, ein Plus zu machen, einfach, weil man miteinander verbunden ist, in einer Art, die jenseits von Geld ist.*
Je mehr solche Strukturen sich auflösen, umso teurer wird's halt und kannst du dir das leisten? Mußt du dir halt Geld besorgen. Mußt du dich eben ein bißchen lang machen, pass auf ich verrate dir mal was: soll ja nicht sein, daß der Mensch gar nicht weiß, wozu er gehört, deswegen - bei aller Wahlfreiheit - gibt es doch noch zwei Kistchen: die Gewinner und die Verlierer. Alles klar?
Und jedem ist sein Plätzchen sicher, an dem er sich einbringen, den Mehrwert steigern und es zu Geld bringen kann. Manche mehr, manche weniger... du weißt Bescheid. Ach, dann doch noch eine Prise Werber und vom Punk lieber doch nicht? Naja ein bißchen was kannst du davon schon lassen, kannst ja noch was Fitnessfreak drauftun, das gleichts dann wieder schön aus. Das kostet dann halt ein bißchen mehr, aber mußt du halt abarbeiten.
Da kann man schon Angst kriegen, Absicherung ist gefragt und die einzige wirkliche Sicherheit, so sagt man, bietet Geld. Der Gedanke ohne Geld überleben zu können wird absurd und die Idee, sich mit all seinen Fähigkeiten ohne Bezahlung - dieses Wort wäre schlimmstenfalls nur noch eine Lautmalerei! - zur Verfügung zu stellen, erscheint so sinnlos wie 1:2=2.
Deswegen: seid doch endlich wieder Popper und Hippies oder was auch immer, tut euch zusammen und sorgt füreinander, ja und meinetwegen: trennt euch von einem teuren Gegenstand. Aber bedenkt mal: teuer, das ist völlig irrelevant.

* An dieser Stelle möchte ich noch eben ein Wort einwerfen, nicht daß es heißt, ich hätte das vergessen: die Rechten.

Das ist alles überhaupt nicht neu, aber komm mir keiner damit und auch nicht mit: Träum weiter, Junge / Mädchen. Deswegen bin auch froh, daß ich hier nicht als mmh-mmh-mmh-mmh erscheine, sondern als Nummer:


81 - 20.02.01 * 19:04:01