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Jetzt wäre eigentlich der Zeitpunkt mit einer pool-Tradition zu brechen und die Zurückhaltung aufzugeben. Jetzt, da es endet, wie es war. Ich bin erstaunt wohin der pool in fast zwei Jahren ging. Von der Idee das Leben um die Kunst zu dokumentieren, zu einer Seite, auf der Texte und Bilder zu sehen waren, die eher abgeschlossen sind und für sich stehen. Mit diesem leichten Touch der unterschwelligen Kommentierung. Ein eigener Stil, der für uns aber hier endet. Der nächste Schritt ist das auszudehnen und gleichzeitig zu bündeln, indem nur einer oder einige zusammen eine Woche den pool für sich haben. Ich hoffe keiner hat sich durch diese Entscheidung überfahren gefühlt. Wir denken an: Erweitern, nicht an: aufgeben. Manchmal hatte der pool Fünfhundert Leser am Tag, manchmal Sechstausend.
Der Stil ist interessant, kurze Texte, Bilder, die in das Format
pool wurde zwar von uns entworfen, aber gemacht haben ihn alle,
Den ganzen Tag geht mir eine Stelle aus einem Brief durch den |
Sven Lager - B. - 01.02.01 at 22:08:48

Ursula Döbereiner Berlin - - 02.02.01 at 14:28:36
1
Plötzlich, weil ich Schließzeiten verwechselt hatte, gehörte der
Nachmittag mir. Ich ging um die neben dem Archiv gelegene Kirche
herum, an deren nagelneuen Taubengittern man die erst kürzlich
abgeschlossene Renovierung erkannte.
2
Auf dem Mariannenplatz krächzten die Raben. Ein Mann ging schnell
darüber, als hätte er es eilig, aus dem Wind zu kommen.
3
Am Eingang der Kirche war ein Schild angebracht. Prof. Adler sei
der Architekt. Ich dachte über Titelnennungen nach, und las die
Einladung, beim Kirchenchor mitzumachen. "Das sieht ziemlich zu
aus!" rief der Mann, als ich mich zum Gehen umwandte. Ja, sagte
ich. Und daß das schade sei. Der Mann kam zu mir auf die Treppe.
Dies sei St. Thomas. Ob ich wisse, wer das gewesen sei? Er erzählte
mir von den anderen Kirchen, also Emmaus und Lazarus und noch
zwei anderen, und daß vor 130 Jahren die Thomasgemeinde über 100.000
Glieder gehabt hätte. Als der preußische König dann Kaiser wurde,
sei alles in die Stadt geströmt, insbesondere junge Leute. "Und
die gingen ja gleich in die Produktion." Sonnabends hätte es vierzehn,
fünfzehn Trauungen hintereinander weg gegeben, und sonntags hätten
die Kinderwagen zur Taufe Schlange gestanden. So sei das damals
gewesen.
4
Übrigens hätte er einen Schlüssel zum Nebeneingang, zur Empore.
Ob ich noch Zeit hätte?
5
Oben zieht er schwungvoll seine Lederkappe vom Kopf und verstaut
sie in seiner Jacke, und es ist klar, das hat er schon hundertausende
von Malen in seinem Leben so getan. "Ich spiel Ihnen mal zwei
Choräle, damit Sie sehen, was unsere Orgel so kann." Den Refrain
von "Komm Herr, segne uns" singe ich mit.
6
Als wir uns verabschieden, stellt er sich vor. "Porittka. Ja,
genau, aus Masuren. Ich war hier drei Jahrzehnte Kantor. Und Sie?"
"Samson", sage ich. "Ach... wie war das noch..." Er streicht sich
über den Schädel mit den kurzgeschorenen grauen Haaren. "Genau",
sage ich. "Dalila." Gleichzeitig machen wir mit Zeige- und Mittelfinger
eine Schere.
Carmen Samson Berlin - - 03.02.01 at 11:45:21
Ich war frisch geschieden, also gerade zu meinem Ex-Mann zurückgekehrt,
als ich den Musiker entdeckte und aufhörte zu beten.
Mein Ex-Mann war auf Arbeit oder sonst was, ich konnte nach Hause
gehen, wann es mir paßte, also ging ich auf diese Party.
Der Musiker lag auf einem Kissen und beachtete niemanden. Mich
auch nicht. Ich beachtete ihn und sonst keinen.
Darling Companion.
Im Laufe der Stunden rückte ich näher. Irgendwann lag ich neben
ihm auf dem Kissen, hielt meine Nase in seinen Atem und sog die
warme, verbrauchte Luft ein. Sie war voll mit Opium.
(Your love is) like a drug.
Der Musiker leckte mir über die Oberlippe, bevor er mich das erste
Mal ansah. Mein Schlüpfer war schon naß, bevor er mich überhaupt
berührte. Sein Schwanz schmeckte wie ein Neun-Volt-Block. Die
Milben verpissten sich.
Faster! - That's alright.
Während wir fickten, ging irgendwann die Musik aus und als wir
fertig waren und ich mich wieder anzog, drückte er mir das Tape
in die Hand.
Zuhause stopfte ich meine fleckigen Kleider in die Waschmaschine
und während ich in die Trommel starrte, hörte ich die Kassette
an.
Am Abend war ich noch immer so fickrig, daß ich es zweimal mit
meinem Ex-Mann machte. Er merkte nicht, daß ich dabei leise sang.
Britta - 05.02.01 at 17:10:41
Vorsicht Literatur!
von Sylvia Frevert
Diese Warnung muss ich einfach nach Lektüre des Buches so provokant
an den Anfang setzen. Mehrfach schrieb ich mir an den Textrand
Bemerkungen wie "Was soll das?", beispielsweise :
"... obwohl ich mich hier nur stumm und dumpf durch die Landschaft
bewege, wie jeder beliebige Tintenfisch oder Triathlet. Hat jemand
schon mal einen Triathleten einen Satz mit mehr als einem Komma
sagen hören? "
Soll ich das komisch finden? Ist das Literatur? Ist das vielleicht
sogar literarische Kunst und ich merke nichts davon?
Für mich ist der Beweis des Autors, dass er sich selbst nicht
zu den seiner Meinung nach sprachlich minderbemittelten Triathleten
zählt und Sätze mit deutlich mehr als einem Komma bilden kann,
einfach nur schrecklich. Der "bessere Mensch" Schröter verunglimpft
aber nicht nur Triathleten, sondern auch ältere Damen...
"Hoffentlich sieht das kein Tierfreund. Der zeigt sie an,' meint
eine Passantin. Das käme mir gerade recht, ein blöder Tierfreund,
der sich aufregt, weil ich meinen Esel schlage, das dumme Vieh."
Leser sagen über Buch:
Liebe Sylvia Frevert,
Beim Lesen der von Ihnen ausgewählten Passagen aus diesem "Schinken"
musste ich wirklich an mich halten, um nicht in Rage zu geraten.
Ich weiß, dass es solche Leute wie diesen Schröter immer geben
wird, und man es oft sehr schwer hat manche Leute bei Tierquälerei
zur Verantwortung zu ziehen. Aber meine erste intuitive Frage,
die ich mir in Gedanken gestellt habe ist:
Kann man Lorenz Schröter, der in einem Buch öffentlich zugibt,
ein Tier gequält zu haben (mehrfache und wohl auch harte Schläge,
siehe Zitat unten, sowie offensichtliche Überforderung des Tieres
bei diesem Unterfangen), nicht auf Grund dessen wegen erwiesener
Tierquälerei anzeigen?
Axel Schwerdtner
P.S.: Ich finde es toll, dass Sie auch so ein Schrottbuch in der
Buchbesprechung aufgenommen haben! Hoffentlich öffnet es vielen
möglichen Lesern dieses Werkes die Augen und veranlasst sie dazu
es NICHT zu kaufen!
Lieber Herr Schwerdtner,
Sie haben da eine sehr interessante Frage gestellt, die ich gleich
mal zuständigkeitshalber an unseren Amtsveterinär weitergegeben
habe, der für Tierschutzangelegenheiten zuständig ist.
Herr Dr. Hollensteiner vom Kreisveterinäramt Detmold erklärte
mir, dass man aufgrund der schriftlichen Äußerungen in dem Buch
durchaus Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft wegen
Verstößen gegen das Tierschutzgesetz erstatten kann. Die entsprechenden
Passagen sind dabei anzugeben bzw. zu fotokopieren mit Quellenangabe.
Eine weitere Rückfrage bei Rechtsanwalt Kai Bemann, Verden, Spezialist
in Rechtsangelegenheiten rund ums Pferd, ergab, dass die zuständige
Staatsanwaltschaft nicht vom Wohnort des Betroffenen abhängig
ist, sondern sich auf den jeweiligen Tatort bezieht.
Dies kann man gut nachhalten, da der Autor seine Kapitel mit Ortsangaben
versehen hat. Mein erstes Zitat "Alles Zerren, Schimpfen, Zureden
und Prügeln nützt nichts ..." ereignete sich 2 km vor Neustadt/Hessen.
Das zweite Zitat "Ich muss sie gewaltig schlagen ..." ereignete
sich auf einem Reiterhof in Niederweimar. Dort wurde der Autor
von der Passantin angesprochen.
Wichtig für die formale Korrektheit einer Anzeige ist auch, dass
die Tat noch nicht verjährt ist. Straftaten gegen das Tierschutzgesetz
verjähren nach 5 Jahren, so erfuhr ich von Herrn Bemman. Der Esel-Trip
durch Deutschland fand 1998 statt.
Vermutlich wird Herr Schröter zur Anzeige befragt werden. Für
das Urteil ist natürlich die Beweislage ausschlaggebend wie die
Staatsanwaltschaft die Beschreibungen des Autors im Buch - quasi
die schriftliche Aussage, diese Taten begangen zu haben - dann
wertet, ist fraglich. Wäre es ein Roman, könnte er sich natürlich
auf den Standpunkt stellen, dass der Inhalt reine Fiktion ist.
Das ist bei diesem realistischen Reisebericht in Tagebuchform
aber sehr unwahrscheinlich.
Sylvia Frevert
Aus: www. Pferdezeitung.com/b146
Lorenz Schröter Berlin - - 07.02.01 at 13:56:00
Ah, endlich. Der neue Pool. Lange mußte ich hierauf warten.
34 - 07.02.01 at 18:50:50