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pool #71 01.12.-08.12.2000
pool #70 / pool #72
I'm informed, I'm entertained, I'm infotained. I'm okay. I'm informed, I'm entertained,
I'm infotained. I'm okay. I'm informed, I'm entertained, I'm infotained. I'm okay. I'm
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infotained. I'm okay. I'm informed, I'm entertained, I'm infotained. I'm okay. I'm
informed, I'm entertained, I'm infotained. I'm okay.
Abb.: Ken Adams War Room
Andreas Neumeister, Mjunik - - 02.12.00 at 00:15:19
Moderne Kleidung III
Sozialverträglichtierfreikostengünstigelegant
Liebste!
Ich wünschte, du würdest mich anfassen.
Und du würdest es tun, wenn ich ein Fell hätte, ganz sicher. Ein dichtes, weiches Fell.
Unverfänglich wäre das, denn wer könnte es nicht verstehen, daß du deine Hand nach mir
ausstreckst, deine Finger in meinem Bauchflausch vergräbst, dein Gesicht auf meinen
Pelzrücken legst, du meine plüschigen Beine gegen den Strich und wieder glattstreichst.
Meine nackte Haut zu berühren ist unmöglich, ein Skandal, deshalb streichelst du an
meiner Stelle die Katze oder den kleinen Hasen und siehst mir dabei in die Augen. Und wenn
du mir ein Glas Wasser reichst oder den Joint, berühren sich unsere Finger.
Ich verfluche die Evolution.
Dein
brtt hmbrg - - 03.12.00 at 00:08:38

Jan Wenzel - via mail - 03.12.00 at 14:51:46
Sie hieß Kaemmerer und siezte ihre Eltern, den Besitzer des Hochhauses und seine
Freundin. Die Freundin war, glaube ich, ihre Mutter, jünger als ihr Freund und blond wie
Anja. Ich war auch blond. Beide waren wir blond. Auf den Geburtstagsfotos sehe ich sie und
mich nebeneinander sitzen. Schimmerndes Weizenblond. Wir hatten uns viel zu sagen und
schworen uns im Treppenhaus zu heiraten. Jedenfalls in diesem Jahr. Aber zu ihnen in die
Wohnung durfte ich nicht. Sie war schon, auf ihre Weise, auch nur ein Gast. Ihre Mutter
war Stewardess, glaube ich. Chrismas-blond. Anja und ich sehen uns auf den Bildern
tatsächlich ähnlich. Ich kann mir nicht vorstellen wie sie später als Mädchen und dann
als Frau aussieht, so wie sich keiner anhand der Fotos vorstellen kann, daß ich das bin
auf den Bildern. Nein, der rechts. Sie hat den Arztkoffer und das Stethoskop aus weißem
Plastik in der Hand.
Ich sollte auch nicht klingeln bei ihnen. Wir trafen uns auf der Treppe zwischen neuntem
und zehntem. Da waren Glasbausteine statt Fenster. Milchiges Licht. Sie hatte ihren
Goldfisch dabei in einer Tüte und ich meine Schildkröte.
Weiß ich noch einen einzigen Satz, den wir uns gesagt haben? Nein. Alle Bilder aus dieser
Zeit machen auf mich einen milchigen Eindruck. Die zwei Goldhelme.
Später wuchsen wir auf im gestochen scharfen Zeitalter des Silber. Deshalb dachte ich
heute kurz, vor den mit schwarzem Papier abgeklebten Scheiben des Kaufhauses, die mit
funkelnden Sternen und Glitter geschmückt waren: Wie sah sie aus dann? Ich stellte es mir
vor, während ich den großartigen Satz las, der mit Spiegelpailletten über dem Eingang
geschrieben stand:
HAPPY GLITZMAS !!!
Sven Lager - B. - 03.12.00 at 16:46:52
Imagine all the people - living life in peace. Juhu! Huhuhu. You may say I'm a dreamer.
But I am not the only one.
Moritz von Uslar, München - 04.12.00 at 12:14:20
A beautiful day.
Das Manuskript ist fertig.
Es gibt nichts Schöneres auf der Welt.
Eckhart Nickel Heidelberg - - 04.12.00 at 13:26:02
Ich frage mich, warum meine Mutter so weiße Haare hat. Als ich erfahre, daß sie schon 70
ist, bin ich schockiert, das ist ekelig. Können wir nicht irgendwo was trinken gehen? Ich
will nicht in so einem vermoderten Haus bleiben. Meine Mutter lächelt aus dem Fenster und
guckt mich nicht an, weil ihre Augen voller Tränen sind. Dann streichel ich ihre weißen
borstigen Haare, sie fühlt sich an wie ein Esel und das sage ich: Guckt euch den braven
Esel an. Ich glaube, jemand hat mich auf der Couch festgeschraubt, weil ich ja eigentlich
gar nicht hier sein will, ein Bier wäre mir am liebsten. Meine Mutter lächelt immer noch
aus dem Fenster. Wir reden nicht viel miteinander, weil wir sowieso alles übereinander
wissen. Zum Beispiel: In Hugos Bart wohnen kleine Menschen. So ist das heutzutage. Kann
ich jetzt gehen? Meine Mutter fragt mich, ob es mir nicht gefällt bei ihr. Jaja hier ist
es schön. Uns geht's so gut wie einer Pflanze ohne Wasser. Immer noch der gleiche.
Natürlich, wer sonst, du stellst dumme Fragen. Die Tränen sind wieder zurückgekrochen
in ihre Augen und sie fragt: Nimmst du denn auch immer schön deine Tabletten? Die gute
Mama! Sie denkt, ich bin noch ein Kind, sie ist eben ein bißchen verrückt. Gute, gute
Mama! Wo ist denn der Herr Vater? Da springen die Tränen plötzlich doch aus ihren Augen,
sie sind wie die kleinen Menschen in Hugos Bart, man kann ihnen nicht trauen. Reiß dich
zusammen Mama! Ich drohe ihr mit dem Finger. Ich weiß nicht, was sonst passiert. Ich mag
das nicht. Warum hast du so weiße Haare? Du alter Esel, du dummer. Ich sags dem Vater.
Ihr Kopf wackelt und immerzu sagt sie: Ach, ach. Mach jetzt die Schrauben los, ich will
gehen. Mach die Schrauben los! Jaja, geh du nur und sie fragt das Fenster: Warum? Warum?
Warum? und sagt: Ach, ach, ach! Du dummer, braver Esel mit dem borstigen Haar, verstehst
eben nichts von der Welt.
brtt hmbrg - - 05.12.00 at 13:14:40
Es schien uns beiden nie richtig, zusammen Kinder zu haben - Ich denke, wir beide wussten
das. Ich denke nicht, dass es etwas war, das wir in einem aktiven Sinne wussten, aber die
Tatsache, dass wir uns noch immer nicht danach fuehlten, heiraten zu wollen und Kinder zu
haben - tatsaechlich ohne uns danach zu fuehlen, dass wir diese Dinge nicht tun wollten,
aber ohne sie zu tun - liess uns denken, dass etwas fehlen musste.
Liz Hurley London - - 05.12.00 at 16:52:42
Er trägt einen ölverschmierten, roten Overall. Und begleitet mich ein Stück, weil man
auf dem Betreten-verboten-Weg zwischen Schrebergärten und Industriegebiet ein Eisentor
anheben muß. Schaff ich nicht alleine. Er öffnet mir das Tor, Hunde bellen, sagt:
"Ich warte vor dem 'Pentagon' auf dich." Gibt mir sein Portemonnaie, geht, ich
kneife die Augen zusammen, seit über zehn Jahren versuche ich, seinen Gang zu verstehen.
Bei jedem Schritt hinter dem Tor schlagen meine Schnürsenkel abwechselnd rechts und links
in den Matsch. Helle Wildlederschuhe. Es riecht nach Pferden. "Goa" heißt das
Musical, russisches Multimediaspektakel mit weißen, brauen und schwarzen Pferden. Mag
keine Pferde und stehe mitten im Goa-Lager, der Saum meiner Hose im Schlamm,
Dezemberwärme, Sonne. Hinter den Ställen zwei Reihen weiße Wohncontainer für die
Artisten. Aus den mit Decken und Tüchern verhängten Fenstern weint russische Popmusik.
Vor einem der Container fließt ein milchiger Waschmittelbach. Oben schreien Möwen.
Fremd, und ich brauche ein russisches Teeservice. Nicht für mich. Ein Teeservice zwischen
Wohncontainern. Ich seh sie an, die Container. Ich kann nicht wohnen. Nicht nur, weil ich
keine Möbel mag, ist keine der Wohnungen, in denen ich gelebt habe, je meine geworden.
Die Frau, die das Service verkaufen will, zwischen Pferden und Containern, nennt den
Preis, und obwohl ich kein Russisch kann, verstehe ich, daß er zu hoch ist. Nehme
trotzdem das Portemonnaie, ziehe Scheine aus den Taschen der Jeans, des Mantels, ein
Stapel Scheine, aber nicht genug. Mehr als 100 DM kann ich nicht runterhandeln, und so
reden wir noch ein bißchen, sie in ihrer Sprache, ich in meiner. Stelle mich dabei in den
Waschmittelbach, stecke die Hände in die Hosentaschen, die Möwen segeln rum, leise,
lautlos jetzt, und ich frage mich, ob das Gitter wohl noch offen ist.
Kathrin Glosch, Halle/Saale - - 05.12.00 at 23:24:18
BUTTER SUGAR FLOUR EGGS
Heute besuchte uns eine Literaturagentin aus Zürich. Was mich erstaunte: Sie sah extrem
jung, hübsch und fernsehtauglich aus. Sie glich der Sängerin Christina Aguilera. Was mir
noch auffiel: Sie lächelte nie. Ich fragte dann, wieso sie mit knapp Zwanzig bereits
Literaturagentin sei. Sie antwortete nicht. Sie lief einfach in Schönheitszeitlupe durch
meinen Arbeitsraum, strich sich aguileramässig das blonde Haar aus dem Gesicht,
deponierte eine goldene Visitenkarte auf meinem Schreibtisch und summte zum Abschied
irgendwie sehr entspannt:
I AM THE WALRUS
Tom Kummer Los Angeles - - 06.12.00 at 06:11:53
DigiScan 1:
In der Drogerie fällt mein Blick zufällig auf ein Produkt: Es handelt sich um 20
Lutschtabletten in den zwei Farben Orange und Lila, sie sind in einer durchsichtigen
Hängepackung angebracht, die man, wie Rasierklingen, vom Metallbügel nach vorne abziehen
kann. Schwarz auf Weiß steht Multivitamine für Kinder darauf. Darunter sind Max und
Moritz gezeichnet, mit jeweils einer sehr roten Schnapsnase. Die Firma, die das ganze
herstellt, heißt Abtei. Während ich mich frage, warum mich das Aussehen der Tabletten so
beschäftigt, bemerke ich erst die marmorierte Struktur der Pillen, was einen zunächst an
verdorbene Ware, aber eigentlich ebenso an eine Hochglanzreportage über Rauschgift im
Stern denken läßt, wo dann die Ecstasy-Pillen in einer 3D-Optik sich aus der weißen
Kastengrafik herausstülpen und dem Leser entgegenfallen. Und wie bei diesen Exponaten
sind die Konterfeis von Max und Moritz darin eingestanzt. Zusammen mit dem Firmennamen,
dem Bild und rückseitigen Dosierungsanleitung (10 Jahre und älter: 4 Tabletten pro Tag)
hat das ganze die perfekte Anmutung einer gelungenen TITANIC-Scherzerfindung.
So in etwa Clubgespräch:
"Was sind'n das für welche?"
"Max und Moritz, ganz neu, super Optik."
"Ach so, gib mal zwei."
Den Kirsch Tabletten ist Rote Beete Pulver beigefügt.
Eckhart Nickel Heidelberg - - 06.12.00 at 19:46:55

Jan Wenzel - Leipzig - 06.12.00 at 23:46:44
www.badjens.homepage.com
Christian Kracht & Tirdad Zolghadr &Tina; Obladen Bangkok, Thailand - - 07.12.00
at 18:07:23

Ursula Döbereiner - 07.12.00 at 20:20:51
STARFUCKER
Heute sass ich mit Henry zum Lunch im "Farmers Market" - das ist eine
siebzigjährige Hollywood-Kulisse, die europäische Dorfmarkt-Atmosphäre vorspielt.
Einige Meter von meinem Tisch entfernt sass der Regisseur Peter Bogdanovich - mit seiner
greisen Mutter - und löffelte Gerstensuppe. Ich liess mich nicht ablenken: Im Feuilleton
der Süddeutschen Zeitung hatte ich einen total lesenswerten Text von Michael Althen
entdeckt. Es ging um "Wo hört der Spass auf, wo fängt die Kunst an." Mir fiel
besonders jene Stelle auf, wo es um eine Arbeit des L.A.-Künstlers Paul McCarthy geht -
die Installation "The Bunkhouse": ......."Auf Schienen steht eine knallrot
angemalte Hütte, in der vier Puppen ihr Unwesen treiben. Zwei liegen im Stockbett, zwei
befinden sich in der Mitte. Die eine mit einem Hundegesicht vögelt im Stehen einer
knienden Nackten mit einem metallenen Bolzen ins Auge.....
..."Womöglich hat es seinen Grund, warum diese Arbeit im amerikanischen Katalog
ausgespart wurde - in Übersee ist man dafür einfach noch nicht bereit.".......
"Im Grunde verhält es sich mit der modernen Kunst wie mit Medikamenten - ohne
Beipackzettel ist man völlig ratlos, wie man mit ihr umgehen soll. Bei Fragen wenden Sie
sich an Ihren Galeristen oder Kurator......"
Warum ich das alles erwähne? Keine Ahnung. Vielleicht weil McCarthy für seine umfassende
Werkshow - die hier schon seit einigen Wochen läuft - einen "Beipackzettel"
erfunden hat. Als Besucher des "Geffen Contemporary Museum" wird man von einem
Menschen überrascht, der eine perfekte McCarthy-Maske trägt (es ist der Schriftsteller
Benjamin Weissman) Er spaziert an "Obzönitäten" und "Ferkeleien"
vorbei und erzählt - wie ein Märchenonkel - dem schockierten oder erheiterten
L.A.-Publikum, um was es beim Bäume/ Puppen/ Augen/ Erde / Zwerge / Gretchen/ Ziegen/
Disney-"Ficken" wirklich geht. (Nicht dass dabei viel gewonnen wäre: Es sind
abstrakte Erklärungen, bei denen die meisten Besucher bloss aufatmend und einverständig
nicken)
Um was es wirklich geht?
In "übersee" wird man gezwungen, die Ratlosigkeit zu überwinden.
Um was es sonst noch geht?
Wie schön das eigentlich ist, SZ-Feuilleton weltweit immer aktuell lesen und kommentieren
zu können. In der Kombination mit Gerstensuppe und Bogdanovich erfasst so ein Moment
totemähnliche Bedeutung.
THANKS FOR LISTENING (and please recycle!)
tkla - 07.12.00 at 23:09:38
Delfin: "Mensch gut"
Mensch: "Warum Mensch gut?"
Delfin: "Mensch weich"
Ingo Niermann London - - 08.12.00 at 15:18:19