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pool #72 09.12.-16.12.2000
pool #71 / pool #73
Troublemakers: Awake.
Adventskalender: All visited links expire after 14 days.
Eckhart Nickel Heidelberg - - 09.12.00 at 11:26:27
Topthemen der Woche:
1. Feminismus
2. Teheran
3. Alkohol
4. Revolution
"I disapprove of the system, hence the hairstyle."
Eva Munz Bangkoque - - 10.12.00 at 11:02:42
Kommt der Wahnsinn über einen wie eine schwarze Welle?
Ist er ein Privileg der Rücksichtslosen?
Oder ist der Wahnsinn ein allgegenwärtiger Zustand, den nur manche bemerken und andere
nicht?
Vielleicht ist er die langweiligste aller Sünden.
Darüber und über die Fähigkeiten, die man sich seit der Kindheit wünscht, über die
Romantik und die Sentimentalität in den Städten, über all das: morgen an dieser Stelle
mehr.
Kryptische Erinnerungen: Korkenzieher vs. Flaschenöffner
Sven Lager - B. - 10.12.00 at 21:17:02
03 Uhr 17. Der Himmel war wie Tinte, in der Rinderlebern schwimmen. Die Menschen schliefen
bis auf den betrunkenen Schornsteinfeger, der an einer Bushaltestelle saß und weinte. Er
trug noch seine schwarze Kluft und sein Zylinder lag neben ihm auf der orangefarbenen
Sitzschale. Er sagte mir, ich solle ihn anfassen, das würde mir Glück bringen.
Britta - 11.12.00 at 12:48:08
Diese Widerstaende. Alles geht so langsam. Die Materie sperrt sich.
Antje Majewski Londra, brutta Londra! - - 11.12.00 at 18:02:38

Jan Wenzel - Leipzig - per mail - 11.12.00 at 19:28:07
Was ist jetzt mit dem Wahnsinn? Keine Ahnung. Ich bin nicht wahnsinnig. Ich habe Mal in
meiner Familie herumgefragt, ob es Fälle von Wahnsinn gegeben hat, Irrsinn,
Eigenbrötlerei. Nichts. Altersschwachsinn vielleicht, aber da stelle ich mir, jetzt eher
unwahnsinnig, vor, daß ich dann im Alter doch lieber wahnsinnig als schwachsinnig werde,
nur dann ist es egal, weil man es nicht mehr so merkt.
Ich kenne einige, die haben Angst wahnsinnig zu werden. Sie wünschen es sich auch ein
bißchen, weil dann ist die Angst vorbei. Vielleicht denken sie auch dann wären sie vor
dem Nachdenken über den Wahnsinn gefeit, so wie man im Wald den Wald nicht mehr sieht.
Nun, das ist falsch. Der Wahnsinn reift ja in einem und irgendwann fängt er an zu
riechen. Er kommt Schritt für Schritt.
Darum wünschte ich mir seit meiner Kindheit nichts sehnlicher als ein Exzentriker zu
sein, denn ein Exzentriker wird nicht wahnsinnig, er fände es albern. Ich bitte also
Gott, die Götter, Geister, wer auch immer mein Schicksal bestimmt, mich zumindest im
Alter noch einen Exzentriker werden zu lassen. So fern ich mich jetzt auch davon glaube.
Ich möchte den Irrsinn, den ich in mir spüre, nutzen zur Unterhaltung meiner Freunde.
Ja, er ist da. Ich hatte schon als Kind Träume, in denen ich mich selbst verlassen habe,
eher ein Gefühl, so wie im Traum auch die Einsamkeit einen flauen Geruch haben kann.
Aufgewacht bin ich jedes Mal mit einem Wort: Lego.
Da war dieses ungarische Caféhaus. Es war über und über Barock und ich saß da mit
einem Notizblock und einem Stift und war glücklich. Meine Gedanken waren klar. Ich war
17. Es hat sich einiges geändert. Einige Jahre liebte ich noch das Schwülstige,
Fieberhafte um mich herum, schreiende Farben, sinnlose Schnörkel. Sie haben mich
beruhigt. Und auf einmal war es umgekehrt. Das Reizlose macht mich jetzt glücklich, das
Fade, die Gleichmäßigkeit.
Vielleicht ein Hinweis auf die eigene Schnörkeligkeit, die zahlosen Umwege, die ein
Fieber in mir hinterlassen haben könnte. Ich hoffe nicht. Noch mehr als das Karge
Corbusiers beruhigt mich die Schlampigkeit der Tropen, das Amorphe der arabischen
Architektur, die Rundungen des modernen Betons.
Wirklich, ich war beruhigt, als ich einem Gast aus Teheran Bangkok als so angenehm
unromantisch beschrieb und er sagte, das liebe er auch so an dieser Stadt. Wir waren uns
einig selbst romantisch zu sein, vielleicht sogar sentimental.
Teheran sei genau so, sagte er und ich sagte Berlin auch. Eine wunderbar unromantische,
reizlose Stadt. Darum schreibe ich hier B. statt Bangkok oder Berlin. Sie sind sich in so
vielem gleich. Ihre Fadheit erregt mich, angenehm.
Ich überlege nur ob die Fadheit jeden noch so geringen Zug des Wahnsinns in mir fördert.
Ich dachte das heute in einer tobenden, engen Menschenmenge in einem Kaufhaus, ich dachte
es, während ein Stück von Westlife dröhnte, ein Lied von dem Babe, dessen Namen ich
vergessen habe, das aber immer noch 17 ist und weltberühmt und ein Song von Robbie
Williams, der ganz sicher Pickel hat auf dem Rücken. Gleichzeitig. Ich ließ mich
treiben, denn bei einem bin ich mir sicher, der Wahnsinn ist die ödeste Sünde der
Einsamkeit.
Sven Lager B. - 11.12.00 at 19:30:19
Above: Sally Randall, guardian of the Palladium door
Opposite top: Artbreaking - Upstairs in Palladium
Opposite bottom: Arthur Weinstein (center) and David Knapp (left) in the splendor of the
World
was ist aus Sally Randall eigentlich geworden?
Andreas Neumeister - 11.12.00 at 23:32:30
Wer Exzentrik sucht, wähle ein Konzert der ungeschlagenen Pop-Band Sparks. Er gehe hin,
trink seine zwei, drei Biere im Nadelstreif und amüsiere sich, bewege sich, erkenne, daß
selbst die großen Pet Shop Boys alles hier gelernt haben, wippe im Takt, verehre das
"Beat the clock", singe "When will I get to sing 'My way'" mit, begebe
sich danach hintendrein mit einem Freund in die Bar Eins, trinke einen "Pick me
up" und sage mir, was fehlt.
Ich bleibe die Antwort schuldig.
Eckhart Nickel Heidelberg - - 12.12.00 at 01:49:02
Bausteine zu einer Theorie des Exzentrischen 1:
"Wer ästhetisch lebt, dessen Stimmung ist immer exzentrisch, weil er sein Zentrum in
der Peripherie hat. Die Persönlichkeit hat ihr Zentrum in sich und wer sich nicht selbst
hat, der ist exzentrisch."
Sören Kierkegaard, Entweder-Oder
Eckhart Nickel Heidelberg - - 12.12.00 at 09:41:53
Schon als Kind war ich davon überzeugt, daß ich die einzige war, die normal
funktionierte. Für meine Eltern und Geschwister, meine Klassenkameraden und den Rest der
Welt empfand ich freundliches Mitleid. Meine Lieblingsfarbe war gelb.
Nur Verrückte tragen gelb, raunzte eine Frau letzte Woche bei Aldi, als es Skirollis für
12,98 DM gab. Es waren nur noch gelbe oder welche ab Größe 44 übrig und sie sah mich
mißtrauisch von der Seite an. Dabei ist inzwischen rot meine Lieblingsfarbe. Aber all die
Wahnsinnigen tun mir immer noch leid und ich mag sie wie ein Gärtner seine Rosen.
Britta - 12.12.00 at 11:20:45
Nein, nein. Wie ein Gärtner die Raupen mag.
Britta - 12.12.00 at 11:47:33
Als nach der Beerdigung meiner Tante Felicitas ihr Nachlaß aufgeteilt werden sollte,
hatte die Frau meines Onkels Beat angeregt, daß der Hausrat auf uns Jüngere, die
Studenten, übergehen sollte. Die "eigentlichen Erbstücke", wie meine
angeheiratete Tante sie nannte, und womit sie den Schmuck und das Silber meiner Tante
meinte, sollten unter den Geschwistern aufgeteilt werden. Über die Bücher und
Schallplatten könne dann anschließend gesprochen werden.
Mein Onkel Beat brummte leise, eigentlich war es nur ein Murmeln, daß nach der Beerdigung
seiner Mutter die "Angeheirateten" einen Spaziergang gemacht hätten und bei der
anschließenden Aufteilung nicht dabei gewesen wären. Seine Frau blickte ihn scharf an,
nahm die Schnapsflasche aus dem Gefrierfach und die silbernen Schnapsbecher und sagte ihm,
er solle mitkommen, sonst gäbe es gar nichts.
Aus der Bibliothek meiner Tante Felicitas drang danach nur noch die Stimme ihrer
Schwägerin. Meine Mutter, Dorothea, war ohnehin schon seit langem verstummt, und Onkel
Beat bald ruhiggestellt. Ihre Schwester Dolores, die älteste, war lange vor meiner Tante
Felicitas gestorben, und der letzte, geheimnisvolle Onkel, dessen Name nie erwähnt wurde
und von dem wir daher auch nur gerüchteweise wußten, war sowieso nicht gekommen.
Wir Jüngeren machten uns über die Schränke im Schlafzimmer her, in denen zu unserer
Kinderzeit auch die Spielsachen untergebracht waren. Meine Tante Felicitas war mit den
Jahren immer schwerer geworden, hatte aber, wie wir feststellten, ihre alte Garderobe
nicht weggegeben. Taftabendkleider im Püppchenstil, Schneiderkostüme, Pulloverkleider,
merkwürdig ausbeulende, architektonisch raumgreifende Kostüme. Meine Cousinen, die alle
zierlich waren wie der ganze Rest unserer Familie, versuchten kichernd, zu zweit in eines
der Kleider späteren Datums zu steigen.
Meine Vettern lagen auf dem großen Bett meiner Tante, zwischen sich den Inhalt der
Legokiste ausgebreitet. "Das hab ich gebaut, als ich eine Woche hier war. Als Fränzi
kam." "Weißt du noch, wie wir uns wegen der Rennautos so gestritten haben, daß
ich dir eine blaue Nase hauen mußte?"
Ich hatte unten in einer Kommode, neben dem Regal mit den Kinderbüchern,
Weihnachtsschmuck entdeckt. Unmengen. Winzige Messingornamente, mit roter Seide bespannte
Kugeln, golden bestickte rote Samtherzen, Paillettensterne, Samträhmchen mit uralten
Bildern von uns Vettern und Cousinen, Troddeln aus Glasperlen. Ich ließ deren Schnüre
einzeln durch die Finger gleiten und erinnerte mich, wie es war, von meiner Tante
Felicitas vorgelesen zu bekommen.
Egal, wo sie sich gerade befand oder was sie tat: man konnte immer mit einem Buch kommen.
"Das soll's sein, mein Schnuffel?" fragte sie. Ein Nicken reichte. Auf
ihrem Schoß konnte man entscheiden, ob man sich mit dem Rücken an ihren Brustkorb lehnen
oder lieber seitlich verkantet auf einem ihrer Beine sitzen wollte. Als ich noch kleiner
war, lag mein Kopf auf der Höhe ihres Herzens, und ihre im einen Ohr dunkel gewordene
Stimme untermalte ein Pochen, das den vorgelesenen Worten einen eigenen Rhythmus und
vielleicht auch eine neue Bedeutung verlieh.
Später erzählte ich meiner Tante, wie meine Professorin, eine ähnlich große, resolute
Frau wie sie, uns das Metrum des Nibelungenliedes beigebracht hatte, indem sie im Takt mit
der flachen Hand auf das Buch schlug. "Nur so verstehen Sie das Prinzip des betonten
Strophenschlusses! Lesen Sie laut! Und lesen Sie erst dann Beyschlags Altdeutsche
Verskunst."
Meine Tante fragte nach Kriemhilt. Waren es vierzehn Jahre gewesen, die sie geweint hatte?
"Ir wat was vor den brüsten von heizen trähen naz", murmelte sie. Aus dem
Fenster schauend, fragte sie, ob ich das verstehen könne? Und ohne meine Antwort
abzuwarten, sagte sie: "Ich schon." Sie holte Luft, und es schien, als hätte
sie mich vergessen. "Noch nicht einmal ein Bedauern. 'Das ist deine
Entscheidung', hat er gesagt."
Weiter war sie damals nicht gekommen, denn mein Onkel Beat war ins Zimmer getreten, wie
jetzt auch, und hatte laut gerufen:"Ja, wo bleibt Ihr denn alle? Essen hält Leib und
Seele zusammen, und Trinken auch. Also -" Bevor er diesmal weitersprechen
konnte, fielen meine ganzen Vettern und Cousinen im Schlafzimmer ein und riefen im Chor:
"Auf die Liebe, auf das Leben!", und es war mir, als mische sich auch der
rauchige Alt meiner Tante Felizitas unter ihre Stimmen.
Carmen Samson Berlin - - 12.12.00 at 12:39:44
Ich kann beim Metzger Weiß in der Sendlinger Strasse jetzt nicht plötzlich sagen:
"Bitte zwei Käsesemmeln." Nach all den Wurstsemmel-Jahren. Ich gehe da jeden
Morgen hin. Ich hab es mir vorgestellt, bin es, bildlich, durchgegangen im Kopf, und es
stellte sich raus: Nein, nicht möglich. Zu Peinlich. Den Blick, der dann da kommen muss,
den KOMMENTAR im Blick, die Enttäuschung der großen, starken Metzgerfrauen, dass da
wieder einer mickrige, klitzekleine BSE-Angst hat - den möchte ich mir nicht geben. Den
packe ich leider nicht. So muss es doch eigentlich jedem vernünftigem Menschen gehen.
Nicht die BSE-Angst ist das Thema dieser Tage, sondern, wie immer, jeden Tag, die
Menschenangst.
Moritz von Uslar, München - 12.12.00 at 16:14:22
So gesehen, nach Kierkegaard, bin ich sehr exzentrisch, denn ich bin stets in meiner
Peripherie. War nicht ich es, der Geruchsempfindungen schon als Kind den Gedanken
überlegen fand? War nicht ich es, der sich schon in der Schule selbst beobachten konnte
beim Lügen? Wären da nur nicht diese Augenbrauen. Ich beobachte schon seit längerem das
Buschigwerden meiner Augenbrauen. Und wen sehe ich dann vor mir: Nietzsche! Wie er sich
mit wirren Borstenbrauen über den Prototyp der Schreibmaschine beugt, den er erfunden
hat. Es sieht aus wie ein Nadelkissen mit einer Tastatur statt Nadeln. Er konnte ja seine
eigene Handschrift nicht mehr lesen. Wie ich! Und Nietzsche war eindeutig wahnsinnig.
Erst heute habe ich für meine Mutter eine kurze Wegbeschreibung auf einen Prospekt
gekritzelt und schon als sie nachfragte, konnte ich es nicht mehr entziffern!
Das kommt von meiner Menschenangst. Daß sie etwas in meiner Handschrift lesen könnten.
Von meiner Menschenpanik her gesehen würde ich mich natürlich auch wieder für die
Wurstsemmel entscheiden. Gerade jetzt! Auch weil ich zu den Menschen gehöre, die im
Verborgenen weiterhin glauben, daß nur der Verzehr von Fleisch einem die nötige Rohheit
gibt, mit der man den Menschen begegnen muß.
Wer möchte schon mitten in der Nacht aufwachen, mit Schweißperlen auf der Stirn, und nur
diesem Namen auf den Lippen: 'Britney Spears!'
PS: Ich habe heute endlich beschlossen etwas dagegen zu tun: Entweder ich kaufe mir
endlich, endlich, endlich das Cindy Crawford-Workout-Video, das mich seit Monaten an den
Monitor über der Dessousabteilung fesselt.
Oder ich nehme von nun an nur noch weiße Nahrungsmittel zu mir, wie es schon der große
Eric Satie vor mir getan hat.
Sven Lager B. - 12.12.00 at 20:53:07
Und nicht zu vergessen: Ganz herzlichen Dank an Jan Wenzel in Leipzig, für seine
wunderbare Reihe.
+ Please check 'the Buch'
always yours: doppelgaenger - 12.12.00 at 20:59:52
Topthemen der Woche:
-Sex-Falle
-Fick mich
-Fick-Gans
-Artistide
Rebecca Casati München - - 13.12.00 at 10:24:15

Martin Fengel - München - 13.12.00 at 17:39:53
Meine Top-Themen der Woche:
1. Yopo Brunheim
2. Ripoff
3. Zeitdruck
4. Der Himmel über Deutschland (15°Celsius).
5. Rebecca
6. Nobody's perfect
7. Kirschholz
Eckhart Nickel Heidelberg - - 13.12.00 at 23:20:40
MY SWEET WURSTSEMMEL
Wenn man mich fragt, was die häufigste Ursache für Wahnsinn sei, würde ich ohne Zögern
versichern:
UNRECHT
Tom Kummer Palm Springs - - 13.12.00 at 23:50:33
Status Quo Vadis?
Das fragt allen Ernstes die Heinrich Böll Stiftung.
Und: Wie politisch ist die Popkultur?
Stadt: Stuttgart.
Ort: Haus der Architekten.
Zeit: 21 Uhr.
Mit Feridun Zaimoglu, Dirk von Lowtzow, Niombo Lomba, Jan Joswig, Ruprecht Podszun,
Eckhart Nickel.
Kommet zuhauf. Wir werden sehen.
Eckhart Nickel Heidelberg - - 15.12.00 at 17:29:43
Mein Top-Thema der Woche:
Helmut Krausser, in einem Goofy-Kostüm.
Christian Kracht Bangkok, Thailand - - 15.12.00 at 19:05:17
Boys in the hood - Girls in the mood
Was verbirgt sich jetzt hinter der Trennung von Babs und Boris?
Sie hat ja kein eigenes Konto, nur Kreditkarten.
Ist Boris in die Sexfalle gegangen?
Sabrina Setlur saß bei der Bambiverleihung drei Reihen hinter ihm. Er kam allein.
Lesen sie jetzt die Anklageschrift!
STARDOM. Stellen wir uns vor Boris Becker wäre derjenige gewesen, der durch geschickte
Verunsicherung der deutschen Aktienmärkte Gewinne daraus zur Entschädigung der
ehemaligen Zwangsarbeiter bereitgestellt hätte. Oder er hätte DEN Deutschen
Nachwenderoman geschrieben.
Stellen wir uns vor Jenny Elvers wäre die Deutsche Aimeé Mann. Und Zlatko der neue
Fassbinder.
Ich würde mein Glas für sie erheben. Ich wäre bereit für den STARKULT.
Abb.Modestrecke: Dünnes Model mit Weihnachtsmannmütze, das sich Kinderzigaretten auf dem
Arm ausdrückt.
Sven Lager B. - 15.12.00 at 19:29:57
die Verengung des Popbegriffs auf Massentauglichkeit und Unterhaltungswert verengt den
Popbegriff auf Massentauglichkeit und Unterhaltungswert
die Verengung des Popbegriffs auf Dissidenz verengt den Popbegriff auf Dissidenz und hilft
auch nicht viel weiter
Norbert N. sagt: Pop ist eine geniale Erfindung des Kapitalismus
Norbert N. sagt: Ich brauche Pop nicht mehr
Norbert N. sagt: Pop ist nicht mehr unschuldig
zu Norbert N.: Pop ist nie unschuldig gewesen
Pop ist Kommunikation. Selbst noch das winzigste Popgedicht will kommunizieren. Pop ist
Kommunikation, die sich über Kommunikationsverbote lässig hinwegsetzt. Pop ist
Kommunikation, die Inhalte kommuniziert, die sonst nicht kommuniziert werden würden. Im
Idealfall ist Pop subversiv. Im Idealfall ist Pop populär. Im Idealfall ist Pop populär
und subversiv zugleich. (Im Idealfall ist Pop subversiver als man auf den ersten Blick
erkennt.) Im Idealfall tritt der Idealfall tatsächlich ein. Im Idealfall kommt klasse
Musik in die Charts. (Ich freue mich immer, wenn klasse Musik in die Charts kommt.) Im
Idealfall kommt klasse Kunst unters Volk. (Ich freue mich immer, wenn Kunst unters Volk
kommt.)
wie politisch ist die Böll-Stiftung?
zu Norbert N.: Pop hält mehr Widersprüche aus, als man denkt
Abb.: Hubert Fichte vor dem Palais d'Amour, HH
Andreas Neumeister, Mjunik - - 15.12.00 at 19:59:12
Ich weiß nicht ob das Glück einen Namen hat, aber es hat zwei Räder und macht singende
Geräusche auf dem Asphalt.
On the road again, da werden wir uns wiedersehn.
Lorenz Schröter Habana, Cuba - - 15.12.00 at 21:22:41
Ich weiß nicht ob das Glück einen Namen hat, aber es hat zwei Räder und macht singende
Geräusche auf dem Asphalt.
On the road again, da werden wir uns wiedersehn.
Lorenz Schröter Habana, Cuba - - 15.12.00 at 21:22:50
Männer müßten mit einem Kopfkissen auf der Brust geboren werden.
Ihr Atem dürfte weder zu hören noch zu spüren sein.
Ihre Arme wären große weiche Schwingen, mit denen sie uns zudecken.
Ihnen würde ein Geruch entströmen, der uns sofort tief schlafen und süß träumen
läßt.
Elke Naters - schlaflos in Bangkok - 15.12.00 at 21:35:41
Digiscan 2:
Postkarten der Kantonalen Schule für Gestaltung, Biel. Motiv 3/6 von Andres Gensheimer.
Ein Glas, ein Teller mit Messer, am Rande eines Tisches. Verrostete Optik, sepiafarben.
Die zwei Karten mit dem selben Motiv fand ich in der beigen Bar "switzerland" in
Stuttgart. Die Rückseiten wie folgt beschieben:
1
sprachlos, reden viele nichts
ohne auch neue Welten andere
Orte zu sagen. Aber wir bringen
es wierklich (e unterstrichen) auf den Punkt
und selten daneben. Solange diese
Sagen und vollen Ernstes entrückt
von Morgen sich entfalten sich
so manche möchten gerne, noch
mehr niemals beäugen. Aber doch.
Auf jeden Fall sagen wir für heute:
Need to see you as soon as possible
I hope you are nice whatever happens.
2
You know, VI, nexte Baustelle!
Why? Don't know it exactly. Things
are so difficult. Sometimes
big crazy, wieso eigentlich auf Englisch?
Wat' is schon sooo spät!
I can only say I'm fucked
really up. Sag' ich doch, oder?
Was sonst - at this time?! I
mean read the other card
and you know what I mean.
Thank you Ote Sonella B.
I don't know more.
Big hugs and kisses Uli & Anette.
Soundtrack: Points in Time 7.
Eckhart Nickel Heidelberg - - 16.12.00 at 12:20:45
Bonustrack auf der Postkarte: Schweizerin vor Weihnachtsbaum, in Schreibschrift
"Frohe Festtage, mein Süßer".
Aus der Schweiz trinken
Großes, Männer während
Rosen schlimme, dicke
Vasen füllen. Kerzenlicht,
warm, hell und romantisch glitzert
in den Augen. Schade, mein
Tanzbein liegt schon auf Bar.
Leider erinnern wir uns an
besondere Stunden Minuten Sekunden
in denen (falscher Text!)
Glück und tausend fette Küsse.
Eckhart Nickel Heidelberg - - 16.12.00 at 12:27:59