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pool 2 #12 (#92) 08.05.- 12.05.2001
pool 2 #11 / pool 2 #13
Die Welt ist voll von solchen Losern. Wenn schon.
Warum eigentlich hat "Almost Famous" so gute Kritiken? Weil sich
die Filmkritiker
irgendwie angesprochen fühlten? Schreibt man so, wie im Film vorgeführt,
nicht
nur Musikkritiken, sondern auch Filmkritiken? In der Badewanne?
Wie romantisch.
Mir völlig rätselhaft, was an diesem belanglosen Filmchen mit
der schlechten
Musik außer Frances Mc Dermand (wie immer anbetungswürdig)und
ihrem Filmsohn
William dran sein soll.
8 - 08.05.01 * 07:55:10
Filmkritiker sitzen um elf Uhr morgens im Kino und müssen aufstoßen
vom schlechten Kaffe. Sie bohren in der Nase und schreiben mit
einem Leuchtstift die Sätze mit, die auch später im Presseheft
stehen. Manche schlafen auch, es kommt ja nicht immer so ein guter
Film wie 'Almost Famous'
.
Ich kannte mal einen Filmkritiker, der immer mit Hut und Trenchcoat
unterwegs war. Er war schon etwas älter, aber seine Kritiken schrieb
er mit der Hand auf einen Block. Es waren keine vollständigen
Sätze. Der Redakteur erkannte eine Struktur und schrieb die Kritik
neu.
Filmkritiker sind also das Gegenteil von einem Jungen, der für
den Rolling Stone schreibt. Es ist einfach romantisch, denn die
meisten Musikkritiker sind wie das Gros der Filmkritiker: Gealterte
Studenten.
Ein schlechter Punkt für den Film: Ich bin froh, daß er nicht
ist wie der meiste Hollywooddreck. Das gilt auch für das, was
Soderberg macht.
Viele gute Gründe, warum es ein sehr schöner Film ist: Ich habe
mir danach den eher schlechten Sampler 'Decade' von Neil Young
gekauft und mehrmals gehört. Ich habe wieder nach Hunter S. Thompson
Büchern Ausschau gehalten, nachem ich alle verschenkt habe. Ich
hatte einen LSD-Backflash am nächsten Nachmittag, habe John Waters
eine Postkarte geschrieben und mir heute endlich 'Einer flog übers
Kuckucksnest' angesehen.
Schön, wenn alles eine Ursache hat.
4732 - 08.05.01 * 20:06:43
Please send me evenings and weekends.
25 - 09.05.01 * 00:02:03
258, um Sie und Ihr seltsames Interesse an meiner Person kümmere
ich mich später. Zuerst will ich 969 antworten: Momentan ist keine
Annäherung möglich. Falls Sie einsam sind, fahren Sie zu Bolle.
Wenn ich mich richtig erinnere, gibts einen netten Laden an der
Yorckstrasse. Fragen Sie nach den Tshumani-Suppenbeutel.
Da wir gerade beim Thema "Suppen" sind. Die tolle 7 schreibt also
ganz frech eine www-Adresse in den edlen Pool, und denkt sich
wohl, das war jetzt sehr smart. Wie schon die letzten zwei Jahre,
als sie mit ihren Namenslisten aufgefallen ist. Die haben mir
ja eigentlich immer gut gefallen, besonders weil mein Name dabei
nur zweimal erwähnt wurde. Was ihre Webseite betrifft, 7, finden
viele Leute, sie sei " so-much-two-years-ago". Ich gehöre nicht
dazu. Nein, Sie und ihr Camp haben sich richtig Mühe gegeben.
Tolles Marketing. Angenehmes Image. Was uns aber jetzt viel mehr
interessieren würde: Können Sie eigentlich noch schreiben?
4713 - 09.05.01 * 05:38:02
Sie, Joe SixPack (oder 47 oder 134), haben nix begriffen. Es geht
darum, wie man Schwächen offenbart und zelebriert. Sie machen
es sich leicht: Sie jaulen. Das ist schrecklich. Gefühle zeigen
kann sexy und glamourös sein, meinetwegen stark oder brutal. Sie
sind bloss ein Schwamm, der mit Worten nach Wärme bettelt.
4711 - 09.05.01 * 08:46:40
Wenn ich richtig rate, kann man Sie mit folgendem Satz von Lautréamont
in Verbindung bringen: Die Wirklichkeit ist eine Halluzination,
die wir alle gemeinsam erzeugen. Stimmts?
26 - 09.05.01 * 09:58:37

4 - 09.05.01 * 15:48:36
Seit sechs Tagen arbeite ich als Kellner im PONDEROSA Steakhouse
von Pasadena. Eine Freundin hat mir den Job vermittelt. Ich recherchiere
gerade für ein neues Buchprojekt. Da spielt die TV-Serie Bonanza
eine nicht unwesentliche Nebenrolle. Was ich am Ponderosa besonders
mag, sind die Cowboyhüte und die karierten Hemden mit der geflochtenen
Borte. Ich bestand sogar darauf, mein Dress durch Schnürsenkelkravatten
zu vervollständigen - verziert mit einem winzigen sechsschüssigen
Revolver. So stehe ich jetzt also täglich hinter Tellern mit zischenden
Steaks, die für nummerierte Tabletts bestimmt sind. Ich mache
Stepptanzschritte auf der Stelle, schwenke Bratenwender, hebe
den Hut und spreche jeden Fan mit "Sir" oder "Madam" an. Was ich
ganz besonders mag an meinem neuen Job, ist das Ritual der vollkommen
überflüssigen, wöchentlichen Personalversammlungen, in denen wir
über Verbesserungen bezüglich unsere Verkleidung diskutieren.
Unseren Manager nennen wir bei dieser Gelegenheit spöttisch "Chester",
nach dem Hinkebein aus Rauchende Colts. Er ist ein dicker teigiger
Junge von ungefähr Dreissig, der immer mit einem Klemmblock durch
das Restaurant läuft. Schon nach drei Tagen hatte ich mit ihm
Ärger bekommen, weil ich in den Kartoffelbrei zuviel Muskatnuss
und aus versehen Bananenscheiben gemischt hatte.
Was mich an meinem neuen Job fasziniert: Das PONDEROSA verwandelt
uns Kellner und Kellnerinnen in richtige Aufmerksams-keitmaschinen
des Gastgewerbe. Wir bluffen uns täglich in eine andere uns fremde
Subkultur hinein und servieren dazu Steaks. Dabei stehen wir ständig
im Zentrum der Aufmerksamkeit. Wir denken uns dazu ständig neue
und höhere Synthesen des Betragens aus, in dem wir uns total hemmungslos
im Luxus des Bonanza-Kults wälzen. Das gehört einfach zu einem
guten Stück Fleisch, finden wir. ALLES kann zu ALLEM werden. Das
schafft sonst nur die verdammte Mode. Ist ja irgendwie nichts
dabei. Thanks Bonanza. Oder was meinst Du, Hoss?
www.ponderosasteakhouses.com
99 - 09.05.01 * 19:53:46

765 - 10.05.01 * 10:06:06
www.nickelit.net?
714 - 12.05.01 * 11:28:16
In meinem MAc Donalds gibts jetzt Stopuhren, auf denen "60 Sekunden
Service garantiert! Oder Sie gewinnen eine mittelgroße Pommes
oder eine Cola."
Letzten Montag rannten sie noch wie die Irren, jetzt nimmt eine
Frau lässig meine Bestellung entgegen, sie ruft 'Doppelter Cheeseburger',
geht zu den fiependen Pommes und DANN macht sie die Uhr an. Dabei
lächelt sie verschwörerisch.
Mehr wert als eine mittelgroße Pommes.
881 - 12.05.01 * 20:36:09