loop Archiv #2 (26.7.-3.8.1999)
anders als im pool sind hier die neuesten einträge oben
gäste an pool
Heute morgen habe ich mich richtig gefreut als ich aufwachte und mir die bescheuerte
Sonne nicht schon wieder ins Gesicht stach nach Öffnen der Vorhänge, aber alles Sehnen
war eitel, es ist trotzdem ziemlich warm. . . .Warum hier überhaupt über geladene und
ungeladene Gäste diskutiert werden soll ist mir nicht klar. Ich persönlich bin froh und
stolz nicht institutionalisiert zu sein und immer die Möglichkeit zu haben herumzuhüpfen
wo es mir passt. Niemals wird das Goethe-Institut meine Minibarrechnung bezahlen und das
ist gut so. . Leider muss ich jetzt weiterputzen, also viel Spaß noch heute & liebe
Grüße.
Betti London, UK - 03.08.99 at 14:21:07
Aber Britta. Der Nickel ist doch auch bloß ausgedacht. Und dazu noch weniger lebendig
als die Prosiegels. Mannmannmann...
Stefan Hamburg, gibt es nicht - 03.08.99 at 12:46:59
zu Lorenz Schröder am 2.8.: "Klaustrophilie" fürs Genießen der Umzingelung
ist schön, aber dieser Spaß muss nicht mit Lust auf Platzangst einhergehen, das wäre
dann wohl Agoraphobiephilie.
l.barnes hamburg, - 03.08.99 at 11:35:57
Jetzt mal ohne Spaß. Warum, ihr lieben Nickels, Oswalds, von Uslars und wie ihr alle
heißt, macht ihr denn mit in diesem Gemischtwarenladen, der ohne jede
Zugangsbeschränkung von jedem Surfer, Schwimmer, Planscher und Ins-Becken-Pisser betreten
werden kann? Wer Öffentlichkeit will, muß auch mit deren Reaktion rechnen. Davon kann
man sich doch auch anregen (Schreiber nennen es oft ?inspirieren?) lassen. So wie die
Gäste auch. Nicht alles hat einen erkennbaren Bezug, manches mag langweilig sein, aber es
bleibt doch dabei: Kommunikation findet statt. Leider im Moment sehr einseitig. Beschimpft
und verunglimpft eure Gäste, von mir aus. Ihr Fickmilben. Wenn ihr aber unter euch
bleiben wollt, mailt euch doch einfach ganz privat, da schnackt euch keiner blöd an. Ich
bin mir aber sicher: jedes Wort, das die Gäste absondern, saugt ihr gierig auf, nur um
dann hinterher so zu tun, als hättet ihr nicht bemerkt, daß da draußen überhaupt
jemand ist. Ich finde das schade und werde mich nicht davon abhalten lassen, mehr oder
weniger ?inspirierte? Texte abzusondern, wann immer es mir einfällt. Jetzt muß ich erst
mal meine Fische füttern und dann fahre ich baden. An einem ganz echten See.
britta happy and, face down - 03.08.99 at 10:28:03
wiso die hetze nach dem westen? lasst doch das pool sein und versucht nicht krampfhaft
mehr wasser reinzupumpen als es auffangen kann. was wollt ihr beweisen? auch im gästebuch
kann man kreative wassertänze vorführen.
rea CH/D - 03.08.99 at 10:19:17
Hi Harry, hach, du hast so Recht (und ich kann schon neue Rechschreibung *protz*): Ich
glaube auch nicht, dass dieses virtuelle Villenviertel besonders anfällig ist für
Störungen. Wäre doch wenigstens mal ein Experiment wert: Die Mauer wird gelüftet,
wenigstens für einen Tag oder ein Wochenende, und wir dürfen alle mit unseren stinkenden
Verbal-Trabis rübermachen. Wenn uns Herr Oswald dann nicht mit Bananen bewerfen sollte,
dann kaufen wir uns für den Zwangsumtausch ein paar Perlen, die wir vor die Säue werfen
können, diskutieren intern die Bäcker- und Mechanikerfrage weiter und kehren abends
(Abends?) zu unseren proletarischen Kohleöfen zurück. Wir sind das Volk, die Dichter und
Denker müssen leider draußen bleiben ;-) Schönen Tag allerseits, Verena
Verena München, - 03.08.99 at 09:45:34
spezial
lp029@hotmail.com - 03.08.99 at 09:05:55
"Man saß am Rande des Westerhazyschen Schwimmbassins. Das Becken wurde aus einerm stark eisenhaltigen Brunnen gespeist und war von blaßgrüner Farbe. Es war ein schöner Tag." Ich verspreche, die Swimminpoolmetapher nicht weiter zu strapazieren, Herr Oswald, aber ein bißchen mußte ich schon schmunzeln, daß man als Schriftsteller eine Aversion gegen Metaphern haben kann. Ich würde zwar auch sofort zum Lesen aufhören, wenn ich merke, daß sich hinter jeder stilistischen Blume eine tiefere Bedeutung verbirgt, aber irgendwie habe ich mit der Wirklichkeit so meine Probleme ö und mit der Wirklichkeit in wie auch immer literarischen Texten gleich doppelt. Ansonsten würde ich meinerseits gerne die Bitte vorbringen, der Einladung zum Witzigsein, die mein Name zugegebenermaßen darstellt, ein wenig kreativer zu folgen; obwohl ich sagen muß, daß ich mich immerhin so jung gefühlt habe, wie seit der 8a nicht mehr. Vielen Dank dafür auch an die Künstlerin Naters.
Um die interessante Diskussion fortzusetzen (ich steh' nun mal auf Small talk), noch
ein paar Worte zu meinem Artikel, bzw. zur (positiven und negativen) Kritik, die mich sehr
gefreut hat. Abgesehen davon, daß ein paar inhaltliche Beschreibungen, wie sich Herr
Oswald gewünscht hätte, den Kürzungen der Redaktion zum Opfer gefallen sind, hätte ich
es relativ langweilig gefunden, zu erzählen, wie Pool "funktioniert". Ich weiß
es auch gar nicht. Im allgemeinen funktioniert es wahrscheinlich so: Jemand schreibt einen
Text in seinen Computer und klickt auf "absenden" und der Rest der Gruppe kann
ihn dann lesen etc. Welche "Funktionen" die Texte dann sonst noch haben, habe
ich versucht aus meiner Perspektive einigermaßen interessant zu schildern (in der
Hoffnung, daß es ein paar anderen auch so geht), nämlich: Ich sitze davor und überlege,
was ich damit anfangen soll. Ob es sich nur um Klatsch zwischen Schumannâs und Paris Bar
handelt, und wenn ja, ob ich das dann nach zwei Besuchen nicht unerträglich langweilig
finde oder seltsamerweise trotzdem noch spannend. Im letzten Fall hat es nämlich für
mich etwas mit Literatur zu tun (und vielleicht sogar mit Kunst), ganz im Gegensatz zu
einem Besuch im Literaturhaus oder zu so manchem "dollen Roman" (Allerdings
wollte ich mit dem Hinweis auf eine mögliche Qualität niemanden beleidigen). Ob die
Beteiligten neben den Beiträgen in Pool an Meisterwerken arbeiten war mir dabei
eigentlich wurscht.
Im Übrigen glaube ich, daß man die Bäcker-Schriftsteller-Frage nicht so pauschal
beantworten kann. Unter Umständen ist es viel interessanter zu erfahren, wie schwer einem
Autoren seine Arbeit fällt, als den ganzen Unsinn dann zu lesen. Muß aber nicht sein.
Auf jeden Fall fände ich es ziemlich uninteressant darüber zu reden, wie die
Brötchenlänge das Backtempo beeinflußt. Aber ich bin ja auch kein Bäcker.
Ach ja, noch kurz zum Gästebuch: Ich weiß schon: Wenn die Mauer weg ist, kommen die
ganzen Ossis mit ihren dämlichen Witzen und machen die schöne Oberlehrerzimmer-Stimmung
kaputt. Aber abgesehen von der mangelnden Disziplin - hat wirklich jemand Angst, daß sich
die berüchtigten Chat-Proleten überhaupt die Mühe machen, ihren Müll in diesem
exklusiven Viertel abzuladen? Ich sehe natürlich einen Unterschied zwischen den
Mitglieder-Seiten und dem Gästebuch, aber ich weiß nicht, ob es ein qualitativer ist,
oder ob Langeweile das richtige Kriterium dafür ist. Wie dem auch sei: Inzwischen finde
ich es sogar ganz spannend, zwei Pools zu beobachten.
"Die Party spielte sich nur am Swimmingpool ab, und als er auf das Haus zuging,
verebbte das sprühende wäßrige Stimmengewirr, und er hörte Radiogeräusche aus der
Bunkerschen Küche, die Übertragung eines Baseballspiels. Sonntagnachmittag."
Harald Staun München, - 03.08.99 at 01:51:59
a
a
- USA - 03.08.99 at 01:49:39
entzug!
cherry2000 muc, bayern oder so.... - 03.08.99 at 00:43:31
Verehrte Poolgäste, wir möchten Euch bitten, dass Absondern von geistigen Fäkalien
in den pool zu unterlassen, im Wiederholungsfalle droht ansonsten Poolmitgliedschaft.
David Haselnuss Poolwatch, - 02.08.99 at 22:07:17
NICHT VOM BECKENRAND SPRINGEN! Stefan, Deppala, die Prosiegels sind doch bloß
ausgedacht. Denen ist das eh alles scheißegal.
britta hinter den kulissen, von paris - 02.08.99 at 19:37:15
zurich - stuttgart mit der deutschen bundesbahn. die bundesbahnbeamten mit ihren
überfahrenen gesichtern, kleinen und eingestauchten körpern und einem lächeln das
selbst eine optimistische schweizerin zusammenschrecken lässt, fuchteln mit ihren
kanonenartigen instrumenten über die sitze und zerstäuben ihren unangenehm billigen
deodorantgeruch. und für so was zahle ich noch geld. DB, schickt eure angestellten doch
mal in einen hygienekurs und zahlt ihnen als weihnachtsprämie einen ersten besuch beim
schönheitschirurgen. Auf dass bahnfahren wieder freude bereitet...
rea die DB-Geschädigte CH/D - 02.08.99 at 18:15:10
Britta?! Hat der Poolmaster was falsch verstanden und Dich sofort aufs offene Meer an
die Ostsee geschickt? - Ich dachte, Du wärst jetzt im Hauptbecken und würdest Prosiegel
und Nickel und so zeigen, wie Schmetterling geht?! Und wer ist eigentlich lp029, der ist
weit vom Seepferdchen entfernt. Erstmal Gummiringetauchen. Einer pro Luftanhalten reicht.
Fürn Anfang.
Stefan Fern der Elbe, Hamburg - 02.08.99 at 13:32:55
Rechtschreibfehler, wie blöd. Da hat der Herr Nickel wieder was zu meckern. Und:
Bitte, wer auch immer dafür zuständig ist, ABSÄTZE müssen manchmal sein.
britta haha, d - 02.08.99 at 11:21:01
Rechtschreibfehler, wie blöd. Bitte, wer auch immer dafür zuständig ist, ABSÄTZE
müssen manchmal einfach sein.
britta haha, d - 02.08.99 at 11:18:46
Keine Bange, wir lassen uns doch von Herrn Nickel nicht den SPASS verderben. Ich war
nur ein bißchen an der Ostsee, um ein bißchen Sonne an meiner bleiche Schreiberhaut zu
lassen. Kleiner Gruß an Herrn Kracht und alle anderen Reisenden:Der asiatische Mr. Wolf
Es war heiß, aber nicht zu heiß, der Wind war nicht zu kalt und nicht zu trocken, die
Tage waren weder kurz noch lang, sie waren einfach nur. Schon am zweiten Tag war ich in
einen Zustand gefallen, der einer entspannten Trance oder einer satten Katze glich. Es gab
nichts, was mein Bewußtsein beanspruchte, mein Körper war fast nicht mehr vorhanden, er
funk- tionierte weich und geschmeidig wie eine zauberhafte Maschine, ein Perpetuum Mobile,
das, die Kraft aus sich selbst schöpfend, sich in zarten, zärtlichen Kreisen drehend,
Zeit zu einer theoretischen Größe machte. Ich befand mich auf irgendeiner
thailändischen Insel, an irgendeinem Ort, der soweit von jeder Geschwindigkeit entfernt
war, daß es eine ganze Zeit dauerte, bis ich verstand, daß ich nicht wie geplant
zurückfliegen konnte. Der Wind, dieser angenehme, nicht zu kalte und nicht zu trockene
Wind warf das Meer in Mäandern, so daß keiner von den Schutenfahrern es wagte,
auszulaufen, um mich überzusetzten, in Reichweite des Flughafens zu bringen. Es dauerte
also eine Weile, bis mich der Gedanke anfiel und sich in mir verbiß; der Gedanke, ich
müßte bedingungslos nur eines: nach Hause. Es war, als würde etwas beängstigendes und
vor allem unaufhaltsames vor sich gehen, als würde ich meinen Platz verlieren, wenn ich
nicht schnellstmöglich heimkehren würde. Diese bedächtige Gleichgültigkeit, die mich
kurz zuvor in gelassene Heiterkeit versetzt hatte, wurde plötzlich zu meiner Gefängnis-
wärterin. Denn wenn ich die Insel schon nicht verlassen konnte, mußte ich doch zumindest
meinen Flug umbuchen. Natürlich konnte mir niemand weiterhelfen, durch das Telefon hör-
te ich neben einem einschläfernden Summen das freundliche Lächeln kleiner,
schlitzäugiger Frauen, die mir unverbindlich weitere Telefonnummern empfahlen. In diesem
Zustand, kurz vor Wut- und Verzweiflungstränen angesichts dieser unterschieds- losen und
uneinnehmbaren Höflichkeit, hatte ich eine beeindruckende Begegnung. Schon jenseits von
Aufbegehren, nach unzähligen ihr Ziel verfehlenden Anfragen, Bitten und sogar
Bestechungsversuchen hatte ich Mad Black Jack meine Geschichte erzählt, die selbe
Geschichte, die im Laufe des Tages unzählige Male glatte, asiatische Ohren durch- strömt
hatte und im gleichen Moment durch ein verständnisvolles, dennoch unbeindrucktes Lächeln
wieder ausgeschieden worden war. Er sagte mir in einem Ton, der verriet, daß dies
möglicherweise der richtige Weg sein könnte, ebensogut jedoch auch jede andere, noch un-
bedachte Möglichkeit mich dem Ziel näherbringen könnte, in einem Ton also, der gar
nichts bedeutete, sagte Mad Black Jack mir, ich solle Mr. J aufsuchen. Der Weg sei einfach
zu fin- den. Ich betrank mich, fiel in einen unruhigen Schlaf. Ich träumte, eine milde,
mütterliche Kran- kenschwester wickelte mich in feucht-warme Tücher. Sanft murmelte sie
Beschwörungsformeln: ?Das wird das Fieber senken, das tut Dir gut, siehst Du, das tut Dir
gut, jetzt ruh Dich aus, mein Engelchen, das wird das Fieber senken.? Geräuschlos und
emsig machte sie sich daran, mehr und mehr laue Wickel heranzuschleppen und - ?Das wird
das Fieber senken? - über mich zu breiten. Das Gewicht quetschte meine Brust zusammen und
die wenige Luft, die ich mühsam einsog, war feucht und zäh. Ich versuchte, diese
zentnerschwere, nasse Zwangsjacke abzustreifen, doch da erschien wieder das Gesicht meiner
Pflegerin über mir - ?Jetzt ruh Dich aus, mein Engel.? - und sie warf - ?Das tut Dir
gut.? - einen weiteren Berg triefender Laken - ?Ja, das tut Dir gut.? - auf meinen
panischen Körper. ?Jetzt ruh Dich aus, mein Engel.? Schweißgebadet wachte ich am
nächsten Tag, der aussah wie jeder der unzählbaren Tage zuvor, gegen Mittag auf und
machte mich auf den Weg zu Mr. J. Es war heiß und hell und ich trug meine Sonnenbrille.
Ich war allein auf dem unbefestigten Weg, der sich nach einiger Zeit zu einem Pfad
verengte und schließlich zu einer ausgetrete- nen Rinne zwischen kniehohen Gräsern
wurde. Diese Gräser waren scharfkantig und ich trug nur ein dünnes Kleid, es war als
streichelte mich jemand mit schartigen Skalpellen. Nachdem ich eine ganze Zeit zwischen
zischenden Gräsern und singenden Palmen in dieser gelbgrünen Welt gelaufen war, teilte
sich der Weg. Mr.J war wirklich nicht zu verfehlen, denn an dieser Gabelung stand das
erste jener geheimnisvollen Schilder, die mir mit einem Pfeil den Weg zu Mr.J wiesen. Es
war eine einfache Holzplatte, auf die mit einem dicken Pinsel Mr.J - 1000 m? geschrieben
war. Nichts verriet, wer oder was Mr.J war, aber die Tatsa- che, daß dieser Mann Schilder
aufstellte, als sei er eine Institution, die über jeden Zweifel er- haben für sich
selbst stand, beruhigte mich. Ich lief, den Kopf in den Nacken gelegt, in einem
unerschütterlichen Rhythmus; ich ging nicht mit den harten Schritten, die aus den Knien
kommen, sondern mit einer rollenden Bewegung der Hüfte. Bald erreichte ich einen weite-
ren Wegweiser: ?Mr.J - 500 m?. Das Gras schlug Wellen im Wind, vor meinen Füßen querte
ein großer schillernder Käfer, dem ich mit meinen Blicken folgte. Er lief geradewegs auf
den Kadaver einer Katze zu, an dem sich bereits Dutzende seiner Artgenossen zu schaffen
machten. Als ich meine Augen wieder nach vorn richtete, sah ich schon den nächsten
Hinweis: ?Mr.J - 250 m?. Wie von einer Schnur gezogen bewegte ich mich weiter, vorbei an
weiteren Holztafeln, die an Pfähle genagelt waren und mir sagten, daß ich meinem Ziel
näher und näher kam: ?Mr.J - 150 m, Mr.J - 100 m, ....50 m, ....20 m, ...10m?. Ich stand
vor einem Holzhaus mit offener Front, am Giebel prangte ein riesiges Schild: ?Mr.J?. Ich
blickte in einen niedrigen Raum, dessen Ende sich im wohltuenden, kühlen Dämmerlicht
verlor. Zögernd tat ich einen Schritt hinein, nahm meine Sonnenbrille ab und räusperte
mich. Nichts regte sich und ich sah mich um. Der ganze Raum war mit einfachen Holzrega-
len ausgekleidet, in denen sich alles befand, mit dem auch nur im entferntesten zu handeln
war. Da lagen Tüten mit Reis neben in Plastik eingeschweißten Hemden, originalverpackte
Radiorecorder standen neben winzigen Schächtelchen mit Stecknadeln, getrocknete Pilze in
Strohkörben verströmten ihren leicht modrigen Geruch über Gasflaschen für Campingko-
cher, Kerzen jeder erdenklichen Größe lagen einzeln oder von Gummibändern zusammen-
gehalten auf Büchern. Bücher, es gab hier hunderte von Büchern, fast alle sahen aus als
seien sie schon gelesen worden. Sie lagen in großen Stapeln auf dem Boden, drängten die
Lebens- mittel aus den Regalen, viele waren in Leder gebunden, in das goldene Thaiworte
geprägt waren. Von der Decke hingen Kleidungsstücke und getrockneter Fisch herab, in
einer Ecke standen mehrere goldgerahmte Buddhadarstellungen. Ich ging weiter in den Raum
hinein, zögernd und bemüht, den Holzboden unter meinen Füßen nicht knarren zu lassen.
Am Ende des langgestreckten Raumes stand ich nun vor einem ausladenden Schreibtisch, der
be- packt war mit Ordnern und Bergen von Schriftstücken, mehreren Lochern, Linealen,
Scheren und kleine Kartons, die sorgfältig beschriftet waren. Dazwischen lagen Mengen von
blauen Kugelschreibern aus Plastik. Hinter dem Schreibtisch stand ein monumentaler, mit
Kunst- leder bezogener Sessel, daneben mehrere große Kisten mit dem Aufdruck ?Made in
Tai- wan?. An der Wand darüber hingen Fotografien, Familienbilder wie es aussah, aber
auch ein Bild des thailändischen Königs, eines des Inseloberhauptes und
merkwürdigerweise eine Autogrammkarte von John Travolta. Während ich noch versunken das
Stilleben betrachtete, sagte hinter mir eine feste, ausgeruh- te Stimme: ?Hello!? Can I
help you?? Ich drehte mich um und sah in ein freundliches, lä- chelndes und dabei doch
undurchdringliches Pfannkuchengesicht. Mr.J stellte sich vor und bat mich mit einer
einladenden Geste, auf einem einfachen Holzstuhl mit einem Sitz aus Strohgeflecht Platz zu
nehmen. Langsam und abwartend, wie um mir Zeit zu geben, die richtigen Worte zu finden,
ging er um den Schreibtisch herum und setzte sich in seinen Ses- sel. Mr.J trug ein
helles, naturfarbenes Tropenhemd, eine khakifarbene Bundfaltenhose, bei- des auffällig
glatt und frisch, und einfache lederne Sandalen. Sein Haar, glänzend und schwarz,war
glatt zurückgekämmt, sein Gesicht perfekt rasiert, die Haut schimmerte in mat- tem
Ocker. Die Hände, die er über seinem Bauch gefaltet hatte, waren gepflegt und seine
ganze Gestalt schien herzlich und aufmerksam zu lächeln. Trotz meines andauernden
Schweigens wurde er nicht im Entferntesten ungeduldig, er gab mir das Gefühl, nur für
mich dazusein. Ich fühlte mich gut aufgehoben; vertrauensvoll schilderte ich ihm meine
La- ge, wobei er leicht nickend zuhörte und mir gelassen in die Augen sah. Als ich fertig
war, ließ er weiterhin seinen Blick auf mir ruhen, liebenswürdig und entgegenkommend.
Dann stand er auf, verschränkte die Arme hinter dem Rücken und umschritt den
Schreibtisch. Ge- räuschlos setzte er einen Fuß vor den anderen und es war, als läge in
jedem Schritt die Ant- wort auf meine Fragen. Als er hinter mir stand, begann er zu
sprechen. Die Stimme, die an- genehm den ganzen Raum erfüllte ohne jedoch laut zu sein,
versetzte mich in einen fast hyp- notischen Zustand und zwang mich, die Augen zu
schließen. Das Summen der Insekten, das Schnurren einer Katze, die plötzlich um meine
Beine strich und die sonore Stimme Mr.Js vermischten sich zu einem schwingenden Gewebe,
das mich einhüllte und seltsam zufrieden machte. Er erklärte mir, sein Telefon sei
leider defekt, und nun legte er seine Hände auf meine Schul- tern und ich nahm seinen
leicht süßlichen Geruch wahr, und daher könne er persönlich auch nichts für mich tun.
Er werde mir aber selbstverständlich den Weg zum ?Cottage Resort? be- schreiben und dort
würde ich einen Mann treffen, bei dem ich telefonieren könne und der sich meines
Problems annehmen würde. Obwohl Mr.J mir nichts anderes sagte, als die vielen netten
Damen, mit denen ich in den Tagen zuvor gesprochen hatte, war ich mir sicher, daß ich an
diesem Ort all meine Probleme gelöst hatte oder besser gesagt, daß Mr.J all meine Pro-
bleme von mir genommen hatte. Ich öffnete meine Lider und sah geradewegs in ein paar
halbgeschlossene grüne Augen. Es waren die Augen der Katze, die inzwischen lautlos auf
den Schreibtisch gesprungen war und nun direkt vor mir saß. Unverwandt und fast ernst sah
sie mich an. Dann sprang sie vom Schreibtisch und verschwand zwischen Türmen von
Konservendosen mit Sojabohnen. Ich wußte, daß meine Audienz bei Mr.J beendet war und
erhob mich. Dankbar gab ich Mr.J die Hand und verabschiedete mich. Er hielt meine Hand
einen Augenblick lang fest und ich fühlte seine entspannte Kraft, seine
unerschütterliche Ruhe gegenüber allen vergangenen, gegenwärtigen und kommenden
Ereignissen. Ich war schon im vorderen Ladenbereich, als er mich mit sanfter Stimme
zurückrief. Ich drehte mich um und er stand mit einem großen Messer in der Hand vor mir.
Die in der Son- ne aufblitzende Klinge blendete mich. Fragend zog er die Augenbrauen hoch
und streckte mir die andere Hand entgegen. Darin lag eine in vier Teile geschnittene
Frucht, die ein we- nig aussah wie eine Limone. Ich nahm diese Gabe mit einer leichten
Verbeugung entgegen und ging. Draußen zog ich die Schuhe aus und ging barfuß durch den
warmen Sand. Zwei Wochen später war ich wieder zu Hause, alles war in Ordnung.
britta hamburg, mit blich auf die elbe - 02.08.99 at 11:16:10
früher an später denken.
lp029@hotmail.com - 02.08.99 at 10:03:54
find ich interessant den pool
alois mock - 02.08.99 at 01:16:57
Carissima Britta aus Lummerland ! Was ist eigentlich los mit Dir ? Ist es der
schmerzliche Biss des Zurückgestoßenseins ? EINSAMKEIT IN LUMMERLAND ? Hat Nickel die so
unsanften Zeichen vernommen ? Da er sie nicht quittiert, kehre zurück und schreibe
weiter.
Rafael Berlin, Germania - 01.08.99 at 14:08:38
he,schreibende poolbesitzer, haut doch mal fotos von euch ins becken!
f, ff USAf - 31.07.99 at 23:23:32
entweder man liebt ihn oder man hasst ihn, den moritz von uslar
m m, d - 31.07.99 at 23:17:21
Spaßeintrag: Sie sind es, der hier langweilt, Herr Nickel. Verstanden? Oder zu
kryptisch?
Britta Lummerland, - 31.07.99 at 22:53:07
liebe leute, pool ist ein faszinierendes projekt. die idee, junge literatur bzw. junge
literaten zu fördern hat ihren charme. doch wie ist es für einen der nicht-, die sz hat
diese wohl vips genannt, hauptteilnehmer möglich, am literarischen austausch
teilzunehmen, fragezeichen. nur hier im gästebuch, fragezeichenfragezeichen. oder wird es
eine offenere gestaltung geben, fragezeichenfragezeichenfragezeichen... mjh
mjh ks, d - 31.07.99 at 22:31:11
übrigens: mousse t. legt vorzügliche house-musik auf.
stadt land, fluss - 31.07.99 at 05:04:06
Ich kann nicht gegen mein Herz angehen. Könnte ich, würde ich nicht wollen.
Patrick Ruhrgebiet - 31.07.99 at 02:19:12
susanne und torsten... ein nächtliches bad im pool kann durchaus erfrischend sein...
auch wenn man erst am seepferdchen übt...
triticea - 31.07.99 at 01:45:58
Wie Susanne mal mit ihrem Freund Torsten und Leidenschaft Liebe gemacht hat: Die beiden
legten eine toll leidenschaftliche CD (Mariah Carey) in die Kompaktanlage (Schneider) und
dimmten das Licht (Osram). Torsten goß einen prickelnden Tropfen Sekt (Mumm) in Susannes
bezaubernden Bauchnabel. Stöhn. Er ließ seine Zunge in dieser verführerischen kleinen
Vertiefung kreisen und streichelte ihre glatten Schenkel (veet). Susanne packte Torstens
festes, glänzendes Haar (Guhl) und zog seinen Kopf zu ihren straffen, duftenden (Ck be)
Brüsten. Ihre harten Knospen drängten in seinen Mund. Ooohjaah. Susannes Hände strichen
zärtlich über Torstens muskulösen Körper (Club Meridian). Torstens Lippen wanderten
tiefer. Ah, ah. Susannes Finger krallten sich in das Satinlaken (habitat) und sie warf den
Kopf in den Nacken. Ohgott, jaaah. Nun umflatterte seine Zunge ihre empfindsamste Stelle
(Hilfe, ich muß lachen). Susanne war erregend feucht. Uuuh, baby. Torsten konnte sich
nicht länger beherrschen, behutsam und doch kraftvoll drang er in sie ein. Susanne
streckte sich ihm entgegen und im Rhythmus der Musik (immer noch Mariah Carey) ließen sie
ihre Hüften kreisen. Gleichzeitig kamen sie zu einem lustvollen Höhepunkt. Susanne
preßte sich bebend an ihren geliebten Torsten. Ooaah. Nachdem sie eine Weile ihrer
inneren Zufriedenheit gelauscht hatten, löste sich Torsten von Susanne. Sein Blick
wanderte über ihren Körper und er bemerkte, daß ihre Schenkel ganz rot waren. Susanne
hatte ihre Tage bekommen. Torsten stand auf und holte ihr einen Tampon (o.b.), den er ihr
sanft einführte. Susanne sah ihn verlegen lächelnd an und sagte: ?Es tut mir leid, ich
dachte?? ?Macht doch nichts,? beruhigte Torsten sie ?geht ja wieder raus (Persil). ?FICKT
EUCH!
britta summergirl, free and easy - 30.07.99 at 23:09:00
Übereifer ist doch Ehrensache. Vielen Dank im übrigen für dieses schöne
Gästeforum! Lassen Sie mich jetzt folgenden Bericht "posten". Denn er ist
wirklichkeits-, zeit- und beinah authentisch bzw. superlustig... Likör am Fuße des
Guyamuri Reklameflächen, auf denen Rum gepriesen wird, überfliegen uns
viertelstündlich. Ihm macht es nichts aus. Ihm ist es auch egal, wenn das Wasser den Sand
wegspült, auf dem sein Stuhl steht. Edvard thront. Er ruft Seth ein paar Weisheiten
entgegen, die nicht ankommen. Seth ist gerade dabei, einer Ameise das Leben schwer zu
machen, indem er es Sand regnen läßt. Er verzieht sein Gesicht und deutet auf sein Ohr,
um zu zeigen, daß er kein Wort verstanden hat. "·Zukunft·Perspektive!"
schreit Edvard noch lauter. Er weiß nicht, daß sein Sohn unter anderem Namen bereits
eine halbe Million Bücher verkauft hat. Jemand hatte vor ein paar Jahren angeboten, seine
Wettschulden in Form eines Computers zu zahlen. Seth schlug ein und begann aus Langeweile
zu schreiben. Als sie die Nachricht vom Tod ihres Mannes erhielt, warf sich Malgorzata
Lakonski, Holm von Buhrendorffs ansprechende Assistentin, vor Glück auf den Diwan, tippte
die Nummer ihres Chefs, der gerade über den Boom unbezahlter Rechnungen nachdachte und
rettete ihm damit das Leben. Denn im Wandschrank hatte nicht nur der Burberry mit dem
Mobiltelefon darin gesteckt, sondern auch ein zu schießen bereiter Auftragsmörder, den
die jäh ertönende Signalmelodie (I was made for dancing) derart nervös machte, daß
sich ein Schuß löste, der sein zugedachtes Ziel verfehlte." So beginnt der erste
Superseller und er handelt von einem allesschnupfenden Geheimagenten, der sich wie alle
Geheimagenten in solchen Agentenromanen rasierwässrig und selbstflüchtig der Kündigung
unseres Planeten entgegenstellt. Guter Stoff, ich lese ihn bereits zum dritten Mal. Edvard
kippt mit seinem Stuhl in die heranschwappende See. Das Rumglas in seiner Rechten verliert
keinen Tropfen, was er nicht zögert stolz lächelnd zu erwähnen. Er steckt den Stuhl
zurück in den Sand und sagt "Du mußt Gas geben, Junge! Mach was aus deiner
Zukunft!" kurz bevor ein ordentlicher Schluck des geborgenen Rums den Weg in seinen
bartgesäumten Schlund findet. "Scheiß Palme", setzt er nach und beargwöhnt
die bootgroßen Blätter, deren Schatten sich mittlerweile über sie geschoben hat. Der
absurde Hut auf seinem Kopf gehört seiner Frau Heike und ist lila. Wenn sie ihn trägt,
sieht es aus als gehöre er einer neunzigjährigen Britin, die solche Hüte allerdings nie
zum Spaß tragen würde, im Gegensatz zu Seths Eltern, die sich aus allem, außer
vielleicht einem leergetrunkenen Kühlschrank, einen Spaß zu machen scheinen.
Tatsächlich kann wohl niemand diesen Hut tragen, ohne den Spott der anderen zu kassieren.
"Ich meinâs ernst, Sohnemann." Heike ruft ihnen irgendwas zu. Sie verhandelt
gerade mit einem der debilen Tagelöhner, die sich um die Liegestühle kümmern. D. h.,
sie tut so als hielte sie Konversation, die nicht einmal die Einheimischen zu führen in
der Lage wären. Sie weiß das nicht. Sie spricht nicht gern, aber sie muß sprechen. Wenn
sie nicht spricht, dann platzt ihr der Kopf. Seth sitz schweigend und kontrolliert atmend
auf seinem Stuhl. Er ist zu Besuch. Die verwirrten Eremiten haben sich ihre eigene Welt
geschaffen, in der sie ihre gelinderten Gemüter stur und prahlerisch zu Markte tragen.
Holm lehnte sich durchatmend zurück, ließ seine Lider herab und fuhr sich durchs Haar.
Er hatte es geschafft. Das letzte Problem war gelöst. Malgorzata küßte ihm das Puder
aus dem Gesicht und öffnete sein Hemd. Die Membranen der Lautsprecher erschwangen seichte
Instrumentalsongs, die seit Tagen schon in der Stereoanlage eines perfekten Anlasses
harrten. Alles schien vorbei, aber die Spannung in seiner Brust wollte nicht weichen. Zu
lange hatte er auf alles gefaßt sein müssen. Sind alte Bekannte aus der Heimat zu Gast,
erliegt Heike dem inneren Zwang, ihr Sprachtalent unter Beweis zu stellen, indem sie ihr
stetes Geschwätz in ein irres Phantasiespanisch überträgt. Immerhin lebt sie hier schon
fast drei Jahre, eigentlich genug Zeit für einen Erlebniskurs der Landessprache.
"Si, si!" schießt es aus ihr heraus, wenn Hispanoaugen fragend starren. Dabei
nickt sie wie ein Kind, daß die allabendliche Frage nach seiner (unerledigten) Zahnpflege
bejaht, und wenn der Ausgewogenheit halber ein forsches "No!" ihrem Sinn
entfährt, wird hastig der Kopf geschüttelt. Und weil sie sich auf die kleinen Brocken,
die sie glaubt verstanden zu haben und die Körpersprache ihrer Gesprächspartner
verlassen muß, sich die meiste Zeit aber in der Waschküche systematischer Suffs
befindet, liegt sie mit ihren Reaktionen öfter daneben als ein lottospielender Seher.
Seit drei Tagen liege ich nun schon neben der Familie Guderian und beobachte ihren
entropischen Wirbel - wie sie am späten Vormittag auf den Parkplatz neben der
zugemüllten Lagune fahren und den achtundsiebziger Ford LTD an seinen Stammplatz zwischen
zwei vertrockneten Limonenbäumen stellen, wie der alte Herr bereits betrunken dem Wagen
entsteigt, weil er womöglich als Kind davon geträumt hatte, im Erwachsenenleben ein
Schurke zu sein und seither mit Leidenschaft an diesem Image feilt. Ab und zu entschließt
sich Heike ihre Liebsten zu begleiten. Seth öffnet ihr dann die Fondtür, weil die nur
von außen zu entriegeln ist. Während sie aussteigt und die letzten Meter zum Strand
zurücklegt, wiederholt sie noch einmal wie sehr es ihr hier gefiele und wie wenig sie an
ihr Zuhause denke, worauf sie sich stets verbessert, weil ihr Zuhause ja hier sei, am
Fuße des Guyamuri. Seth hört nicht zu. Er kennt ihre Themen, die mit erschreckendem
Gleichmaß nach jedem Getränk noch einmal aufgefrischt werden. Sein Vater pinkelt in das
stehende Wasser der Lagune und ruft über seine Schulter hinweg, daß sie schon mal
"Cervezitas" und Liegestühle "klarmachen" sollen. Gemäßigten
Schrittes passiert Seth das einstweilige Basketballfeld inmitten des Parkplatzes, auf dem
am Abend die Küchengehilfen sich ruppige Gefechte mit caraquinischen Bänkersöhnen
liefern. Er begrüßt Fidel, den schweren, fliegenden Händler, dessen Einstellung zum
Fliegen von Kühlbox zu Kühlbox, von herumzickenden Müttern zu herumfickenden Töchtern,
von Macho zu Matrone, sich inzwischen entwickelt zu haben scheint. Denn so behelfsmäßig
an gespannte Leinen geheftet er seine Ware auch feilbietet, um den Status des
"Viajante" vorzutäuschen, so fest ist sein fetter Arsch auf die Betonbank
gepflanzt, von der er sich nur erhebt, wenn jemand seine Sachen befummelt oder sein Darm
es ihm befiehlt. Wenn der Tag zu Ende geht, stopft er die Artikel zurück in seine
Sporttasche, die ihre Nacht, zusammen mit den Leihboards, im Depot für das Strandgestühl
verbringt. Fidel hat ein gutes Leben. Wenn er einen Scherz macht, hüpft seine Wampe wie
eine Krankenkassenball im Rhythmus seines mächtigen Gelächters - und er lacht oft. Und
wenn er eines seiner Tücher, nach denen so ziemlich jede Urlauberin verrückt ist,
verkauft hat, bestellt er sich lachend und unverzüglich eine reichhaltige Mahlzeit, die
in wenigen Minuten vom Plastikteller verschwindet. Seths Stimmung ist katastrophal. Die
Tage am Meer verbringt er entweder mit der Lektüre berauschender Belletristik vom
Drehständer oder mit der Konstruktion gut klingender Eintragungen in sein Tagebuch. Einem
Bekannten hatte er mal einen Teil dieses Buches zu lesen gegeben. Der hielt nicht viel
davon, zu verstellt und umständlich befand der zurecht. Klar gibt es Verdichtungen, wo
gibt es die nicht? Wenn es möglich wäre, Ästhetik und Reflektion so weit auf Eis zu
legen, daß die Dinge direkt aus dem Herzen ins Heft gelangen könnten, dann sähe die
Welt wohl anders aus. Der Kritiker von einst ist inzwischen an einem Gewächs im Hirn
verreckt. Ein echter Grübler. Der Abstand schwindet, die Beobachtung weicht der
Berührung. Ich begegne Seth, weil das Strandklo für "Damas" außer Betrieb
ist. Der Schlüssel für Caballeros hängt nicht an seinem Haken hinter der Theke. Ich
schaue herüber zu den Guderians und bemerke, daß der einsame Kunststoffsessel, auf dem
er noch vor einer Minute gesessen hat, frei geworden ist. Eine recht unromantische Weise
des Kennenlernens, im fliegenden Wechsel auf einem Scheißhaus für ungefähr
zweihundertfünfzig sorglose Badegäste, denke ich. Drinnen lärmt es und nach ein paar
bösen Worten öffnet sich die Blechpforte. Seth sieht mich an und zeigt mit dem
Schlüssel in der Hand auf das kleine Klo. "No es un buen idea entrar en este Baño
aurita." "Ich fürchte, daß ich mir das in diesem Moment nicht aussuchen
kann", sage ich. Seth lächelt ein wenig beklommen, als er den Schlüssel in meine
Hand legt. Ich gehe hinein und verriegele die Tür. Er hat natürlich recht. Auf dem
verschmutzten Miniaturwaschbecken unter dem fehlenden Spiegel liegen Streichhölzer, die
ich nicht zögere, alle auf einmal zu zünden. Ich bin sicher, daß der beißende Qualm
mich vor der ewigen Erinnerung an den Unduft dieser ersten Begegnung mit Seth Guderian
retten wird. Malgorzata schrie wie aufgespießt als sie den beanzugten Leib ohne Kopf auf
ihrem Bett entdeckte. Vornüber gebeugt und mit geballten Fäusten, die sie an ihre Ohren
preßte, stand sie im Rahmen ihrer Schlafzimmertür und kreischte. Ihr Gesicht war rotblau
und geschwollen. Sie sackte zu Boden und erbrach. Als ich wieder heraustrete, sitzt Seth
bei seinem Vater und schaut betreten zu mir herüber. Den Stuhl hat Edvard inzwischen
außer Reichweite der strandenden Karibik plaziert, und ist nun damit beschäftigt, seinem
Sohn zum millionsten Mal das Leben zu erklären. Das Glas in seiner Hand fährt Kreise und
Zickzacks und mit der anderen hält er sich an Seths dunkelbrauner Schulter fest. In der
Hoffnung ein schlecht geworfenes Frisbee doch noch zu fangen, bevor es schließlich landen
würde, rennt ein kleiner, dicker Junge mit Brille direkt in Edvards ausgestreckten Arm,
woraufhin das rechte Brillenglas an Edvards Rolex zerschellt und der eben gerettete Rum
nun doch verloren geht. Fidel lacht. Edvard hat Mühe zu kapieren, was geschehen ist. Der
designierte Fänger hockt geschockt im Sand. Nachdem Edvards sich beruhigt hat, wird er
dem Ausmaß des Zusammenpralls gewahr. Seth ist inzwischen aufgestanden, um das Gesicht
des Jungen nach Splittern abzusuchen. Von allen Seiten eilt Publikum herbei. Ich gehe zu
meinem Platz und suche in meiner Tasche nach Sonnenschutz. Außer einem Brillenglas fehlt
dem Jungen nichts. Edvard winkt den Kellner heran und fordert einen Refill, während das
Unfallopfer sich benommen an einer Kola festhält, die ihm seine barbusige Mutter zum
Trost in die Hand gedrückt hat. Heikes Burleske, die Seth das Osmose-Spielchen nennt,
weil so der Überdruck in ihrem Kopf entweichen kann, zieht sich hin. Sie hat nichts
mitbekommen. Seth steht dem Meer zugewandt hüfttief im Wasser. Sein Blick verfolgt eine
meerlings stürzende Ultraleichtmaschine, deren Pilot sich offensichtlich einen Spaß
daraus macht, seinen Sozius in Angst und Schrecken zu versetzen. Das Unglück bleibt aus
und die Maschine verschwindet hinter der Aussichtsklippe, die Edvard liebevoll "meine
Klippe" nennt. Aber ich kann spüren, daß ein anderes Unglück vom dräuenden
Gewölk herangetragen wird. Der Palast inmitten des landkreisgroßen Anwesens war ein
Neubau. Holm tippte dem Piloten auf die Schulter und bemühte sich um Lautstärke.
"Dort," er zeigte auf eine Lichtung im großzügigen Forst. "Setzen Sie
mich dort ab!" Der Pilot hielt seinen Daumen in die Luft und setzte zur Landung an.
Ich lege mich auf den Bauch und schließe mein Augen. Wenn keine Werbung durch den Himmel
schießt, klingt der Nachmittag hell und frisch. Untermalt von wallendem Wasser, das sich
immer wieder rauschend überschlägt, schnalzen hart gedroschene Beachbälle in währender
Monotonie. Alle zehn Minuten schiebt ein sehniger Zwerg für einen Hungerlohn seine
rollende Eiskiste durch den Sand, und immer wieder ertönt seine zermürbende
Erkennungsharmonie, die die Kinderhorde vom Nebentuch in Aufruhr versetzt, nur weil ihnen
das zwanzigste Eis verwehrt wird. Es riecht nach Tang und Sonnencreme. Irgendjemand lacht
immer. Aus den Kofferräumen stilisierter Geländetrucks, die den Palmenhain säumen,
schwingen rhythmische Basslinien durch die zart wehende Luft herüber. So liege ich ein
Zeit lang. Als ich meine Augen öffne, sehe ich einen Mann mit rotfunkelnder Glatze und
einem Glas in der Hand, der gerade dabei ist, auf die Aussichtsklippe zu kraxeln. Es ist
Edvard, der seinen alltäglichen Selbstbeweis führt. Gestern joggte er volltrunken und in
der gleißenden Mittagshitze zur Nachbarbucht, die etwa drei Kilometer entfernt liegt.
Edvard hat es geschafft, wie immer. Dort steht er nun, aufrecht wie ein Feldherr, der die
Verwüstung der gewonnenen Schlacht betrachtet. Seth steht noch immer im Wasser und
träumt. Heike sitzt mittlerweile hospitalisierend auf einem Handtuch und stochert
versunken mit ihrem Strohhalm in den Resten eines doppelten Caipiriñas. Der Pilot setzte
zu einem Kunststück an. Erst stiegen sie auf, flogen ein Stück weit kopfüber und dann
dem Boden entgegen. Als sie sich im Sturzflug dem Bongalow näherten, bemerkte Holm, daß
sich ein wankender Mann auf seinem Dach befand. Der Pilot starrte grinsend durch die
Windschutzscheibe und zog den Knüppel erst im allerletzten Moment zu sich heran. Die
Maschine reagierte nicht, sie beschleunigte mit jedem Meter, der sie dem Gebäude näher
brachte. Er versuchte es wieder und wieder. Jetzt waren sie noch hundert Meter vom Dach
entfernt. Fünfzig noch. Und jetzt sah Holm, wer der trinkenden Mann auf dem Dach war. Der
ultimative Versuch. Die Maschine gehorchte doch. Sie lehnten sich zurück und schlossen
ihre Augen. Ein kleiner Widerstand, aber sonst ging alles gut. Holm schaute sich um. Sein
Vater stand noch immer wankend auf dem Dach. Holm drehte sich wieder nach vorn. Die
Frontscheibe war rot gesprenkelt. Der Leib auf dem Dach sackte langsam in sich zusammen.
Sein Vater war der Mann, den er über den gesamten Erdball gehetzt hatte, der Mann, dessen
Wunsch es war, GOTT zu sein.
Holm L. Parker Hamburg, Deutschland - 30.07.99 at 22:49:21
Lieber DJ Anonymus, ist doch schön, wenn da jemand draußen ist, der auf mich reagiert
- auch wenn er anonym bleibt ;-). Dein Bild mit dem Humus ist schön, als Revanche
bekommst Du (hier in der ersten Zeile) ein Popmusik-Zitat - ich frage mich nämlich, wo Du
ein solches bei mir vorher gefunden haben willst. Klärst Du mich auf?
Verena München, - 30.07.99 at 22:20:11
Wir kamen erst spät// Wir kamen erst spät, die Nacht schon sehr weit/ Der Blick des
Alten verlor sich im Dunkel/ Die Frau ohne Augen stand in der Tür/ Als würde sie auf uns
warten/ Manchmal da ist man zu früh, um spät zu kommn/ Meistens aber kommt es nicht
anderes und man täuscht/ Die eigene Erwartungen indem man zu viel glaubt/ an den Wahn im
Kopf und im Hirn
Lars.Birken-Bertsch@munich.netsurf.de - 30.07.99 at 21:04:28
Des Herrn Schröters Literaturanalysen entlocken einem zwar jetzt ein breites Grinsen,
aber letztlich hofft man doch, dass sie einem beim Lesen des nächsten guten Buches besser
nicht einfallen.
triticea - 30.07.99 at 17:25:21
Liebe Verena, wenn man durchs Schreiben das Leben verdaut, also sich reinzieht, ensteht
Humus. Zumindest, wenn man sich als Regenwurm fühlt, so mittendrin in dieser so komplexen
Welt. Bitte keine Popmusik-Zitate mehr. Die 80er sind vorbei. Und die 90er eigentlich
auch.
DJ Anonymus New York, - 30.07.99 at 16:33:45
sport, shopping, job, nightlife ö wer so aktiv ist, könnte nie auf ein deo
verzichten. sein angenehmer duft schenkt der haut softe frische, ohne aufdringlich zu
sein.
lp029@hotmail.com - 30.07.99 at 14:58:34
"Maybe it is the need to be happy, not the need to change the world, that drives
us to poetry" (Wayne Koestenbaum) - nur scheinbar nicht in Deutschland, wo sich jeder
mit gebrochenem Rückgrat im existentiellen Schlamm wälzen muß, um Worte auf den Asphalt
zu kotzen....oder so....in der VIP-Lounge ist permanent die Rede von Leidenschaft, aber
die Lust, die Lust am Text, die Freude, die Freude, Freude zu bereiten, von der bekomme
ich leider gar nichts mit. Schade. Im übrigen finde ich, daß die Mauer weg muß - diese
zwei Paralleldiskussionsforen finde ich zunehmend ungeeignet. Wir Zaungäste kommentieren
brav und eifrig, was im Allerheiligsten vor sich geht, bloß leider gibt's keine Chance
auf eine Rückmeldung. Findet Ihr das sinnvoll? Schönes Wochenende allerseits :-)
Verena München, - 30.07.99 at 14:28:32
Is this the way to the garden party? All die liebevoll manükierten englischen Rasen
verbrutzeln langsam unter der gleichmässig, gnadenlos herunterbrennenden englischen
Sonne. Das dürfte nach mod. Myth. gar nicht sein, denn hier regnet es ja immer. Deswegen
kriegt man hier auch keinen Sonnenbrand. Oder man merkt es erst, wenn man schon Blasen auf
der Haut hat. Dabei liegen doch London und Berlin auf demselben Breitengrad. Und manchmal
erinnert mich Kentish Town an Neukölln, nur das es hier keine Hasenschänke gibt wo sich
die rollstuhlfahrenden Alkoholiker im Sommer bequem treffen können und die Leute nicht in
ihren Schlafklamotten auf der Straße herumlaufen.Und es grillt keiner im Park. Dafür
muß ich beim Reden immer denken, besonders wenn ich witzig und spontan sein möchte. Da
hat es mich wirklich gefreut im Internet mal wieder ein Stück blutschwitzende deutsche
Kultur zu finden. Echt. Und so schlimm ist es gar nicht.Mit Vergnügen habe ich das Archiv
durchgelesen und ich schaue auch immer brav regelmäßig nach neuen Einträgen. Grüße
P.S.Gut finde ich, daß in französischen Antiquariaten Handke Erstausgaben für 15 Franc
verschleudert werden.
Betti London, UK - 30.07.99 at 12:25:50
mit 3172 war ich dabei. lieber georg m. oswald, lieber moritz von uslar! geht doch in
ein wäldchen vor der stadt und tragt das aus wie männer in richtigen spielfilmen.
schlagt euch eure gespreizten vor- und nachnamen um die ohren oder verklagt euch
gegenseitig, wenn euch nichts mehr einfällt. jeder hockt in seiner kuhle und spritzt mit
gift. ich lese das gerne, wenn m.v.u. es ehrlich meint und um sich schreit, damit er eine
antwort kriegt. danebenbenehmen ist manchmal der einzige weg, auch wenn das immer im
monolog endet. danke, lieber christian kracht, für die nummer 12. auf deiner liste vom
donnerstag. ich bins wirklich. jetzt wieder online gehen, das hier verschicken und die
letzten einträge im gästebuch lesen.
slothrop berlin, - 30.07.99 at 01:03:58
Liebe Maike, ich glaube nicht, das Literatur mit Kompensation zu tun; mit dieser
Argumentation kann man letztlich ja dann alles menschliche Handeln auf Sex reduzieren. Und
wenn es doch so wäre, so wäre es dann auch wieder egal, oder? Was mir zu Eurem Thema
einfällt: Das, warum wir Literatur und Geschichten lieben - ich rede von guten Texten -,
ist doch die Erfahrung der Gleichzeitigkeit von Glück und Schmerz. Bei Camus z.B. steckt
doch hinter der Einsicht in die Sinnlosigkeit, hinter der Erfahrung des Absurden und daß
es keinen Anspruch auf Gluck gibt, eine tiefe Liebe zum Leben, zum Menschen. Und mit
Gleichzeitigkeit meine ich eben diese Brüchigkeit der Affirmation - es gibt beides und
beides zusammen, das ist das Leben. Und in der Literatur konzentriert sich das Leben auf
die Erfahrung. Und im Wort findet diese ihren Ausdruck. Das ist dann "Geschichten
erzählen". Und das tröstet. - Dann folgt noch die Frage, wie erzähle ich das. Und
da gibt es viele Beispiele. Brinkmann z.B. meint was er schreibt. Wenn er
"ficken" schreibt, dann meint er auch "ficken". Wenn er von Liebe
redet, dann meint er auch die Lust auf einen anderen Menschen. Er ist kein Poet, der mit
den Worten um Tiefsinn buhlt. Im Gegenteil, er nimmt die Worte in all ihrer Kraft und
Härte ohne sinnlich, azsoziative Vernebelung. Ich bringe Binkmann ins Spiel, weil er, wie
ich glaube, viel mit dem heutigen privat-tagebuch-total-subjektiv-schreiben zu tun hat.
Nur daß die heutigen Texte noch weniger an der Sprache interessiert sind, sondern nur am
eigenen Empfinden. Finde ich ja auch ok, fällt mir nur auf. So kurz, so long.
Lars.Birken-Bertsch@munich.netsurf.de - 29.07.99 at 22:24:48
Da es heute sehr warm ist, ich mich in Sueddeutschland befinde, verzichte ich hier auf
die Gelegenheit unnoetige seelische Balast abzuwerfen und erfreue mich der wohl gut
geratenen diesjaehrigen Weizenbestaende. Gruss an alle die dieses Jahr noch ordentlich
Weizen dreschen wollen.
Weihe, Steffen Braunschweig, Niedersachsen - 29.07.99 at 17:01:02
Möchte mich anhand des eben gelesenen doch wieder aus dem Gästebuch entfernen lassen.
Geht das? Danke.
Joachim Bessing Hamburg, - 29.07.99 at 16:35:04
Was zählt sind Fakten, Fakten, Fakten! - Um mal ein Markwort zu sprechen! Allerdings
lese ich Focus nur aufm Lokus, und auch nur, wenn esz zum Wischen dortrumliegt und
Praline, Playboy, Wochenend und Co. keine Konkurrenz bieten (z. B. in Zahnarztpraxen).
Habe aus meiner Stammzeitung (SZ) von diesem Schwimmbad liter(weise)arischer Ergüsse
erfahren. Wollte nur mal kurz reinspringen. Gehöre zum schreibenden Handwerkr und werde
bei Gelegenheit mal ein paar Ausgüsse aus meiner jüngsten Novelle (Tempels Feuerlauf)
hier hineinschütten. Melde mich dann als Kosake wieder! Bis die Tage, woll.
Lenny LapTop Doartmaul, nrw - 29.07.99 at 15:56:13
Was zählt sind Fakten, Fakten, Fakten! - Um mal ein Markwort zu sprechen! Allerdings
lese ich Focus nur aufm Lokus, und auch nur, wenn esz zum Wischen dortrumliegt und
Praline, Playboy, Wochenend und Co. keine Konkurrenz bieten (z. B. in Zahnarztpraxen).
Habe aus meiner Stammzeitung (SZ) von diesem Schwimmbad liter(weise)arischer Ergüsse
erfahren. Wollte nur mal kurz reinspringen. Gehöre zum schreibenden Handwerkr und werde
bei Gelegenheit mal ein paar Ausgüsse aus meiner jüngsten Novelle (Tempels Feuerlauf)
hier hineinschütten. Melde mich dann als Kosake wieder! Bis die Tage, woll.
Lenny LapTop Doartmaul, nrw - 29.07.99 at 15:54:38
a magazine is not a mirror.
lp029@hotmail.com - 29.07.99 at 15:41:54
"Wir verdauen beim Schreiben die Welt" - kann Schreiben als Verdauungsprozeß
des Lebens etwas anderes produzieren als Scheiße? just a thougt - ich mein's nicht
provokativ
Verena Planetmünchen - 29.07.99 at 15:27:48
Bin auf/oder besser IN den pool (um beim gemeinen Bild zu bleiben) durch den Bericht in
der SZ gestossen worden. Machte Appetit darauf, hier einmal vorbeizuschauen. Bin ganz
begeistert. Habe mir alle seiten ausgedruckt und mit nach hause genommen. Lese lieber mit
mit papier in der hand. Bin leider erst bis zu pool 3 gekommen. Mache aber weiter.
Versprochen. Muss dazu sagen, bin gar kein so richtiger Literaturkenner. Noch habe ich bis
vor kurzem überhaupt gerne gelesen. Kannte jedoch Christian Kracht´s Faserland. Gutes
Buch. Finde die tatsache entzückend, Euch (äh, Autoren) mal so auf die Finger zu
schauen. Empfinde die Atmo hier sehr natürlich. So die kleinen Insider-Sticheleien (man
kennt sich ja), die hier stattfinden, die Anonymität, die im netzvorherrschen kann (ich
glaub, ich schrieb gleich mal gar nicht meinen richtigen namen ins gästebuch), aber auch
die Schnelligkleit in der publikation, die das Internet möglich macht. Weiter so. Mir
macht's Freude.
Tim D´dorf, D - 29.07.99 at 14:58:40
Lieber Moritz von Uslar, bei dieser ganzen Diskussion um Schreibtechniken,
Schreibhemmungen und - ach, welch Wort - BLOCKADEN - denke ich manchmal an einen
Automechaniker, der morgens untätig im Blaumann an der Wand lehnt, weil er eine
"Montageblockade" hat. Oder, um beim gewählten Bild zu bleiben - wie wäre es
mit einer Backblockade? "Das schau her, alles leer" und morgens um halb sieben
ist die Welt keineswegs wieder in Ordnung? Ich bin nicht unbedingt ein Fan der Oswaldschen
Bücher, aber da muss ich ihm Recht geben: Natürlich kann kein Schreiber immer das
gleiche Kreativitätslevel haben, aber ich kann die Selbststilisierung zum leidenden
Helden des Wortes nicht ertragen, mit der manche Schreiber ihre (wenn auch
vorübergehende) Ideenarmut ummänteln. Die Vorstellung des Dichters, der sich in
Waldeinsamkeit inspirieren läßt, ist tatsächlich sehr 19. Jahrhundert, ich glaube, ein
Schreib-Profi ist immer auch (nicht nur) Handwerker und daran ist nichts ehrenrühriges.
Um noch einmal auf das Bild zurück zu kommen: Auch beim Bäcker interessiert mich der
Output und nicht, ob er sich eine neue Teigknetmaschine anschafft oder das Mehl plötzlich
teurer wird. Mit seinen Kollegen kann er ja gern über diese Problematik reden ;-). Oder?
Verena Planet, München - 29.07.99 at 12:21:12
tjaaa, britta; schätze, das rockende verlagshaus in der betulichen köln-marienburger
villa tüftelt grad am vertrag und wartet auf das nächste engtanzstück, um damit an dich
ranzugrooven; gut so, nur: unter 30 paletten karlsquell solltest du keinen vorschuss
akzeptieren; die trinken wir dann auf der buchmesse...
stefan hamburg, d - 29.07.99 at 11:41:34
Danke, Moritz von Uslar spricht mir aus dem Herzen.
Joachim Bessing Hamburg, - 29.07.99 at 11:36:39
ist es ehrenrührig, erst das seepferdchenabzeichen zu machen, bevor man sich im
schmetterling übt? ich denke nicht.
triticea - 29.07.99 at 11:06:38
und britta, wie war das? vom plansch- ins schwimmerbecken? mailde dich beim poolmaster.
wir wollen den schmetterling sehen.
poolmaster pool - 29.07.99 at 00:28:24
jetzt aber mal ordentlich druff. schlägerei am pool, münchner schickeria. die schon
wieder. ok, ich drück die brille fester auf die nase, klapp die liege zurück und tu so
hinter meinem buch, als hörte ich nicht: traumt die taube nüchternheit, sie lausche, wie
der traube schüchternheit berausche.
nikolaus naked city, - 29.07.99 at 00:27:37
achja, lieber moritz! komm doch einfach rüber zu uns, gast sein ist sowieso viel
schöner. da kann man auch mal die füße auf den tisch legen und mit den fingern die
gurkenstückchen aus dem kartoffelsalat pulen ..poolen. hihi
britta koordinationszentrum, schöner gedanken - 28.07.99 at 23:55:40
HAVANNA die hanna, die hanna/die war in havanna/und kam zurück als sozi-stück/ was
soll man da sagen/in diesen verworrenen tagen/sie hatte glück, das stück
Lars München, - 28.07.99 at 21:08:55
prima, herr uslar (oder von?). ganz ohne ironie. sacht doch erst vorgestern der
prosiegel zu mir:"sie halten sich wohl für was besseres!?" und ich nur so:
brust raus nase hoch und vorbei. denn: klar, für was sonst? auf die titten hat er mir
trotzdem geglotzt. was besseres eben. und wo liegt der unterschied zwischen gästebuch
(planschbecken?) und hauptpool (nur für schwimmer oder was?)? ich kann sogar
schmetterling, während ich den eindruck habe, manche von euch versuchen gerade mal das
seepferdchenabzeichen zu machen.
britta hammerbronx , geliebtes deutschland - 28.07.99 at 21:00:20
um gut auszusehen, sind jetzt andere dinge gefragt.
lp029@hotmail.com - 28.07.99 at 18:18:10
Hallo, Mit-Zaungäste und geladene Mit-Schreiber, dank dem vielzitierten Harry Staun
bin ich beim Surfen jetzt auch in den Pool gefallen und finde die Planscherei hier ganz
spaßig. Kritik: viel Namedropping, viel Selbstreferentielles (obwohl die Frage nicht
uninteressant ist, warum man Geschichten so leidenschaftlich zum 127sten Mal erzählt) -
dazwischen ein wenig Lesefutter für Hungrige. Dienstag abend, der Vollmond hängt über
der Stadt wie ein entzündetes Auge nach fünf Bier und dreieinhalb Stunden Schlaf, aus so
viel schwül-heißer Luft müßte sich doch mehr ziehen lassen als ebensolche.... Der
letzte Eintrage, die Schwedengeschichte, gefällt mir gut. A propos Hemdenbügelsn: Ist
euch schon mal aufgefallen, daß es einen Typus von alten Männern gibt, der überall in
der (westlichen) Welt gleich aussieht, und den man einfach von einem portugiesischen
Bergdorf auf den Broadway setzen könnte, ohne ihn umzuziehen? Er trägt Bundfaltenhose
und Schnürschuhe, V-Pulli mit Hemd darunter, gerade geschnittene Windjacke und irgendeine
Schirmmütze. Überall, zu jeder Jahreszeit.
Verena München, Landunter - 28.07.99 at 16:32:25
heute ist sommer, und es ist gut. vielleicht erzählen im internet geschriebene zeilen
schneller etwas neues, auch wenn sie langsamer zu lesen sind, schneller geschrieben sind,
langsam alleine sind, schnell vergessen werden.
robert hamburg, - 28.07.99 at 14:03:47
Wieso WAR die Rowlands? Die lebt doch noch. Phantastische Frau [die innere
Verweigerung, "fantastisch" zu schreiben, ist immens], gerade für eine
Amerikanerin. Hat sie doch mehr Stil, als die Monroe je gehabt haben könnte. Mir fällt
eine deutsche Schauspielerin, wie Riemann es für sich in Anspruch nimmt, die im Alter
etwas dermaßiges ausstrahlen könnte, partout nicht ein. Vorschläge irgendeiner?
Irgendeins, würde Frau Berg ja sagen/schreiben/formulieren - warum ist DIE eigentlich
nicht dabei? Die würde all dem hier doch die gewisse Prise Nihilismus verleihen, den
selbst ein Pool onnöten hat.
Patrick Ruhrgebiet - 28.07.99 at 13:09:39
Birgit, das geht doch auch beim Originalpool - - - einfach auf "Letzter
Eintrag" klicken [neudeutsch: clicken - postreformatorisch: kliken? - ultradeutsch:
klikkn!], dann geht das schon, wie von Zauberhand, als hätte Mickey Mouse zaubern
gelernt.
Patrick Ruhrgebiet - 28.07.99 at 12:59:03
Die Gena Rowlands war schöner als die doofen Cocktaildamen, die einen jetzt schon seit
Wochen begrüßen. Da dürft ihr euch nicht wundern, wenn jeder Schreiber die
Swimming-Pool-Metapher ausreizt. Warum überhaupt muß ich denn jedesmal die alten Texte
im Pool endlos runterscrollen, wenn ich die neuen lesen will, Webmaster? Im Gästebuch
geht das doch auch mit den neuen am Anfang. Frollein Wetzel soll nicht so angeben mit
ihrem Besuch bei Naumann. Keine jungen Künstler da, mir kommen die Tränen. Als was war
sie denn da, als höhere Tochter? Gibts da keine Geschichte zu erzählen sonst, ausser
dass sie geblitzt wurde, in diplomatischer Mission? Geschieht ihr recht.
Birgit Graf Winterthur, Schweiz - 28.07.99 at 10:50:48
if you wanted an aloof pet that never came when you called it, would you would've
bought a cat.
lp029@hotmail.com bln, - 27.07.99 at 20:00:48
pool ist cool.
triticea - 27.07.99 at 19:59:57
Hey, Baltic Istvan, du Bata Ilic von der Ostseeküste, was willst du uns denn damit
sagen?
Tom Berlin, d - 27.07.99 at 19:44:08
http://www.peterlanger.de/
andrew ffm, - 27.07.99 at 19:06:25
komme eben vom strand. dort reden sie vom p.de. kein hai stiehlt dem reden die schau.
wind zwei bis drei landwaerts. zu buschig fuer mich zwei tage nach der feier. selbstschutz
ist notwendig. neugierig zuhaus zu eurem neuen wasser geguckt und gedacht: guetesiegel
vergeben! istvan de authentic - baltic - coast
baltic-istván rostock, mecklenburk - 26.07.99 at 22:12:06
die prosiegels auf dem balkon. - ahms is jetzt doch kühl ............ draußen. - hmm,
frisch ? - vor allem an den Bein.
britta wer das liest, ist doof - 26.07.99 at 22:02:33
weil olivgrün in ist(auch am pool)
wrt w, ö - 26.07.99 at 21:48:08
warum olivgrün und nicht hellblauer pool?
mht m, d - 26.07.99 at 21:45:21
ein blick in die sz, ein blick ins netz und schöne grüße an die machenden.
annette muenchen, - 26.07.99 at 16:23:52
Testtitel
hier kommt mein blindtext hier kommt mein blindtext hier kommt mein blindtext hier kommt
mein blindtext hier kommt mein blindtext hier kommt mein blindtext hier kommt mein
blindtext hier kommt mein blindtext hier kommt mein blindtext hier kommt mein blindtext
hier kommt mein blindtext hier kommt mein blindtext hier kommt mein blindtext hier kommt
mein blindtext hier kommt mein blindtext hier kommt mein blindtext
testperson teststadt, testland - 26.07.99 at 15:28:51
hey: www.schleuder.de - ganz gross! (ich als exfränkin mussessosagen) Danke Achmett,
danke!
goldbug USA - 26.07.99 at 11:53:43
Salve ! Dank an Elke für die pool-Adresse.Eine Art postmoderner Flaneurmeile, auf der
man nur angenehme und stilsicher schreibende Zeitgenossen trifft.Was für eine Erholung...
Zu Lottmann könnte ich übrigens Datenmengen satt liefern. Der Beruf von Joachim Lottmann
ist: Party-Gesprächsgegenstand. Dazu muß man es erst mal bringen.Ansonsten:
Sommergrüße an alle von rockenden Verlagshaus in der betulichen Villa in Köln
Marienburg.
Helge Malchow Köln, Deutschland - 26.07.99 at 11:47:16
It's evolution, baby! (Was die Griechen übernahmen / Haben sie sofort entscheidend
geändert.) Neo-Sensualismus, tricky fiction: Medien demokratischer Selbstreflexion.
Cathyness.
goldbug - 26.07.99 at 11:32:21