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pool 2 #15 (#95) 01.06.- 04.06.2001
pool 2 #14
01 - 04.06.01 * 19:36:24
2000 Jahre pool
War schön so, gut, und völlig unwichtig. Genau richtig zwischen allem, keine
Gruppe, keine Bewegung, nur eine Verschwörung des Alltags mit der Kunst.
Es war angenehm beiläufig und wichtig, so habe ich es gesehen.
Jetzt haben sich alle sattgesehen, oder sind gegangen. Die Gastgeber tragen
die Aschenbecher weg. Wir wollten es immer als Party verstehen, irgendwann machen
wir die nächste.
pool war nur eine Seite von dem, was wir vorhatten, ein sichtbarer Teil, andere
Ideen warten.
the Buch ist schön geworden. Noch unsicher wie es sich liest, das Kurze, Schnelle
und Präzise, das vom pool kam. Wir werden mehr solcher Bücher machen, die Idee
des pools weitertragen. Metamorphose.
pool wird aufhören wie es begann, schlicht, ohne großes Aufsehen. 2 Jahre, 300,
3000, 4376 Buchseiten(7000? Gibt es Wahnsinnige, die ALLES ausgedruckt haben?),
aber pool ist kein Buch gewesen, sondern ein Rollteppich, so wie auch Jack Kerouak
mit On the Road einen beschrieben hat.
Jetzt bräuchten wir eine Thora-Rolle wie On the Road, auf die wir das ganze
handlich aufrollen könnten. Eine Schaltfläche wie für einen Straßennavigator,
auf dem random pool-texte und poolbilder erscheinen. Einen Soundtrack mit allen
gelesenen Texten, der leise auf den Flughäfen der Welt gemuzakt wird. Man versteht
die Worte nur, wenn man kurz einnickt.
Yours, Sven
Noch einige Tage in den wahren Sommer hinein. Ausfaden.
Mails zum pool gerne, in den pool auch:
ampool@ampool.de
Sven Lager - Berlin
glam - 06.06.01 * 23:36:21

Darkroom der Sprache.
Gesichter, Identitäten als Blitze.
"Ich bin WCH."
"Das mit dem Boxenluder war ich."
Merkwürdig, dieser Glaube: Den anderen hinter seinem fremden Gesicht schon längst
zu kennen. Von ihm zu wissen.
Freunde, die man nie gesehen hat. Nie gehört. Kritiker natürlich auch.
Changieren zwischen Imaginiertem und den realen Treffen.
Herausforderung.
Als wir Nummern wurden, war mir, als hätten wir uns in der Dunkelheit noch Latexmasken
übergezogen. Zuviel.
Es bleibt die Erinnerung an eine Zukunft mit Sven und Elke, Anton und Luzie
im Garten des Einstein. An Treffen auf Literaturfesten mit Lorenz, in chinesischer
Begleitung. An Antjes wild gewordene Autos, schweigende Schlampen. An die Führung
durch das Kunsthaus vor der Akademie der Künste mit Ursula. An einen Dialog,
der nur unter der Oberfläche stattfinden durfte, wenn er gut sein wollte.
Unsichtbares Gespräch.
Danke. Von Herzen.
Carmen Samson