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wannaBe #442

wannabe a big rap-superstar . . .

 

Entpört Euch --- --- - Derzeit ist wieder Radikalinski-Time. Durch Freunde (vor allem: -innen) höre und lese ich, es sei einiger Aufruhr im Gange in den Netzwerken. Manches sehe ich auch von außen und weiß: Aha, derzeit ist wieder Radikalinski-Time. Corona does it, weil, nein, ach: Es war schon immer so.Die Guten vermuten, sie seien die Guten, und die Schlechten sind nur die Rechten. Was abzulehnen ist von dieser Warte namens Autor hier, ist eh klar: rechts. Aber ich möchte kurz die absolute Lächerlichkeit des Diskurses um Monika Maron und Igor Levit herausstellen.Dazu verhält „man“ sich offensichtlich nicht abweichend vom Twitter-Terror, es sei denn, „man“ ist - ja, was? So öffentlichkeitsgeil wie Herr Levit? So menschelnd-moralisch? Dann so getroffen? Und ja, ich kenne mich in Musik nicht so gut aus, aber das Legato haben andere besser drauf, das höre selbst ich raus. Wo ist das Problem?Herr Levit ist sehr betroffen oder getroffen von Herrn Mauros Beitrag. Das lässt er uns in einem Tweet dreimal wissen und merkt nicht die Redundanz, die ja anscheinend dann in seinem Kopf ist und mithin (ich weiß es nicht, aber ich ahne) auch in seinem Spiel. Es ist wirklich immer wieder dasselbe.Frau Maron wird aus ihrem Verlag vertrieben, der sie aus der Vertriebenheit 1981 herausgeholt hatte. Weil sie an falscher Stelle veröffentlicht - einen Essay? Weil es neue Chefinnen gibt, die auf die kleinen Meinungsgeber hören? Was ist denn da schon wieder los!Ich sage Euch kurz, strikt und polemisch, wer das Problem ist: Dr. Ekkehard Knörer. Dieser Internettroll und -moralist vergiftet sie alle, und sie alle gehorchen, weil: Jetzt ist er ja „Merkur“-Herausgeber. Die Szene ist so. Ich kannte nicht einmal, open disclosure, Herrn Rutschky persönlich. Muss alles schon bitter gewesen sein - und ist es wohl noch immer. R.I.P., all of you.Herr Knörer jedenfalls wird nicht müde, sich im Netz zu ereifern, und zwar wirklich, ganz entgegen seiner tatsächlichen, personalen Erscheinung, äußerst fiebrig. Persönlich kennt er alle, kann sozial aber nicht damit umgehen und flamet dann plötzlich das ganze SZ-Feuilleton nieder, weil ihm Herrn Mauros Artikel nicht gefällt, denn: Das geht so nicht, da hau ich einen Tweet raus oder einen Post, ich bin ich, und Mauro ist jetzt tot. Der einzige Geselle im Diskurs aber, der hier tot ist, ist wirklich Knörer.Denn es wird nicht mehr geredet, es wird abbestellt. „SZ? Nie wieder“, so wie ich zum Beispiel die Krabben beim Aldi meide, denn die waren nicht gut. Aber es muss, genau wie irgendeine Hippie-Urlauberin auf Tripadvisor, die vom Lockdown auf Ibiza enttäuscht war und das sternegeizig herausschreit, sofort herausgehauen werden vom Herausgeber. Er überlegt viel, aber kaum, der Herr Knörer. Er haut halt raus, denn das kennt er seit Jahrzehnten. Ist halt so im Netz.Im Netz! Ja, sachlich ist das alles nicht, aber Folgendes geht vielleicht in die Richtung: Es war töricht vom Fischer-Verlag, Frau Maron zu bannen; und natürlich ist Herr Levit ein selbstverliebter, und (das Legato, Baby!) mittelmäßiger Pianist, der die Aufmerksamkeit vor allem durch sein Networking hinkriegt und durch sein hyperfrequentes und hypermoralisches Netzengagement. Er entmenscht so manche Wählerin, ist aber höchst empört, wenn man mal kurz einen kleinen Scheinwerfer auf den gottverdammten Klüngel wirft, in dem er schaumschlägt. Und was ist die Kunst dabei?It’s only Rock n Roll, but they don’t know it. Ich breche hier ab. Denn das ist alles, Herr Knörer, Herr Levit, alas - menschlich, und zwar, ja, wir kennen das Zitat und werfen uns dem nächsten, bitte möglichst dämlichen Wortschimmel demütig und wissend an den Hals: allzu menschlich.

 
TM - Berlin, Wien - 25. Oktober 2020 2:23 Uhr