Navigation




| loop # www.imloop.de

loop #486

spring of loop

 

Die Au-Tomaten schmecken übrigens wunderbar! Sie wurden transportiert mit dem Auto Maten, an wahres Sport-Tier, oder wie sagt man? Automatisch gelangten sie auf den Tisch, den langen. Über viele Ecken hin zur Wunder-Bar! Ein Affe hielt noch die Tatwaffe in der Hand. Automatisch fuhr das Auto die Tomaten über den Tisch. Sie waren noch ganz frisch, die Waren, die wahren, und auch die Gans lebte!

 
GŁTeE - 27. Mai 2016 21:57 Uhr
 

Früher habe ich eindeutig 120 Seiten-Romane favorisiert (sowas wie: Versuch über die Jukebox und Versuch über die Müdigkeit). Zur Zeit liegen hier dicke Schinken mit mindestens 700 Seiten.
Ich beginne mit 'Der Jonas-Komplex' von Thomas Glavinic, von dem ich einmal ein kleines Büchlein gelesen habe (?)
(Mein Lesetempo hat sich leider nicht gesteigert.)
Lion Feuchtwanger: Goya und Spanische Ballade; Guntram Vesper: Frohburg; Juli Zeh: Unterleuten; und die Erzählung von Sasa: Fallensteller
Ganz gelesen, immerhin geschafft:

Klaus Mann: Alexander
Giuseppe Tomasio de Lampedusa: Die Sirene (Erzählungen)
Heinrich Schmidt-Barrien: Aus meinen Jungensjahren
Elmar May: Che Guevara
Hans Magnus Enzensberger: Tumult
Benjamin von Stuckrad-Barre: Panikherz
Dörte Hansen: Altes Land

Panikherz hat sich quasi von selbst gelesen und auch der Schmidt-Barrien. Alexander: immer ein bißchen heikel; mit 'Altes Land' hatte ich durchaus Schwierigkeiten, ein bißchen genervt hat's manchmal. Tumult: ein bißchen 'altersweise' und selbstverliebt (oder wie war das?). Die Che-Biografie hat meine Sympathie für den Menschen nicht vergrößert, im Gegenteil! Lampedusa: sehr schön (der ist/war reich, und die hatten Kultur: das ist ganz erholsam mal;)

 
GŁTeE - reif für die Insel, immer einsam - 27. Mai 2016 21:41 Uhr
 


:-)

 
GŁTeE - in Fantil - 26. Mai 2016 22:24 Uhr
 

Der Bankräuber

Erst
Hatten sen in Pattensen
Jetzt
Ham sen in Ramsen.

 
anton - 26. Mai 2016 19:58 Uhr
 

Es ist doch so: Die Leute werden immer älter und dümmer und fetter. Genau das ist ja die Misere.

 
anton - 26. Mai 2016 0:55 Uhr
 

DAS HelenaKomplott ODER DIE SCHMACH DES ODYSSEUS> was bisher geschah3. DAS KOMPLOTT

Bevor der Rat der Heerführer zusammenkam, rief Agamemnon Feierliche Spiele aus, um das Zeichn der Götter angemessen zu würdigen. In Sport und Kunst sollte um Lorbeer gestritten werden, durch Kämpfer der alliierten Heere und durchaus mit Kämpfern der trojanischen Feste. Dafür wurde ein vierwöchiger Friede ausgerufen.
In der Heeresfront auf & ab große Verwirrung. Die einen kalkulierten ihre Chance, bei einem Wettkampf erfolgreich abzuschneiden, die anderen blieben befremdet darüber, den Blutsfeinden augenblicklich mit Fairnis zu begegnen. Doch jeder Heerführer wollte glänzen, ließ in seinen Reihen nach den erfolgversprechendsten Talenten für die einzelnen Disziplinen Ausschau halten, und so fügten sich alle in die neue Order.
Zwei Tage vor dem Stadionlauf, dem ersten Wettkampf der Spiele, verabredete Agamemnon ein Treffen mit Hektor, allein, unter vier Augen. Sie trafen sich während des Finales am westlichen Stadttor, ein Zelt ward dafür hergerichtet, und stimmten darin überein, ihr Leben und das vieler Männer keinesfalls der Unstetigkeit eines Weibsmenschen zu unterwerfen. Böte sich eine biologische Lösung, so sollte die beileibe nicht verpasst werden. Lösungen der biologischen Art wären:
- Helena scheidet schicksalhaft dahin,
- die Götter rufen sie zu sich,
- eine unheilbare Krankheit wie bei anderen auch.
Es lief auf Letzteres (inkl. Schicksal & Götter) hinaus, ein rasendes Fieber griff um sich bis zum Palast hinauf, allerdings ohne die Physis der Helena anzugreifen, im ersten Versuch. Helena unterzog Erkrankten im Gefolge einer Feuerkur, selbst ihren viele Jahre ergebenen Afghanenhund übergab sie den Flammen.
Parallel zu den Bühneninszenierungen als Höhepunkt der Spiele verlief endlich die Anhörung des Mopsos durch den Rat der Heerführer. Wobei über geraume Zeit unklar blieb, ob Mopsos mit seinem Reisebericht tatsächlich zu Wort kommen sollte. Unermüdlich deklinierten die Heerführer die Stärken, die Qualitäten ihrer Mannschaften und renommierten voreinander. All ihre Recken im Sport & ihre Barden & ihre erstklassigen Bühnenmasken. Das Protokoll registrierte Eifer, Huldigung, Beifall. Bevor Mopsos befragt wurde: "Gibt es denn wesentliche Erkenntnisse?" Und vor einer Antwort obligate Erkundigung nach Wind, Wetter, Route, Fahrtzeit, Landgängen, Begegnungen. Das aber mit gespielter Ungeduld. Höfliches Innehalten, als Mopsos das Eintauchen erst der zwei, dann der zehn Fische in das Orakelbecken schilderte. Unentschlossenes Innehalten.
Manche forderten, und folgten darin wie Agamemnon von Anbeginn, sich der eigenen Kräfte zu vergewissern. Sich allein dem Kampf hingeben, bis zur letzten Reserve. Die Mathematiker schworen auf Multiplikatoren und maßen der Fünf eine wesentliche Bedeutung zu, der Fünf als der Hälfte von Zehn, um das Halbe somit in tieferer Bedeutung. Menelaos zürnte darüber, welcher Sinn bestünde etwa in allein einer von zwei Händen, in einer halben Frau, in einer halben Ehe? Die Fünf stünde andererseits für den kompletten Fingersatz, eine ganze Hand, und verweise darauf, die Situation im Griff zu halten. Nicht zu vergessen die fünf göttlichen Töchter als zwingend höhere Kraft, soweit die Priester nicht ganz verständlich. Die Zwei könne auch schlicht auf Ausgeglichenheit verweisen, zwei Schalen, die Waage, gerechter Sinn, auf die zehn Gewichte zu verteilen seien, stets im Gleichgewicht bleibend. Eine Kunst, vielleicht ähnlich der diplomatischen. Dann gingen welche von der Zehn aus als Triumpf des dekadischen Systems und als Bestätigung der Tradition jenseits des Meeres bei den Pyramidenherrschern. Ward zur Kenntnis genommen. Bald auch wurden Zwei und Zehn in Zeitreihen gebracht. Mit der Überlegung, dass alles doppelt oder gar zehnfach so viel Kraft wie Zeit erforderte. Allerdings doppelt soviel von was? Das Heer ließe sich nicht ohne weiteres verdoppeln, schon gar nicht verzehnfachen. Bis die Gelehrten erkannten, dass solche Modelle längst nicht zeitlichen Aspekten genügten. Bis Einer Wochen, Monate, Jahre ins Feld führte und Idomeneus, dies aufgreifend, allen Ernstes mahnte: "Wir schaffen es in zwei Jahren. Ansonsten in zehn."
Die Autorität des kretischen Herrschers blieb unbestritten, aber wie ließe sich das in diesem zweiten Kriegsjahr noch schaffen? Agamemnon war überzeugt, dass nur diese Interpretation gültig war. Menelaos kam es zupass in seinem konzentrierten Bestreben. Doch die kriegerischen Mittel genügten nicht für ein Übergewicht. Eine List musste her, womit Odysseus aufgerufen ward. Nun ja, ihm fiel nichts ein, was unter Zeitdruck Erfolg versprechen könnte. Es sei denn, eine Übereinkunft. So kam es zu einem zweiten Treffen mit Hektor. Vom Orakelspruch in Kenntnis gesetzt, führte er ein Rind und einen Widder zum Opferstein. Und schlug drei mögliche Lösungen vor, die vertrauten:
- Helena scheidet schicksalhaft dahin,
- die Götter rufen sie zu sich,
- eine unheilbare Krankheit wie bei anderen auch.
Keine neuen Ideen, jedoch die richtige Richtung. Agamemnon bedankte sich und Odysseus bat Hektor um ein Treffen mit Helena. So weit wollten die Trojaner ihm dann nicht folgen, ließen Odysseus aber durchs Stadttor und zum Palast. Als Paris ihm entgegen trat, tätschelte Odysseus ihm die Wangen und stieß ihn beiseite. Er bezog Quartier in einer Herberge, verharrte da ohne weiteren Ausgang oder Besuche und am zweiten Tag wurde er gerufen. Tatsächlich bemühte sich Helena um ein Ende. Odysseus hielt das für ein Opfer, für keine Lösung. Was sollte er mit Helena anstellen, sobald sie vor ihm stand? Etwa mit eigener Hand würgen? Er wollte lediglich Anstoß geben, niemals selbst Hand anlegen. So meinte es auch Hektor und dabei beließen sie es. Aber irgendwer sollte Hand anlegen, wenn nicht Odysseus, wer dann? Die Trojer entwickelten nicht wirklich einen Sinn für Angebote, sperrten sich allerdings auch nicht. Man stelle sich also Helena an einer Brüstung vor, sie beugt sich darüber, springt jedoch nicht. Sie springt einfach nicht. Feiges Weibsmensch, das sich nie fügt.
Zum Ende der Spiele eine dritte Begegnung der beiden Honoratioren. Einigkeit herrschte nun darüber, dass der entscheidende Stoß allein durch die Danaer erfolgen dürfe. Ihrer Genugtuung wegen und um nicht die anderen nachweislich in Verrat zu setzen.
Auf dem Prozessionsweg zum Tempel folgten Agamemnon und Hektor unmittelbar der Siegergruppe mit Milon aus dem Heer des Antiphos, Sieger im Ringkampf, hinter ihnen Menelaos und Aeneas, danach Odysseus mit Geleit. Als die Priester Milon wie den anderen Siegern den Maulbeerkranz reichten, meinte Hektor: "Und solch' Kranz gebühre doch erst recht unserer beider Parteien Königin." So kam der Gedanke vom zwiefachen Gattinnen-Reif in die Welt, bloß mangelte es an Zauber. Die rechte List musste an den Reif und hierzu ward Odysseus bestellt. Der schnürte den Auftrag zu zwei Paketen. Erstes: Beschaffung des Zaubers, zweites: Verschaffung des Reifs. Für Zauber hieß es, Götter zu gewinnen, für wohlfeilen wie für faulen. Odysseus opferte einen Widder auf dem Amboss des Hephaistos, doch dieser Gott schmiedete zu heiß, als das irgendwas zu fassen war. Dann bedachte Odysseus, ob nicht vielmehr kleineren, im Verborgenen waltenden Göttern bei dieser Spezialität zu huldigen Erfolg verheißen sei. Womöglich den Gebietern von Flüssen, Auen, Wäldern und Wiesen. Auch von den Quellen unterhalb der Felsen von Troja, die in Friedenszeiten weniger Durst stillen als Erfrischung spenden in den zwei Becken vor der Grotte. Prickelnde Erfrischung, um brennender Hitze zu begegnen, Generation für Generation. Welch' Aufgabe, all das gestillte Brennen vom Grund der Becken zu bergen und zu fassen.
Mopsos besah der Vögel Flug, wie der Schwarm Sperlinge allesamt von einem Strauch zu dem gegenüber flog und prompt der erste sich im Inneren entzündete, Flammen schlugen und er in aller Kürze niederbrannte. Also wurde beider Becken Wasser komplett abgelassen, das Sediment des einen zu dem des anderen gegeben und als das Wasser dann aufgefüllt war, enthielt das Becken mit dem gesammelten Sediment der brennenden Hitze nun heißes Wasser, das andere Becken kaltes. Vor dem Einlassen des Wassers wurde der aus Myrte geflochtene Gattinnen-Reif ins hitzehaltende Sediment versenkt und darin eine Vollmondnacht samt Stierblut als Opfer für den Quellgott belassen. Damit ein zauberhaft fester Reif in dunklem Grün und Päckchen Eins: geschnürt.
Für's Verschaffen ward zuerst - wer sonst - Menelaos vorgesehen. Der ließ sich nichts einreden, von wegen Gattinnen-Reif und Gatte, da sei er garantiert mit von der Partie, gern jedoch hinter den besten ganz vorn. Sein Vorbehalt: vielleicht gemeinsam mit dem zweiten Gatten Paris, der sich jedoch partout nicht erweichen ließ. Menelaos sah ebenso wenig ein, die kalte Quelle ad hoc als heiße zu akzeptieren, entgegen aller Vernunft. Was sonst sollte ein freier Mensch hinnehmen, was ein König, was ein Gatte? Das Lauwarme hängte Menelaos dem Paris an, nun gut, diese beiden fielen aus. Agamemnon sprach kein Machtwort, hielt nicht für nötig, ein Geschenk zu überreichen, das oblag keinem König. Unter den Freiwilligen gebührte Idomeneus der höchste Rang, der kümmerte sich bis hin zu den Stadtmauern Trojas. Wer auch immer da den Reif übernahm - der Friede der Spiele war schließlich vorbei und damit freier Zugang zur umkämpften Stadt - er verschaffte ihn nicht hin zur Helena. Eine Schmach, solche Gesandtschaft nicht gebührend zu würdigen. Da ließ sich jedoch wenig ausrichten und der Reif verblieb im Ungewissen. Nun gut, keine Bestätigung einer Übergabe am Ost- oder Nordost oder Nordtor, obwohl der Transfer ins Stadtinnere erfolgt sein soll, der Reif also weitergereicht sein sollte bis in den Palastbezirk, bis auf Helenas Haupt. Jedenfalls ohne gewünschte Wirkung.
Kalchas stellte Mopsos' Vogelschau in Zweifel, seine Erklärung: Der Aphrodite immergrüne Myrte eingetaucht ins Nass des weit vernetzten Skamandros, da wirkte der Götter Beistand klar auf Seiten Helenas und ihrer Trojaner. Bevor ein Zorn über Mopsos hereinbrach, setzte sich Odysseus weitaus größerer Empörung beider grad um den Helena-Frieden ringenden Parteien aus. Er hatte nämlich den Gattinnen-Reif vollkommen eigenmächtig mit Gift versehen und so eine todbringende Stafette unter all den Boten bis hin zum Paris-Bruder Alexander in Gang gesetzt. Während Mopsos bei passender Gelegenheit die Atridenbrüder gemahnte, dass die Trojaner nie und nimmer gegen ihre Götter, sondern allenfalls mit ihnen zu bezwingen seien, verstärkte sich der Zorn auf Odysseus als dem Giftmörder von Paris' und Hektors Bruder.
An Mopsos und Kalchas gleichermaßen erging der Auftrag, die Götter wieder wohlgesonnen zu stimmen. Resultat: Die oberste Heeresführung unter Agamemnon und Menelaos beschied Odysseus, als Buße und näherungsweise wieder gutmachendes Opfer 100 Rosse bereitzustellen zu Gefallen der Trojaner. Durch den Schlichter Diomedes zu übergeben den Amazonen, auf dass sie die solcherart geweihte Herde den Fluten des Skamandros zuführen. Ein besänftigendes Opfer, keins dass irgendetwas komplett rückgängig zu machen vermochte, für Odysseus schon gar nicht. Vergaben die Götter?
Tief verschuldet und allseits in Misskredit stand für Odysseus zu befürchten, dass sich selbst seine eigene Mannschaft von ihm abwendet. Das Fischorakel hatte ZWEI und ZEHN vorgegeben, zwei Kriegsjahre oder zehn, wegen Odysseus blieb die Lösung des Konflikts nach zwei Jahren bittere Illusion. Und Odysseus musste an der Küste Trojas bleiben, während alle heimzogen, um acht Jahre später zurückzukehren und die Entscheidung zu finden. Dann also im zehnten Kriegsjahr.

* * *


 
monik sos - ffm. - 23. Mai 2016 22:54 Uhr
 

tja, gute Frage!

Ich plädiere für weitermachen und weiter machen. Es/er müßte/wir müßten noch offener werden, europäischer (mindestens), vielsprachiger.

der loop als Forum, als Marktplatz

Heute mußte ich nach Baunatal fahren um antiquarische Bücher zu finden von Oskar Pastior, Werner Schwab, Erwin Wittstock (nie vorher gehört) und Martin Walser: die Poetik-Vorlesung. Alt und schmutzig, aber sehr billig.

Angefangen, noch nicht vergessen, verbaut, verschüttet:
Fallensteller (ja, super die letzte Erzählung!) - Unterleuten (was für ein blöder Dorfname;) es beginnt chaotisch als Bewußtseinsstrom; ist vermutlich formal nicht ihr bestes Buch? = schon mal ein VORurteil) - Goya und Spanische Ballade von Lion Feuchtwanger (den ich ja schon immer mal) - Alexander: Klaus Mann (in der Mitte wird's richtig gut: Fantastisches, Phantasievolles, Orientalisches, Märchenhaftes, Historisches!)

Was ich nun weiß: ich bin kein Schriftsteller (obwohl ich gerne und recht viel und mittlerweile regelmäßig schreibe seit, seit vierzig Jahren; das ist für mich so eine Art Therapie, eine Art 'Selbstreinigung', auch eine Sprachaneignung, ein kreativer Prozess, ein Schwimmen im Sprachstrom, im Gedankenstrom, ein Ordnungsprozess: ordnen, bewerten, planen, erinnern, darstellen, figurieren, formulieren)

Musiker bin ich auch nur eingeschränkt. Dieses Jahr bin ich hauptsächlich Gärtner: es wird wohl das erfolgreichste (achte) Jahr werden! Älter werdend ist Vieles mir nicht mehr so wichtig: was sollte/könnte ich noch anstreben und verwirklichen? Einen Roman schreiben? Klar, immer noch möglich (obwohl eher unwahrscheinlich, s.o.)

Es kommen harte, schwere Zeiten auf uns (euch) zu, vermute ich mal! Meine Zeit ist bald abgelaufen (spätestens in dreißig Jahren). Ich war nicht so wichtig, und das ist vielleicht auch gut so (für die Welt;) Macht hatte ich keine, ausdrücken konnte ich mich nur schlecht. Schreiben tue ich für die Ewigkeit oder für die Mülltonne, für's Bibliotheksarchiv der Unikate (im besten Falle).
Musikern, schriftstellern und gärtnern: viel mehr kann ich ja nicht (obwohl ich letztens ein Fenster reparieren konnte, worauf ich ganz Stolz bin! das hat zwar lange gedauert, aber dann klappte es)

Übung macht den Meister, in Bewegung bleiben, alles ein bißchen durcheinander rühren, schütteln und die Teile neu zusammen setzen.
Ich bin zu doof, überblicke das Ganze nicht, weiß und behalte nichts, erinnere mich kaum noch: alles ist tausendmal gesagt und beschrieben. Tschüss!

So könnte man sich/ich mich verabschieden. Aber nein, sterben will ich noch nicht. Es gibt noch viel zu entdecken! Eine unendliche Geschichte, fantastische Welten, das Reich der Literatur und Kunst und Musik, die weltlichen Verwicklungen, den Wirrwarr entwirren, die Sprache (der Politik z.B.) entlarven! Mitbauen am Bauwerk Sprache, mitwirken an der babylonischen Sprachverwirrung, damit sich das Pfingstwunder und so weiter.

Der Autor braucht den Leser, braucht die Anerkennung. [Die Nichtbeachtung hat Folgen, die bis heute ärgerlich sind. Svevo war persönlich gekränkt - wir erinnern uns, daß er vom Schreiben sein Heil erwartete - und zog sich für fünfundzwanzig Jahre aus dem literarischen Leben zurück. - W. Genazino]

Ich führe ein Doppelleben, muß nicht vom Schreiben leben (das könnte ich gar nicht).

 
GŁTeE - 17. Mai 2016 20:59 Uhr
 

Wie kann man diesen Laden wiederbeleben? Und: will/sollte man das?

 
DeadlyMedicine - Bielefeld - 15. Mai 2016 19:04 Uhr
 

DAS HelenaKomplott ODER DIE SCHMACH DES ODYSSEUS> was bisher geschah2. DIE ORAKELFAHRT

Menelaos stimmte dem ohne Zögern zu und berichtete vom vergangenen Abend, in der Dämmerung, als vor ihm ein Schwarm Eulen aufstieg und er fürchterlich erschrak. "Ein Schwarm solcher Vögel ist eigentlich nicht vorgesehen", bemerkte Kalchas. Im Feuerbecken zischten Funken, eine Rauchwolke stieg auf und eine weitere, als Göttin Athene nochmals hinein blies. Unbeeindruckt und erbost fuhr Agamemnon seinen Bruder an: "Für Dich sind wir hierher aufgebrochen, haben tausende Krieger versammelt, die stolzesten Fürstenhäuser vereint! Was sollen Fragen, wenn sie in Zweifel münden?" Menelaos winkte ab und erinnerte an Odysseus' Schwur der Freier. Odysseus zuckte mit den Schultern: "Wie hätte das sonst funktionieren sollen?" Agamemnon: "Dann ohne viel Aufhebens, keine Unruhe im Lager. Kalchas bleibt hier, der Junge geht. Keine Fragen mit Wenn und Ob, lediglich nach dem Wie." Damit war der Auftrag bestimmt. Dazu bekam Mopsos ein tüchtiges Boot, Proviant und Gorgos als Bootsmann und Gefährten.

Sie segelten mit dem ersten Wind bei wolkenlosem Himmel, steter Brise, sanftem Meer, mit allem Wohlwollen der Götter also, und kehrten dennoch nach dem ersten Tag rudernd zurück, um den Mast auszutauschen, der ihnen durch ein ungeschicktes Manöver beim Wechseln der Strömung durch eine Böe geborsten war. Vor ihrem zweiten Aufbruch schlachteten sie am Strand einen Widder um Poseidons weiteren Wohlgefallen und luden reichlich Opfergaben an Bord. Dann nahmen sie erneut Fahrt auf. Sieben Flussmündungen lagen auf dem Weg. Sieben Buchten galt es anzulaufen vor dem Ziel.
In der ersten wuschen sie sich am zweiten Abend den kampfverwirbelten Staub Trojas vom Leib. Die Wasser des Flusses so rot färbten ihre Haut ebenso, wie schon die gewaltigen Mauern hoch im Gebirge über der Bucht, die Gebäude verbargen vor Anblick von unten. Als sie sich am Strand trocken rieben, bemerkten sie eine fremde, wohl heimische Schar in langen roten Röcken, wohl längere Zeit waren sie beobachtet worden. Einer kam auf sie zu, grüßte und lud zum gedeckten Mahl, das freigegeben war in ihrer Mitte, sobald die Schar auseinander trat, eine Tafel mit Fisch, Brot, Früchten, Wein. Nach dem Mahl führten sie Mopsos und Gefährten zu einem Tal nebenan, über und über bewachsen mit rotblütigen Pflanzen, die beim Nähertreten ihre Köpfchen reckten, und hießen sie, auf den Bänken auszuruhen. In der Tat griff eine Müdigkeit um sich, doch Mopsos lehnte dankend ab, nicht ohne einen Korb mit diesen einnehmenden Pflanzen zu erbitten als Geschenk für die Götter um wohlwollende Weiterfahrt. Worauf sie Mopsos auf das Ziel seiner Reise ansprachen und klar empfahlen, dass ein Schlaf unter den roten Blumen manch Frage zu klären verhelfe. Er ließ sich darauf nicht ein, dankend.
Auf einer Insel mit in der Brandung unentwegt klappernden Steinen säuberten sie tags darauf vor der zweiten Bucht Kleider und Rüstung und Waffen vom Blut der Rivalen im Kampf. Das Klappern wurde ohrenbetäubend, sie stiegen wieder ins Schiff und erkundeten das sumpfige Mündungsgebiet. Aufplatzende Blasen weckten ihre Neugier, sie warfen Fackeln, die Funkenfontänen entzündeten. Alles tauchte in leuchtende Farben, die Gesichter in Gelbrot mit blaugrünen Schatten um Nase und Kinn. Zu unheimlich, um länger zu verweilen. Zu bezwingend, um nicht umgehend einen Widder zu opfern. Blau dessen gewirbelte Hörner, als er im Wasser versank. Gorgos sprang neugierig hinterher und tauchte jäh und entsetzt wieder auf. Den Widder habe ein Strudel mitgerissen, an Stelle der Hörner schaukelten blaustrahlende Seepferdchen.
Die dritte Bucht erreichten sie am folgenden Abend, das eisige Wasser taugte für kein Bad. Am Morgen, zum Mittag: Die Sonne erwärmte es ebenso wenig. Der Sand am Ufer trieb gletscherkalt hin zu einer Höhle, aus deren Portal warme Nebelschwaden den Feigenbäumen davor die lieblichsten Früchte verzuckerten. Ein Ort mit fruchtbringendem Quell, um eine Stadt zu begründen. Mopsos schritt dazu ein Areal ab, versenkte seinen Speer und verhieß das Gelände für geeignet, einst Klarheiten der Welt anzubieten, nichts weniger, jedoch nicht zugleich. Denn Erde, Fluss und Meer begannen zu beben, zu schäumen und empfahlen die Weite.
Der vierte Fluss ließ eine Stadt wachsen mit den Sanden und Geröll, die seine Mündung über die Zeiten meerwärts schob. Mit der Stadt wuchs ihr Hafen und ihr Ruf übers Meer hinaus. Bekannt bis jenseits der Küsten mit Pyramiden und Herrschern mit allein linken Händen. Doch in Feindeshand, so dass Offenbarung für Mopsos nicht geraten schien. Sie huldigten einer Göttin mit unzähligen Brüsten, zwingend für solch fruchtbaren Landstrich. Optimal für den Einkauf von Opfertieren, Futter, Proviant, ansonsten zügige Weiterfahrt. Noch in Sichtweite zur Stadt abermals ein Seebeben, das ihr Boot wie an straffer Schnur hinaus und voran zog.
Die Bucht des fünften Flusses randvoll befüllt mit Sediment, der Meerbusen davor bereits zur Hälfte. An einem der vier teils trockenen Häfen ein Gehege mit vierzig purpurnen Stieren und Priesterinnen. Nicht das einzige Heiligtum im Umkreis, Prozessionsstraßen führten dahin. Den vielen verbrannten Häusern zufolge schienen ihre Götter alles andere als großzügig. So opferten sie den erworbenen Stier nicht vorort im Tempel, wenn den auch Löwen und geflügelte Greifen zierten, sondern nahmen ihn mit aufs Boot und übergaben ihn mit Ährengirlanden dem Meer. Jeden Tag im Nordost beklagten Mopsos und Gorgos die zunehmende Ferne vom Schlachtfeld mit Sieg und Ruhm und üppiger Beute, um sich nächtens vor Anker oder im Sand in stiller Bucht neuerlicher Träume zu vergewissern.
Die sechste Mündung schon jenseits der zahllosen Inseln und die Einheimischen keine Verbündeten von Mopsos' Gegnern, also freundlicher Empfang samt Geleit zur Burg der Grenzfeste unterhalb wolkenprüfenden Bergfrieds. Sie erfuhren von Uferpflanzen, die verwirrt das Wasser fliehenden Fischen Unsterblichkeit spenden, wurden zwar mehrfach im Kreis geführt, konnten das Phänomen jedoch nirgends selbst in Augenschein nehmen. Der heimische Flussgott galt als besonders sanfter, weitaus geliebter, allerdings verwünschten die ihn freienden Konkurrentinnen einander gern zu Ungeheuern, unter anderem zu Schiffe versenkendem Rüttelfels. Mopsos und Gorgos waren gewarnt, umschifften das Kap hin zur letzten Bucht.
Den siebten Fluss, einen rotgelben, befuhren sie am Leuchtturm vorbei einen halben Tag stromaufwärts, entlang einer Stadt gleichen Namens, fruchtbarer Felder und Obsthaine und Weiden für rotblonde Rinder und Pferde. Auf einem Steg, der weit hinein in den Fluss reichte, ein überdachter Verschlag, in dem Oboloi für die Weiterfahrt zu entrichten wären. Sie unterbrachen die Fahrt und während der Rast wurden sie auf eine heilige Stätte hinter dem Gräberfeld verwiesen, zu Ehren einer Göttin, die hier dereinst Zuflucht vor den Nachstellungen ihrer rachsüchtigen Nebenbuhlerin fand. Mopsos fühlte sich versucht, den beim weiten Brunnenbecken gehüteten Heiligen Felsbrocken mitzunehmen. Den mit aller Kraft geschleudert könnte einen Durchbruch in Trojas Mauer reißen. Doch der Auftrag war ein anderer.
Der Wind führte sie der Erfüllung ihres Auftrags entgegen und noch ein Stück fort vom Kampfesziel. Bis zum fürstlichen Empfang im Hafen von Myra am achten oder zehnten Tag, nahe dem Ziel. Mit Begleitbooten, Feuerwerk, Blütengirlanden, Freudenfeuern, Wasserfontänen, dressierten Delfinen, üppigem Mahl, Geleit durch Priesterinnen. Am Kai zwei riesige Figuren zu einer Skulptur verschmolzen, die Schutzpatrone Zeus und Poseidon, eine Fackel in den Himmel reckend. Mopsos durfte die Leiter hinauf, um die Flamme zu entzünden. Eine Ehre, dem Heer vor Troja geschuldet.
Daraufhin die Fragen, vielüberlegt vorm Orakel:
Wie steht es für meines Herren Sinn um Frau und Ehre und des Aufwands Lohn? Zwei Fische schwammen in das Becken mit dem hineingeworfenen Brotteig als Opfergabe und so sollten vielleicht nur, hm, zwei der drei Forderungen der Atridenbrüder in Erfüllung gehen? Doch gerade als Mopsos vom Priester gebeten wurde, mit ihm die Orakelstätte zu verlassen, schäumte und quirlte es im Becken und ein Schwarm war eingefallen und sie zählten nun zehn Fische.
Auf der Rückfahrt lag ihnen der Wind nicht so sanft schiebend im Rücken und am dritten Tag gerieten sie während eines Unwetters überdies in Kollision mit einem Schwarm Graureiher. Verfingen die Vögel sich im Segel oder flogen sie absichtlich hinein, um es zu zerstören? Poseidon allerdings beendete den Sturm und zog das Meer glatt bis hin zum Wiedersehen von Flotte und Gefährten.

 
monik sos - ffm. - 15. Mai 2016 13:21 Uhr