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loop #390

spring of loop

 

To be or not to be
für Lloyd


Du kannst der Trägheit nur durch gute Vorsätze entrinnen,
Und plötzlich bemerkst du, dass deine Wege, deine Anliegen
Und Talente zum bloßen Über-Lebens-Plan verkamen.
Bist du nun bitter, Dichter?

Ich bin ein Moralist,
Und meine Ansprüche reichen hoch bis in den Nachthimmel.
Doch der Morgen in der westlichen City zerstört
Den köstlichen Traum.
So krieche ich niedergeschlagen zum Moloch Geld,
Unwürdig duckt sich mein königliches Haupt,
Wenn ich die S-Bahn verlasse –
Ein Kasperl-Hamlet auf dem Weg ins Büro.

(The way of all flesh.)

 
anton - 18. Mai 2012 15:16 Uhr
 

Feindliche Brüder
Oder
Traue keinem Dichter nicht September 1982

Von Zeit zu Zeit müssen wir uns zwangsläufig begegnen,
Da es uns gibt, ein elitärer Zirkel in jeder Stadt.
Wir schreiben uns und begrüßen uns,
Mißtrauisch aufrichtig und hinterfotzig verlogen,
In den nächtlichen Weinhäusern oder in diesen blasierten Salons
Der Kunst beflissenen Damen auf dem Killesberg,
Wo wir in schönen Versen musizieren
Und unsere Samengerüche sich geil bekriegen.

Doch unsere Schwüre, unsere Leidenschaft und unsere Sätze,
Die uns verknüpfen,
Werfen uns in die Abstellkammer dieser Gesellschaft.
Auch ziehe ich täglich noch eine Mauer
Zwischen deinen Satz und meinen,
Sodass wir uns nicht mehr einigen können.
Wir sind die Agenten dieses Erregungszustandes,
Dass die Welt den Menschen feindlich gegenüber tritt –

Wir bitten weiterhin um eure Aufmerksamkeit.

 
anton - für nur mal so - 17. Mai 2012 17:19 Uhr
 

Bei den Stymphaliden

Das Mädchen liegt neben ihm auf einem Feldbett. Unter freiem Himmel. Nachts bei den Stymphaliden. Plötzlich, durch einen bösen Geist aus dem Schlaf, aus ihren Träumen gerissen, richtet sie sich auf wie ein wildes Tier in Panik, und schreit sich die Seele aus dem Leib. Er liegt neben ihr in seinem Kinderbett, und unaufhaltsam kommt der Schwarze Mann, der ihn vernichten wird, auf ihn zu. Er weiß, dass er ihn erwürgen wird. Jetzt steht sein Peiniger direkt vor ihm und streckt seine großen schwarzen Hände nach ihm aus. Es ist der Schrei des Mädchens, der ihn rettet.

Wenn er alles aus sich herausschreien kann, wird er sich retten können.

Das Mädchen fährt wieder hoch und stößt ihren martialischen, knochenbrechenden Schrei aus. Doch der Schwarze Mann, der Peiniger, bleibt unerschütterlich vor ihm stehen, und seine Todeshände liegen eng um seinen Hals. Er kam jede Nacht, er war immer da. Paul beugte sich über das Mädchen, atemlos und schweißgebadet in der Stymphalidennacht, mit dem weißen Mondlicht auf den Möbeln. Er wollte sie zum Schweigen bringen.

Doch der Schrei hat sie bisher immer noch gerettet.

Schließlich schreien sie gemeinsam los durch diese archaische Nacht, wie auf ein geheimes Fingerschnippen, mit einer Seele. Sie schreien den Tod ins Meer und vertreiben den Schwarzen Mann. Mondsüchtig, auf hell erleuchteter Bühne.

Wer hat den Schwarzen Mann gesehen, der diese Liebe störte?

 
anton - stymphalid - 16. Mai 2012 18:52 Uhr
 


Eine Frau hat immer Besuch von ihrem Liebhaber, während ihr Mann bei der Arbeit ist.
Eines Tages versteckt sich der neunjährige Sohn im Schrank um zu beobachten, was die beiden denn so machen...
Auf einmal kommt der Ehemann überraschend nach Hause und die Frau versteckt auch ihren Liebhaber im Schrank:
Der Sohn: "Dunkel hier drinnen..."
Der Mann (flüstert): "Stimmt."
Der Sohn: "Ich hab einen Fußball..."
Der Mann: "Schön für Dich."
Der Sohn: "Willst Du den kaufen?"
Der Mann: "Nee, vielen Dank!"
Der Sohn: "Mein Vater ist draußen!"
Der Mann: "OK, wie viel?"
Der Sohn: "250 Euro."
In den nächsten Wochen passiert es nochmal, dass der Sohn und der Liebhaber
im gleichen Schrank enden.
Der Sohn: "Dunkel hier drinnen...."
Der Mann (flüstert): "Stimmt."
Der Sohn: "Ich hab Turnschuhe."
Der Mann, in Erinnerung, gedanklich seufzend: "Wieviel?"
Der Sohn: "500 Euro."
Nach ein paar Tagen sagt der Vater zum Sohn: "Nimm deinen Fußballsachen und lass uns eine Runde spielen."
Der Sohn: "Geht nicht hab ich alles verkauft!"
Der Vater: "Für wie viel?"
Der Sohn: "Für 750 Euro."
Der Vater: "Es ist unglaublich wie Du Deine Freunde betrügst, das ist viel mehr als die Sachen gekostet haben. Ich werde Dich zum Beichten in die Kirche bringen!"
Der Vater bringt seinen Sohn in die Kirche, setzt ihn in den Beichtstuhl und schließt die Tür.
Der Sohn: "Dunkel hier drinnen..."
Der Pfarrer: "Hör auf mit der Scheiße!!!"

 
anton - 16. Mai 2012 13:57 Uhr
 

war@home WOLFESRUH 67. Consultant Boy CC2 / Praktikum Was bisher geschah >>>

Das hätte Probsten für unmöglich gehalten, dass er dereinst das PC-Zertifikat einheimst: political correct, dabei ging doch das Große & Ganze grad ihm am Arsch vorbei. Auf seinem Hochsitz noch interessierte ihn zu allerletzt, was in Wolfesruh passiert. Jedenfalls kaum ernsthaft. Dass er nun in einem Wohnwagen haust, überrascht nicht nur mich. Heike glaubt, es sei das Alter. Mutter Wolf sieht Probsten eher früher als später auf und davon. Mark ist es gleich, jedoch ein Mann mehr in Wolfesruh schade nicht, da er selbst tagsüber meist unterwegs ist und Vater nicht mehr der Jüngste. Probsten meint, ein Quartier im Wald aufzuschlagen sei ein Privileg, das ebenso zu genießen sei wie der Abschied davon. Zuweilen machte man sich verdächtig abseits jeglichen gesellschaftlichen Lebens. Zum Aussteiger, Idiot, Anarchist, Vegetarier. Zu einem, der Autoritäten verlacht. Was unzulässig ist bei solch sich bereits im Praktikum anbahnendem Business. Doch wo lauert Gewalt, wenn nicht bei angezweifelter Autorität.

 
monik sos - ffm. - 15. Mai 2012 20:43 Uhr